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Fundamentalanalyse von Kryptowährungen – was spricht für ein gutes Investment?

Gründerfonds

Da seit einiger Zeit BTC-Echo exklusiv Kommentare zum aktuellen Kursverlauf in Bitcoin und Ether liefert, wollen wir hier überlegen, was für ein gutes und längerfristiges Investment spricht.

First things first: der Artikel heißt weder “wie werde ich reich mit Crypto” noch “was sind gute Investments”. Es werden lediglich messbare Anzeichen dargestellt, die Hinweise auf eine positive längerfristige Entwicklung der Kryptowährung sprechen können.

Diese Anzeichen sprechen dann für gute Investments und können ggf jemanden reich machen, sind aber keine Garantie!

So, nach diesem Disclaimer fangen wir mal mit dem Grundlegenden an: man kann Analyse -egal ob von Aktien, Währungen oder anderen Wirtschaftsgütern grob in zwei Strategien unterteilen.

Die technische Analyse ist das, was in den wöchentlich erscheinenden Kursanalysen geschieht: man betrachtet die Candlestick charts, erkennt Muster und zieht seine Schlüsse aus denselben.

Zwar werden aktuelle Neuigkeiten teilweise berücksichtigt, aber eher als Bestätigung der Chartentwicklungen denn als Ausgangspunkt der Untersuchungen. Fundamentalanalyse ist anders: hier betrachten wir technische Details und versuchen den langfristigen Wert eines Investments zu ergründen.

Beide Strategien sind sinnvoll, haben aber eine andere Hypothese bezüglich dem Wert einer Wertanlage: In der technischen Analyse wird der Wert einzig und allein aus der Nachfrage auf dem Markt abgeleitet; wenn gebrauchtes Klopapier für viel Geld verkauft wird bin ich bullish bezüglich gebrauchtem Klopapier.

Fundamantalanalyse sieht die Dinge anders und versucht, einen realen Wert unabhängig von der aktuellen Nachfrage abzuleiten. Man kann sich vorstellen, daß auf jeden Fall beide Ansätze was haben.

Genauer gesagt sind beide Analysen für unterschiedliche Zeitskalen sinnvoll: Für kurzfristige Entwicklungen liefert technische Analyse sinnvolle Hinweise. Man kann sich vorstellen, daß ein Hype (oder auch ein Pump and Dump-Scheme) unabhängig von irgendwelchen sachlichen Investitionsgründen auftreten kann.

Umgekehrt muß die beste Technologie noch lange nicht bedeuten, daß nun alle Leute wie wild anfangen werden, dort Kohle reinzustecken.

Fundamentalanalyse hat das Potential einer Investition im Blick: ungeachtet von Hypes bzw Startschwierigkeiten versucht man zu ergründen, was sich auf lange Sicht lohnen könnte.

Auch hier können wir unterschiedlich vorgehen, jedoch handelt es sich hier nicht um zwei grundlegend unterschiedliche Analysestrategien, sondern um zwei Techniken inberhalb der Fundamentalanalyse.

Grob kann man zum Einen die technischen Hintergründe und das Renommee der Developer sowie die Response der Community dahinter und zum Zweiten den generellen Zahlungsverkehr ansehen.

Der erste Ansatz bietet sich stark für Kryptowährungen an, die noch extrem jung sind (ggf noch vor dem offiziellen Launch), der zweite für Währungen, die schon genutzt werden.

Ein paar Worte zum Early Investment

Hier deutlich mehr als im Day- oder Swingtrading und auch mehr als bei einem späteren Investment, dass man nur Kohle anlegen sollte, die man verlieren kann. Die Währung, die auf jeden Fall wie sonstwas abgehen wird, herauszupicken – das hat was von Glücksspielen.

Schaut mal auf bitcointalk.org nach, wie viele neue Währungen täglich vorgestellt werden. Trotz alledem – zumindest kann man einige grobe Guidelines konkretisieren.

Innerhalb der Kryptoszene spielt potentiellen Investoren die Offenheit des Systems in die Hände: der Code hinter den Währungen ist oft Open Source, technische Hintergrundinformationen oft von jedem einsehbar und schließlich sind die Blockchains komplett offen.

Diese Informationen kann man als Werkzeuge nutzen. Zum Einen können wir darauf achten, was die Kryptowährung so verspricht zu können, wer die Macher dahinter sind und ob man etwas über ihre Reputation weiß, zum zweiten sollte man darauf achten, wie die Community darauf reagiert – wenn überhaupt.

Natürlich kann eine Kryptowährung eines der nächsten großen Dinge sein, ohne daß auf bitcointalk, reddit, twitter oder sonstwo der Jubel groß war, aber solche black swans findet man selten.

Auch umgekehrt sollte man darauf achten, woher der mediale Buzz herrührt: schreiben ständig dieselben Leute etwas über DIE neue Währung? Und wenn ja, ist es mehr als irgendein “buy now”-Spam (was nach Pump and Dump stinken würde)?

Investment in eine bestehende Währung

Normalerweise wird man eher in schon etablierte Kryptowährungen investieren – allein davon gibt es eine Menge. Wie wähle ich hier die richtigen? Nun, man kann hier auf verschiedene Kenngrößen schauen, die darstellen, wie sehr die Währung in Benutzung ist. Als allererstes ist hier natürlich die Marktkapitalisierung zu erwähnen.

