HSBC spart ein Viertel ihrer Devisenkosten – dank Blockchain

Quelle: Shutterstock

HSBC spart ein Viertel ihrer Devisenkosten – dank Blockchain

Der Blockchain-Einsatz macht sich für den britischen Bankengiganten HSBC bezahlt. Durch die Nutzung von Distributed-Ledger-Technologien im Devisenhandel gelangen der Bank im vergangenen Jahr Einsparungen von rund einem Viertel der Verwaltungskosten.

Stetig schwankende Wechselkurse, grenzübergreifender Zahlungsströme, eine Flut von Transaktionen – der Devisenhandel gehört zu den wohl aufwändigsten Verwaltungsprozessen im Tagesgeschäft von Banken.

Angestellte, die dies tagtäglich zu spüren bekommen, sind die Mitarbeiter des britischen Bankenriesen HSBC, der größten internationalen Bank Europas. Jeden Tag wickeln die Londoner Devisengeschäfte in Milliardenhöhe ab – und dies seit einem Jahr effizienter und günstiger als die Konkurrenz.

Denn seit Februar 2018 setzt HSBC bei der Bewältigung der Mammutaufgabe Devisengeschäft wie keine andere Bank auf Blockchain-Technologien: ein Schritt, der sich entgegen mancher Skepsis bezahlt macht.

So berichtet der zuständige Manager Mark Williamson gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, HSBC sei durch den Technologieeinsatz entscheidende Einsparungen gelungen. Dank der Blockchain-Technologie habe die Bank ihre Verwaltungskosten seit dem vergangenen Jahr um ein Viertel zurückgeschraubt.

Blockchain-Einsatz spart Kosten


[Anzeige]
Bitcoin, Ethereum, Ripple, IOTA und die bekanntesten Kryptowährungen auf eToro handeln.Warum eToro? Kostenloses Demo-Konto; Mobile Trading-App; Einzahlungen per PayPal; große Auswahl an verschiedenen Finanzprodukten (Kryptowährungen, Aktien, Rohstoffe, ETFs, Devisen, Indizies); Social Trading mit großer internationaler Community.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Seit Februar 2018 nutzt die HSBC die Vorzüge dezentraler Handelsregister auf ihrer Zahlungsplattform „FX Everywhere“. Mithilfe der Software werden täglich bis zu 5.000 Transaktionen abgewickelt, ein „signifikanter“ Teil davon durch Blockchain-Technologie. Insgesamt entspricht dies bislang nicht weniger als 350 Milliarden US-Dollar, so die neusten Zahlen der Großbank aus London.

Unter Einsatz von Distributed-Ledger-Technologie ermöglicht die Plattform den Londonern automatisierte Überweisungen „über mehrere Bilanzen hinweg, in Dutzenden von Ländern“, beschreibt etwa Richard Bibbey, Leiter der Abteilung globale Märkte, im Januar gegenüber der britischen Financial Times die Vorzüge der Software. Mithilfe der dezentralen Vernetzung können so etwa sämtliche Bilanzen der im Währungshandel beteiligten Banken in Echtzeit eingesehen und kontrolliert werden.

Dass dies nicht nur Zeit, sondern dabei vor allem auch Kosten spart, zeigt nun der Blick auf das vergangene Jahr. Mark Williamson ist sich sicher, dass die Entwicklung zukunftweisend ist:

Es geht rasant voran. Wir können zeigen, dass es sich bei „FX Everywhere“ nicht bloß um ein einmaliges Proof of Concept oder ein oder zwei Trades handelt […]. Das läuft jetzt,

so die Prognose des Managers gegenüber Reuters.

Künftig wolle man die Plattform noch weiter vorantreiben und weltweit mehr Banken mit ins Boot holen.

Je mehr Teilnehmer dem gemeinsamen Netzwerk und damit dem Ökosystem mit HSBC beitreten, desto effizienter werden wir für unsere Kunden.

HSBC als Blockchain-Vorreiter

Bereits seit Längerem gilt HSBC als Vorreiter der Blockchain-Nutzung im Bankensektor. Zwar richten neben BBVA, BNP Paribas oder Barclays derzeit viele der traditionellen Geldhäuser, Börsen und Fonds ihre Augen fest auf die Geschäftsmöglichkeiten mit den neuen Technologien. So kündigte etwa auch JPMorgan Chase erst in dieser Woche an, seine eigene Kryptowährung herausgeben zu wollen. Als fester Bestandteil im Tagesgeschäft wie bei HSBC ist die Blockchain bei ihnen jedoch längst nicht angekommen.

Die Londoner wiederum machen nicht Halt und bauen ihr Blockchain-Engagement stetig weiter aus. So beteiligt sich Europas größte Geschäftsbank derzeit neben „FX Everywhere“ auch an der Entwicklung der Handelssoftware eTrade Connect. Die Kooperation mit zehn weiteren Banken soll künftig Schnittstellen in der Finanzierung internationaler Warenströme effektiver gestalten. Im Mai 2018 wiederum war HSBC der Abschluss des ersten kommerziellen Handelsgeschäfts über die Blockchain gelungen. Genutzt hatte der Bankenriese hierfür die DLT-Plattform Corda des Konsortiums R3.

Mit dem Erfolg von „FX-Everywhere“ werden sich Blockchain-Begeisterte nun bestätigt fühlen. Sie dürften vermuten, dass der Enthusiasmus von HSBC für die neuen Technologien auch der DLT-Nutzung anderer Großbanken den Weg ebnet.

