Chainalysis Fast eine Million Bitcoin (BTC) in illegaler Hand

Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Anton Livshits

Anton Livshits absolviert ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seine Beschäftigung mit Krypto-Themen ist das Resultat eines grundlegenden Interesses am Wechselspiel von technischer Innovation und gesellschaftlichem Wandel.

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Scams und andere krumme Dinger sorgen in der Krypto-Welt regelmäßig für Schlagzeilen. Ein Blick auf die Zahlen verrät jedoch, dass die illegalen Transaktionen nur einen verschwindend geringen Bruchteil an der Gesamtzahl der Bitcoin-Geschäfte ausmachen.

Die Krypto-Analysten von Chainalysis haben die Bitcoin–Blockchain im Auge. Ihre Daten zeigen: etwa 890.000 BTC befanden sich zum 27. Juli in kriminellen Händen. Was nach viel klingen mag, macht indessen lediglich 0,5 Prozent der gesamten Bitcoin-Ströme aus.

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Prozentual gesehen konzentriert sich ein überwiegender Großteil der klandestinen Bitcoin auf Darknet-Märkte. Die digitalen Umschlagplätze für Drogen halten insgesamt etwa 585.000 Coins. Etwa 204.000 BTC entfallen ferner auf Diebstähle und 98.000 auf Scams. Hinzu kommen 3.300 weitere, mit illegaler Aktivität in Verbindung stehende Bitcoin.

Scams erregen Aufsehen

Eine derartige Aufteilung mag verwundern, war es um die Darknet-Marktplätze doch zumindest von medialer Seite stiller geworden. Spektakuläre Fälle wie der von Silk Road liegen schon einige Zeit zurück, während Bitcoin-Scams in den vergangenen Monaten immer wieder für Schlagzeilen sorgten.

Als jüngster Scam-Skandal verdient dabei der Twitter Hack besondere Beachtung. Am 15. Juli kaperten Betrüger die Twitter Accounts von Elon Musk, Barack Obama und weiteren einflussreichen Persönlichkeiten. Diese nutzten sie, um Werbung für ein vermeintliches Bitcoin-Giveaway zu platzieren. Wer seine Coins an die Prominenten sandte, sollte die doppelte Menge zurückerhalten. In Wahrheit machten sich die Hacker mit ihrer Beute aus dem Staub. Auf YouTube sorgte ein ähnliches Vorgehen ebenfalls für Aufsehen.

Bitcoin-Börsen im Fokus

Recherchen legen nahe, dass ein Großteil der durch den Twitter Hack erbeuteten Bitcoin seinen Weg letztendlich auf Bitcoin-Börsen fand. Dies deckt sich mit dem Datenmaterial von Chainalysis, wonach allein in den vergangenen sieben Tagen illegale Bitcoin im Wert von über 7 Millionen US-Dollar zum Waschen auf diversen Krypto-Börsen platziert wurden.

Spätestens an dieser Stelle offenbart sich indessen der Knackpunkt aller gesetzwidrigen Krypto-Aktivität. Denn zumindest König Bitcoin ist alles andere als gänzlich anonym. Kriminelle können ihre BTC zwar über dutzende Wallet-Adressen hindurchschleußen, mit dem nötigen Aufwand lassen sich die Spuren dennoch nachverfolgen. Allein das hier besprochene Datenmaterial legt davon eindrücklich Zeugnis ab.

Dabei gilt: Was heute schon möglich ist, dürfte morgen noch einfacher werden. Zählt die Unterbindung von Geldwäsche doch zu den Kernpunkten sämtlicher Regulierungsbemühungen im Bitcoin-Raum. Künftig sollen Börsen und andere Krypto-Dienstleister so verstärkt Daten austauschen, was die Psuedo-Anonymität im Ökosystem weiter einschränkt. Ermittlungsbehörden wie der US-Amerikanische Secret Service nehmen Blockchains unterdessen ins Visier, dabei arbeiten sie ebenfalls zunehmend mit den Krypto-Börsen zusammen.

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