Ethereum fällt unter 100 US-Dollar

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Der Ethereum-Kurs hat ein neues Jahrestief erreicht. Mehr noch: Er ist inzwischen unter die 100 US-Dollar gefallen. Was haben wir von Ethereum zukünftig zu erwarten?

Der Bärenmarkt kennt keine Gnade: Ethereum, zu Jahresbeginn bei fast 1.600 US-Dollar, ist nun unter 100 US-Dollar gefallen. Damit hat der Ethereum-Kurs seit dem Allzeithoch 94 Prozent einbüßen müssen, eine Zahl, gegen die die 82 Prozent Kursverlust von Bitcoin fast verblassen.


Ein Blick auf den Wochenchart offenbart, dass wir nicht nur dem seit März verfolgten Abwärtskanal weiter folgen, sondern aktuell seinen Support testen:

Alle betrachteten Indikatoren, sowohl MACD als auch RSI und Aroon, sind tief im bearishen Bereich. Sollte der Support bei 84,05 US-Dollar nicht halten, sind weitere Abwärtsbewegungen bis 44,37 US-Dollar durchaus möglich; es bietet sich also an, bei den genannten 84,05 US-Dollar eine Short Position zu eröffnen und mit einem Stop Loss bei 114,22 US-Dollar das Target bei 44,37 US-Dollar anzupeilen. Sollte es, wovon aktuell leider nicht auszugehen ist, zu einen bullishen Reversal kommen, kann man über 114,22 US-Dollar eine Long Position wählen. Die beiden angegebenen Resistances bei 168,54 US-Dollar und 237,91 US-Dollar bieten sich als Targets an. Das sollte man aber mit einem knapp gesetzten Stop Loss bei 84,05 US-Dollar machen.

Wie konnte es dazu kommen?

Prinzipiell folgt Ethereum, wie man am Chart sieht, dem seit Monaten geltenden Abwärtskanal. Heute ist jedoch auf GDAX noch zusätzlich ein Flash Crash geschehen, der den Ethereum-Kurs kurzfristig auf 13 US-Dollar drückte:

Bodenbildung für Ethereum bald erreicht?

Es stellt sich die große Frage: Ist das der Boden? Anders als für Bitcoin fehlt uns die Historie, um sinnvolle gleitende Mittelwerte wie den MA200 im Wochenchart zu benennen. Fest steht: Die ICO-Mania von 2017 ist vorbei. An ihre Stelle ist kein Narrativ getreten, welches eine ähnliche Begeisterung weckt. Solange das nicht der Fall ist, wird es schwer mit neuen Investments in Ethereum.

Was ist also zu tun? An verschiedenen Stellen habe ich über den Bärenmarkt und die Geisteshaltung in einem solchen geschrieben. Die Gedanken lassen sich auf Ethereum übertragen. Ich kann jedem, der in Ethereum jenseits des enttäuschenden Kurses schnuppern will, einen Artikel über die unterschiedlichen Visionen um Ethereum ans Herz legen. Ethereum als Plattform ist wahnsinnig spannend. Nicht nur, was das Dev-Team hinter der Kryptowährung bezüglich Sharding oder Plasma leistet! Was es für unterschiedliche interessante Token-Modelle und dApps gibt oder was sich an Fronten wie den radikalen Märkten tut, ist grandios. Die Token Economy ist deutlich größer als der Verkauf von und die Spekulation mit ERC20-Token! Ähnlich wie bei Bitcoin ist dieser Bärenmarkt, dieser Krypto-Winter, die beste Zeit, um dem Credo „I’m in it for the technology“ wirklich zu folgen!

BTC-ECHO

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