Ehemaliger US-Notenbank-Gouverneur glaubt an zentrale Kryptowährung

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Quelle: https://www.shutterstock.com/de/image-photo/united-states-federal-reserve-bank-building-222294469

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Der ehemalige Gouverneur der US-Notenbank Kevin Warsh glaubt an das Potential von Kryptowährungen für Zentralbanken. Gegenüber der New York Times lobte er die Innovationskraft, die von diesen ausginge. Laut Warsh wären Digitalwährungen zwar derzeit von starker Wertschwankung betroffen, dennoch könnten diese mithilfe entschiedenerer Forschung stärker genutzt werden. Zudem brachte er die Herausgabe einer eigenen Kryptowährung der amerikanischen Zentralbank zurück ins Spiel. Wäre er noch Mitglied derer Führung, würde er einen solchen „Fedcoin“ auf den Weg bringen.

Meist sind es die Stimmen aus dem Aus, die am lautesten schallen. Gezeigt hat dies vergangene Woche auch Kevin Marsh, der von 2006 bis 2011 einen der zwölf Gouverneursposten der US-Notenbank Federal Reserve bekleidete. Im Gespräch mit der New York Times forderte er am Freitag entgegen derer momentanen Marschrichtung mehr Engagement von der amerikanischen Zentralbank im Bereich Kryptowährungen.

Eine solche Möglichkeit wäre die Herausgabe einer von den US-Behörden zentral kontrollierten Kryptowährung. Damit bringt Warsh den im vergangenen Jahr aus Reihen der New Yorker Federal Reserve angeregten „Fedcoin“ zurück ins Spiel. Der derzeit amtierende Notenbankchef Jerome Powell jedoch hält wenig von Kryptowährungen.

Wäre er noch Teil der Führung der Washingtoner Behörde, hätte er das Augenmerk lange darauf gelenkt, „dass die Fed einen Fedcoin herausgibt“, so Warsh, „Nicht, dass dieser Bargeld verdrängt und ersetzt, aber es wäre eine effektive Weise, im Falle der nächsten Krise Geldpolitik zu betreiben.“


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Laut Warsh teile sich die Welt der Zentralbanken in diejenigen, die Kryptowährungen entweder „cool“ oder „riskant“ fänden. Dennoch müssten Zentralbanken viel entschiedenere Anstrengungen aufbringen und deren Potentiale für sich nutzen.

Damit dies gelingt und Digitalwährungen verlässliche Zahlungsmittel werden, gelte es zudem, den bestehenden Rechtsrahmen anzupassen und Kryptowährungen in dessen System einzugliedern.

„Der Kongress hat der Notenbank das Monopol über Geld gegeben. Und falls die nächste Generation von Kryptowährungen mehr wie Geld und weniger wie Gold aussieht – und weniger Volatilität mit diesen verbunden sein wird, sodass diese keine reine spekulative Anlage, sondern verlässliche Zahlungsmittel werden – würde ich schon aus Prinzip nicht wollen, dass jemand mir dieses Monopol nimmt“,

prognostiziert der 48-Jährige kommende Kontrollansprüche der US-Notenbank.

Bereits im März hatte der derzeitige Dozent der Universität Stanford in einem Gastbeitrag im Wall Street Journal die Vorteile von Bitcoin vertreten. Dennoch hatte er angemahnt, sämtliche Kryptowährungen könnten künftig „wertlos enden“.

US-Notenbank will Blockchain für Zahlungsverkehr nutzen

Neben Kryptowährungen hob Warsh in einem diese Woche erschienenen Bericht zudem die Potentiale der Blockchain für Zentralbankaktivitäten hervor. So gäbe es wie bei zwischenbanklichen Transaktionen eine Vielzahl von Anwendungsfeldern, für die die US-Notenbank die Technologie nutzen könne.

Anders als bei Kryptowährungen widerspricht diese Haltung seinem ehemaligen Arbeitgeber nicht. Denn der aktuelle Leiter der Federal Reserve und ehemalige Warsh-Konkurrent Powell äußerte sich in der Vergangenheit bereits mehrfach positiv zu Distributed-Ledger-Technologien.

„Momentan begreifen wir die Blockchain durchaus als etwas, das entscheidende Anwendung im Zahlungsverkehr der Wirtschaft haben kann“,

so Powell.

Noch bis zum vergangenen Jahr galt Warsh selbst als heißer Anwärter auf den Posten des Notenbank-Vorsitzenden. US-Präsident Trump, den er vor dessen Wahl zum Präsidenten in wirtschaftlichen Fragen beraten hatte, war seine Kandidatur jedoch Dorn im Auge. Seiner Meinung nach, sei Warsh „zu jung, um von den Märkten im Falle einer erneuten Finanzkrise ernstgenommen zu werden.”

Beobachtern schien diese Begründung wenig passend, hatte Warsh doch bereits während der Finanzkrise 2008 die Geschicke der Notenbank mitverantwortet.

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