Vorerst kein Börsengang (IPO) für Bitmain

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Der bereits seit Längerem geplante Börsengang des Mining-Hardware-Herstellers Bitmain ist vorerst vom Tisch. Die Frist von sechs Monaten, die für die Prüfung des IPO-Antrags vorgesehen war, ist verstrichen. Bitmain strebt weiterhin an die Börse, verschiebt den nächsten Vorstoß nun jedoch auf unbestimmte Zeit.

Das hätte sich der Mining-Riese sicher anders vorgestellt: Vorerst darf Bitmain auf der Hongkonger Börse HKEx kein Initial Public Offering (IPO, Börsengang) abhalten. Am 26. März lief die auf sechs Monate fest gelegte Prüffrist des Bitmain-Antrags ab, womit dieser nun vorerst vom Tisch ist. Dabei kommt das Scheitern des Antrags nicht aus heiterem Himmel. Die Hongkonger Börse hat bereits auf dessen Einreichung am 26. September 2018 verhalten reagiert. Bereits damals hatten Skeptiker bei der HKEx Bedenken ob der Volatilität im Krypto-Markt.

„Die reale Gefahr, dass sie einfach nicht mehr existieren könnten“


Die starken Kurseinbrüche im November gaben Wasser auf die Mühlen jener, die Geschäftsmodelle, die auf diesem vermeintlich sandigen Grund fußen, mit kritischer Distanz betrachten. So hieß es im Dezember von HKEx-Insidern:

Die Börse ist sehr zögerlich, diese Bitcoin-Mining-Unternehmen tatsächlich zu genehmigen, da die Branche so volatil ist. Es besteht die reale Gefahr, dass sie in ein oder zwei Jahren einfach nicht mehr existieren könnten.

Nun war und ist Bitmain freilich darum bemüht, die Sorgen der Börse zu zerstreuen und dem Geschäftsmodell sowie der Unternehmensstruktur Anpassungen zu unterziehen. Dabei will sich Bitmain nun vor allem auf das ohnehin umsatzstärkere Geschäft mit ASIC-basierter Mining-Hardware konzentrieren.

Da Bitmain nicht nur Mining-Hardware herstellt und vertreibt, sondern mit Antpool auch einen der größten Mining Pools betreibt, ist das Unternehmen gleich doppelt von Krypto-Markt und -Kursen abhängig. Da sich besonders das Mining-Geschäft aufgrund der schwachen zweiten Hälfte des Jahres 2018 schlecht entwickelte, entschloss sich Bitmain hier radikale „operative Anpassungen“ (= Entlassungen) vorzunehmen. Vor diesem Hintergrund erfolgte auch die Schließung des 2016 in Israel eingerichteten Blockchain-Forschungszentrums des Mining-Riesen.

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When IPO? Later(ish)

Nichtsdestotrotz strebt Bitmain weiterhin an die Börse. Das Scheitern des ersten Anlaufs versucht das Unternehmen als eine notwendige Korrektur zu verkaufen. So heißt es in einem anlässlich der IPO-Absage erfolgten Blog-Postings von Bitmain:

Wir hoffen, dass Regulierungsbehörden, Medien und die breite Öffentlichkeit in dieser jungen Branche stärker einbezogen werden können. Wir werden die Arbeit an der Kotierungsanfrage zu einem geeigneten Zeitpunkt in der Zukunft wieder aufnehmen. Inzwischen hat der Börsengang das Unternehmen transparenter und standardisierter gemacht. Der Prozess der Rationalisierung und Optimierung hat unser Geschäft stärker auf die Dinge ausgerichtet, die für unsere Mission von zentraler Bedeutung sind.

Wann dieser „geeignete Zeitpunkt“ sein wird, darüber werden wohl die Zahlen des Geschäftsjahrs 2019 bestimmen.


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