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Jakobsmuscheln auf der Blockchain: US-Fischer Raw Seafoods tritt IBM Food Trust bei
Jakobsmuscheln auf der Blockchain: US-Fischer Raw Seafoods tritt IBM Food Trust bei
Blockchain

Das US-Fischereiunternehmen Raw Seafoods ist als jüngstes Mitglied der Lebensmittel-Plattform Food Trust von IBM beigetreten. Mithilfe der Blockchain-Lösung wollen die Fischer die Lieferketten atlantischer Jakobsmuscheln absichern. Die Marketing-Aktion soll für Transparenz, Lebensmittelsicherheit, nachhaltigen Fang und damit nicht zuletzt Kundenvertrauen sorgen.

iFinca: Fair-Trade-Kaffee durch Blockchain-Technologie
iFinca: Fair-Trade-Kaffee durch Blockchain-Technologie
Blockchain

Eine neue App verspricht mithilfe der Blockchain vollste Transparenz bei der Kaffeeproduktion. Das Produkt der kolumbianischen Firma iFinca möchte Farmern eine stärkere Stimme verleihen. Endverbraucher, die den entsprechenden QR-Code auf ihrem Kaffee scannen, sehen dann, wie viel der Bauer an der Herstellung verdient hat. Es ist nicht das erste Projekt in der Kaffee-Branche, welches die Technologie von Bitcoin & Co. nutzt. Schließlich ist das Kaffee-Business eines der undurchsichtigsten weltweit.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Jakobsmuscheln auf der Blockchain: US-Fischer Raw Seafoods tritt IBM Food Trust bei
Jakobsmuscheln auf der Blockchain: US-Fischer Raw Seafoods tritt IBM Food Trust bei
Blockchain

Das US-Fischereiunternehmen Raw Seafoods ist als jüngstes Mitglied der Lebensmittel-Plattform Food Trust von IBM beigetreten. Mithilfe der Blockchain-Lösung wollen die Fischer die Lieferketten atlantischer Jakobsmuscheln absichern. Die Marketing-Aktion soll für Transparenz, Lebensmittelsicherheit, nachhaltigen Fang und damit nicht zuletzt Kundenvertrauen sorgen.

Homosexuell dank Apple: GayCoin-Klage zurückgezogen
Homosexuell dank Apple: GayCoin-Klage zurückgezogen
Szene

Der Moskauer iPhone-Besitzer, der den Apple-Konzern für seine eigene Homosexualtiät verantwortlich machte, hat seine Beschwerde zurückgezogen. Laut seiner Anwältin scheue er das große öffentliche Interesse an seinem Fall.

Bitcoin-Kurs- und Marktbetrachtung: Anzeichen für Bärenflagge gesichtet
Bitcoin-Kurs- und Marktbetrachtung: Anzeichen für Bärenflagge gesichtet
Kursanalyse

Bisher konnte sich der gleitende Mittelwert der letzten hundert Tage als stabiler Support beweisen. Jedoch kann die kurzfristige Entwicklung des Bitcoin-Kurses als Bärenflagge gedeutet werden. Jenseits von Bitcoin gab es, trotz eines eher sorgenvollen Berichts der G7-Staaten, positive Neuigkeiten um Stable Coins. 

CFTC deckt Bitcoin-Betrug in Millionenhöhe auf
CFTC deckt Bitcoin-Betrug in Millionenhöhe auf
Regulierung

Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) in Washington in den USA hat einen neuen Krypto-Fraud hochgenommen. Seit Dezember des Jahres 2017 läuft das zwielichtige Programm Circle Society, denen die CFTC nun das Handwerk gelegt hat. Insgesamt sollen die betrügerischen Anbieter rund 11 Millionen US-Dollar erwirtschaftet haben.

Angesagt

Facebook Coin Libra: G7 wird Stable Coin vorerst nicht zulassen
Regulierung

Die „großen 7“ wollen den geplanten Facebook Coin Libra nicht zulassen. Das geht aus einem Stable-Coin-Bericht hervor, den die G7 am 18. Oktober veröffentlichte.

Finanzbranche first, Industrie second: Wann die Blockchain den Maschinenbauer erreichen wird
Kommentar

„Blockchain ist viel mehr als Bitcoin.“ Dieser Satz wurde in den letzten zwei Jahren geradezu mantra-artig, selbstbewusst und inflationär von Managern aus der Industrie heruntergebetet. Warum die Realität von dieser Vorstellung noch ein Stückchen entfernt ist, wie lange es dauern wird, bis Blockchain im produzierenden Gewerbe wirklich angekommen ist und wieso die Finanzialisierung der Realwirtschaft voraus ist. Ein Kommentar.

Nach Libra-Austritt: MasterCard glaubt an Krypto-Branche
Szene

Nach Visa, PayPal und ebay ist auch MasterCard aus Facebooks Libra Association ausgetreten. Das Kreditkartenunternehmen nahm dies zum Anlass, um einmal über die Zukunft der Krypto-Welt nachzudenken. Von einem Abschied aus der Branche ist MasterCard indessen meilenweit entfernt.

iFinca: Fair-Trade-Kaffee durch Blockchain-Technologie
Blockchain

Eine neue App verspricht mithilfe der Blockchain vollste Transparenz bei der Kaffeeproduktion. Das Produkt der kolumbianischen Firma iFinca möchte Farmern eine stärkere Stimme verleihen. Endverbraucher, die den entsprechenden QR-Code auf ihrem Kaffee scannen, sehen dann, wie viel der Bauer an der Herstellung verdient hat. Es ist nicht das erste Projekt in der Kaffee-Branche, welches die Technologie von Bitcoin & Co. nutzt. Schließlich ist das Kaffee-Business eines der undurchsichtigsten weltweit.