Digitales Wettrüsten: USA sucht Krypto-Experten

Anna Shemyakova

von Anna Shemyakova

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Anna Shemyakova

Anna Shemyakova ist freie Journalistin für mehrere Zeitungen, Magazine und Online-Medien. An Blockchain-Technologien interessiert sie, wie dezentrale Systeme Beteiligung und Kontrolle umstrukturieren können.

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USA erwägt Zentralbankengeld Blockchain-Initiative
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Die US-Notenbank sucht in einer Stellenausschreibung nach Krypto-Experten. Eine digitale Zentralbankwährung wird damit immer konkreter – eine, die mit Chinas Plänen mithalten kann.

Amerikas Pläne für digitales Zentralbankengeld nehmen Form an. In einer aktuellen Stellenausschreibung vom 4. November sucht die Notenbank einen Leiter für Bezahlvorgänge, der unter anderem an digitalen Währungen, Stable Coins und Distributed-Ledger-Technologien forscht. Die Person soll FinTech-Innovationen vorantreiben und neue Bezahlsysteme analysieren.

Libra und China auf Konkurrenz-Kurs


Die USA wollen sich absichern: in der Rolle als Reservewährung, aber auch vor internationaler Konkurrenz. Seit Facebook im Juni die neue Kryptowährung Libra vorstellte, holen andere Finanzsysteme auf. Vorn mit dabei: China mit dem staatseigenen E-Yuan. Nachdem das Land jahrelang die Nutzung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen begrenzte, will es nun alle überholen.

Vor fünf Jahren begann bereits die Forschung, Ende des Jahres soll die neue Währung eingeführt werden und Teil der großen Zahlsysteme wie Alipay und WeChat sein. China positioniert sich damit nicht nur maßgeblich im Blockchain-Bereich mit dem Ziel, Bezahlvorgänge zu erleichtern, es profitiert ebenfalls von der Transparenz der Zahlungsströme. Der E-Yuan und seine Nutzer werden damit sichtbar.

China sieht in der Einführung Libras außerdem die Schaffung eines globalen Finanzsystem, das die Autorität Chinas gefährden könnte. Genau wie die USA, die fürchten, zurückgedrängt zu werden.

Obwohl Libra an den US-Dollar und andere Fiatwährungen gekoppelt sein soll, fürchten Regierungen eine Destabilisierung des Finanzsystems, wenn immer mehr Verbraucher Kryptowährungen besitzen.

„Libra war ein Weckruf“ für Zentralbanken

Auch die Zentralbanken Englands, Singapurs und Kanadas vertiefen ihre Krypto-Pläne. Benoît Cœuré, Vorstandsmitglied der Europäischen Zentralbank, sagte erst kürzlich gegenüber Reuters: „Libra war ein Weckruf. Wir müssen die Idee einer Zentralbank-Kryptowährung vorantreiben.“

Auch vor dem deutschen Bundestag geriet das Libra-Projekt unterdessen in die Kritik. Dabei zeigte sich vor allem eines: Das Projekt ist noch weit davon entfernt, sich durchzusetzen. Die Pläne diverser Zentralbankengelder scheinen sich demgegenüber auf internationaler Ebene zu forcieren.

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