Mehr zum Thema:  BTC-Kursanalyse KW32 - Bitcoin über 3.000 Euro!

Auf Seiten wie coinmarketcap kann man sich ansehen, wie viel Fiatgeld in eine Währung gesteckt wurde bzw wird. Im Fall von Bitcoin ist sie das Produkt aus der Anzahl der vorhandenen Bitcoin und dem aktuellen Wert eines Bitcoin.

Problem bei der Marktkapitalisierung ist, dass sie uns nichts (ok, nichts direktes) über den konkreten Gebrauch der Kryptowährung erzählt. Hier können uns jedoch andere Größen wie die Anzahl der Transaktionen oder das Transaktionsvolumen in einem bestimmten Zeitraum helfen.

Sofern man diese beiden Größen entsprechend der Transaktionsadressen sortieren kann, können wir sogar boch mehr lernen: die am häufigsten genutzten Adressen sind oft jene der Exchanges, wenn wir also beispielsweise diese Adressen mit den Rest vergleichen, können wir das Volumen, daß durch trading zusammenkommt, mit dem vergleichen, daß durch wirklichen Handel kommt.

In dem Zusammenhang kann man auch die Anzahl der genutzten Adressen ermitteln, was für eine Entwicklung in der user adoption spricht.

Eine weitere interessante Größe ist das Messen der Tage, die ein Krypto-Betrag durchschnittlich im Wallet verbringt, man spricht hier von “zerstörten Tagen”: jeder Tag, den man die Coins im Wallet nicht ausgab, hat man letztlich künstlich die Deflation angekurbelt.

Wenn man das nur allein macht mag man zwar, wenn man rechtzeitig verkauft, einen großen Gewinn erzielen, aber umgekehrt ist ein Ansteigen der mittleren Anzahl zerstörter Tage ein Zeichen dafür, daß die Währung weniger benutzt wird.

Diese Kennzahlen geben uns Informationen darüber, wie viele Nutzer die Währung wie nutzen. Wir können jedoch bei vielen Kryptonetzwerken – Seiten wie cryptoID sei dank – noch auf einige technische Indikatoren schauen:

Das Betrachten der Hash Rate, der Difficulty und dem Verhältnis aus aktueller Blockgröße und maximaler Blockgröße kann einem etwas über die Effizienz der Kryptowährung anschauen.

Auch die Bestätigungsdauer für eine Transaktion kann jemandem nicht nur Gründe dafür liefern, warum eine Währung unbeliebt ist, man kann auch umgekehrt schließen, daß eine immer längere Transaktionszeit sich negativ auf die Adoption einer Währung (und damit des Investments) auswirken wird.

Ähnliches kann man über die Größe der Transaktionsgebühren sagen: ein Ansteigen wird sicherlich nicht unbedingt positiv wahrgenommen werden.

Man sollte hier jedoch nicht einfach auf die absolute Transaktionsgebühr schauen, denn bei höheren Beträgen könnten Nutzer eine höhere Transaktionsgebühr akzeptieren als bei kleinen Beträgen.

Gerade im Fall Bitcoin ist das Beobachten der Transaktionsgebühr interessant: Im Sommer wird der Mining reward halbiert. Um diese Verluste zu kompensieren könnten die Transaktionsgebühren ansteigen.

Und hier kommen wir natürlich zu einem dramatischen Dilemma: Zum einen würde eine zu starke Erhöhung der Gebühren den Nutzern nicht gefallen, zum Anderen ist das Halbieren des Rewards irgendwie zu kompensieren. In der Hinsicht ist das Beobachten dieses Verhältnisses bei Bitcoin gerade im Sommer spannend.

Diese Größen sind insgesamt Daten über das Wohlergehen einer Kryptowährung. Natürlich sind diese Daten für sich kein KO-Kriterium, können jedoch einem Informationen über das Wohlergehen (und damit den Wert) der Kryptowährung geben.

Gerade die Veränderung der genannten Kennzahlen kann einem helfen, zukünftige Wertänderungen einer Kryptowährung zu antizipieren.

Ein paar letzte Worte der Warnung

Investment wird gerne als “passives Einkommen” bezeichnet. Der Begriff ist irreführend, suggeriert er doch, dass man ohne was zu tun auf jeden Fall Geld machen würde. Mit viel Glück mag das so sein (aber mit viel Glück gewinnt man auch beim Lotto).

Damit man nicht nur vom Glück abhängig ist muß man sein Investment im Auge behalten. Konkret sollte man die Entwicklung der Währungen, in die Man Geld steckte, weiterhin entsprechend den oberen Vorschlägen beobachten.

Vor allem sollte man nie so wahnsinnig sein und viel Geld für lange Zeit auf einem Exchange liegen lassen. Mt Gox oder Cryptsy kann wieder geschehen und dann ist das Geld – teilweise oder alles – futsch! Schaut also nach sicheren Wallets und überweist euer Long-Term investment dorthin.

Schließlich: Leute, nutzt die Chance! Ihr könnt mit extrem wenig Geld einsteigen, braucht keine Broker, die Gebühren sind überschaubar – diese Möglichkeit der Wertanlage für den kleinen Mann ist wirklich eine Realisierung des Spruches “Be your own Bank”!

BTC-Echo


Bildquellen

  • Sprout growing on money pile of glass jar bank: © singkham, fotolila