Frischer Wind um Bitcoin-Futures

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Quelle: https://www.shutterstock.com/de/image-photo/cboe-pits-3195036?src=ceTcSZ7fms1wClsxK7O4VQ-1-0

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Mit den neusten Ereignissen kommt frischer Wind in der amerikanischen Börsenstadt Chicago um die noch ungeborenen Krypto-Futures auf. So veröffentlicht die Optionsbörse Chicago Board Options Exchange (CBOE) in der vergangenen Woche erstmals technische Details zu ihren geplanten Bitcoin-Futures. Ebenfalls bestätigt die CME Group die Einführung ihrer Futures für Dezember. Damit wird für Krypto-Anleger zum Ende des Jahres aus Vision wahrscheinlich Realität.

Der Nebel rund um das Geschäftsneuland der Krypto-Derivate lüftet sich zunehmend mit den Neuigkeiten der amerikanischen Optionsbörsen der vergangenen Tage. Sowohl die Optionsbörse CBOE als auch ihr ebenfalls aus der „Windy City“ stammender Konkurrent CME Group warten mit Neuerungen rund um die geplanten Bitcoin-Derivate auf. Damit bekommt das neue Investmentmodell der noch schleierhaften Bitcoin-Kontrakte langsam ein Gesicht.

Zunächst zum Hintergrund: Beide Börsen hatten die Einführung sogenannter Bitcoin-Futures angekündigt. Als solche werden börsen-gehandelte Termingeschäfte bezeichnet. Sie verpflichten den Käufer, etwa eine bestimmte Menge Bitcoin zu einem bestimmten zukünftigen Zeitpunkt zu einem festgelegten Preis oder Wechselkurs zu liefern oder zu kaufen. Futures gelten an der Börse als hochriskant, weil mit ihnen in kürzester Zeit große Gewinne, gleichzeitig jedoch enorme Verluste möglich sind.

Wie CBOE nun in der vergangenen Woche auf ihrer Website berichtet, stehen demnach die ersten technischen Details ihres seit August geplanten Bitcoin-Derivates fest. So sollen die Kontrakte in Zukunft unter dem Kürzel XBT geführt werden. Zudem sollen entsprechende Futures sowohl mit wöchentlichen Vertragslaufzeiten als auch für mehrere Wochen und ganze Quartale abgeschlossen werden können.


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Zwar beantwortet etwa das nun veröffentlichte Factsheet bereits viele Fragen der zukünftigen Vertragsmöglichkeiten, dennoch bleiben zu diesem Zeitpunkt noch grundlegende Details offen. So stehen weder das konkrete Einführungsdatum, noch die Bepreisung der Futures zu diesem Zeitpunkt fest. In diesem Zuge rät die Börse Kunden von vorschnellen Spekulationen in der vergangenen Woche ab. So schreibt Russel Rhoads von CBOE:

„Die Frage, die ich ständig höre, ist ‚Wie werden sich die Future-Preise auf die Bitcoin-Preise beziehen‘. Die beste und ehrlichste Antwort ist: Ich weiß es nicht“,

und verweist auf die zukünftige Marktlage für den noch ungewissen Start der Future-Geschäfte.

CME Group macht Ernst

Während dieser derzeit noch auf den Segen der zuständigen US-Derivate-Aufsicht CFTC wartet, wetzt die Konkurrenz bereits die Messer. Nachdem die CME Group Ende Oktober angekündigt hatte, ihr Geschäft auf den Krypto-Sektor auszuweiten, und CME-CEO Terry Duffy Kunden bereits Investments für Mitte Dezember versprochen hatte, lockte die Website der weltgrößten Optionsbörse in dieser Woche mit einem festen Datum. So hieß es für kurze Zeit, die entsprechende Futures wären ab dem 11. Dezember möglich.

Wenig später wurde diese Nachricht jedoch wieder gelöscht. Wie Reuters berichtet, hätte es sich laut CME hierbei um einen Fehler gehandelt. Auf der Website der Börse heißt es nun stattdessen:

“Unter Vorbehalt aller regulatorischen Rücklaufzeiten, beachten Sie bitte, dass CME im vierten Quartal 2017 [englisch: Effective Q4 2017] Bitcoin-Futures anbieten wird.“

Damit geht zwar das tagesaktuelle Datum verloren, dennoch zurrt das Unternehmen die Einführung entsprechender Terminkontrakte für das laufende Jahr fest. Sollten sich keine regulatorischen Hürden auftun, dürfen Anleger also fest mit dem Launch Mitte Dezember rechnen.

Bald Krypto-Futures „Made in UK“?

Mit Ablauf des Jahres dürfte sich damit eine Kettenreaktion in Gang setzen, trägt der Westwind aus Chicago das Geschäftsmodell auch in europäische Breitengrade. So hatte der Geschäftsführer der britischen Hedgefonds Man Group Luke Ellis angekündigt, ebenfalls den Sprung ins Geschäftsneuland um die Krypto-Derivate zu wagen.

Wenn die CME Group ihr Geschäft auf Bitcoin-Futures ausweitet, folge dem alsbald das britische Pedant aus seinem Hause, so Ellis.

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