Die BaFin hat es wieder getan: Zwei Public STOs dürfen in Deutschland starten
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Die BaFin hat es wieder getan: Zwei Public STOs dürfen in Deutschland starten

Wir hatten diese Woche bereits über die Unternehmen Fundament Group und StartMark berichtet. Beide Unternehmen haben es geschafft, einen öffentlich zugänglichen Security Token Offering (STO) von der deutschen Finanzaufsicht bewilligt zu bekommen. Warum es nach dem ersten deutschen STO von Bitbond so lange gedauert hat und warum gerade traditionelle Assets wie Immobilien eine wichtige Funktion in der Krypto-Adaption erfüllen.

Als im März dieses Jahres bekanntgegeben wurde, dass ein Public STO von der deutschen Finanzaufsicht BaFin genehmigt wurde, brach regelrechte Euphorie aus. Kaum jemand hatte damit gerechnet, dass die als streng geltende BaFin als eine der ersten Finanzaufsichten weltweit einen STO bewilligt, der auch Kleinanlegern offensteht. Die Erwartungen an den STO des Berliner Blockchain-Start-ups Bitbond waren groß. Auch ging man davon aus, dass damit viele weitere Start-ups dem Beispiel Bitbond folgen werden. Die Flut an bewilligten Wertpapierprospekten blieb allerdings aus, genauso wie der Funding-Erfolg des Start-ups Bitbond.

Die Stille nach dem ersten STO

Fast fünf Monate hat es nun gedauert, bis zwei weitere Unternehmen, praktisch zeitgleich, die Bewilligung zu einem öffentlichen STO erhalten haben. Ob sich der Bitbond-Wertpapierprospekt im Nachhinein doch nicht als geeignete Vorlage erwiesen hat oder andere Faktoren eine STO-Bewilligungswelle verhindert haben, sei dahingestellt. Ebenfalls unklar ist, ob das Geschäftsmodell von Bitbond oder doch eher die Token-Ausgestaltung als Grund für die Zurückhaltung der Investoren anzuführen sind.

Blockchain-Plattform vs. Immobilien

Besonders deutlich wird der Unterschied zum Bitbond STO, wenn man sich den STO der Fundament Group anschaut. Losgelöst von einer anderen Ausgestaltung des Wertpapierprospektes, geht es bei der Fundament Group um tokenisierte Immobilienanteile und nicht um die Finanzierung einer innovativen Blockchain-Plattform. Während es sich bei Bitbond um eine Hochrisikofinanzierung wie bei allen Start-ups aus dem Krypto-Bereich handelt, umfasst der Real Estate Token der Fundament Group Investoren-Ansprüche an Immobilien. Bei der Fundament Group sind also die Art der Finanzierung via Token bzw. STO und die sich daraus ergebenden Vorteile innovativ. Nicht hingegen der zu finanzierende Basiswert, für den das Kapital eingesammelt wird (Immobilien aus Deutschland).



Es ist also wichtig, hier mit zweierlei Maß zu messen. Sprich, ob bereits bestehende reale Werte wie Immobilien oder Schiffe tokenisiert werden oder ob ein Unternehmen zur Eigenfinanzierung Kapital in tokenisierter Form, also durch Wertpapier-Token, einsammelt.

Krypto-Adaption durch traditionelle Vermögenswerte

Wer zum ersten Mal in seinem Leben eigenständig in Wertpapiere investiert, der sollte zu Beginn mit weniger risikoreichen Wertpapieren starten. Anstatt also in komplexe Hebel-Zertifikate zu investieren, bieten sich für die ersten Schritte solide Aktientitel oder Anleihen an. Der Wechsel des Mediums, ergo die Verbriefung in Token, stellt die meisten Investoren ebenfalls vor eine neue Herausforderung. Auch erfahrene Investoren müssen sich erst einmal mit dem neuen Medium Token auseinandersetzen. Dies gilt vor allem für institutionelle Investoren, die verständlicherweise andere Risikomaßstäbe haben als Kleinanleger, die auf eigene Rechnung handeln.

Entsprechend können es vor allem traditionelle Vermögenswerte sein, die als Einstieg in die Welt der Krypto-Ökonomie dienen können. Daher können gerade tokenisierte Immobilien eine wichtige Brückenfunktion vom traditionellen Finanzsektor hin zum Krypto-Markt erfüllen.

STOs: Warum es mehr mittelständische Unternehmen braucht

Dabei zeigt sich auch die enorme Bedeutung von mittelständischen Unternehmen für die Wahrnehmung von Krypto-Börsengängen. Start-ups stellen von Natur aus hochriskante Investments dar. Deswegen ist es auch naheliegend, dass sie die ersten sind, die unkonventionelle Finanzierungsmaßnahmen ausprobieren. Daher verwundert es nicht, dass es vor allem Blockchain-Start-ups sind, die bislang von der Finanzierungsform eines STO Gebrauch gemacht haben. So wichtig deren Pionierrolle ist, muss es aber genauso traditionelle Mittelständler geben, die sich der progressiven Form der Kapitalbeschaffung öffnen.

Gerade Mittelständler mit solidem Geschäft sind viel eher in der Lage, die Vorbehalte gegenüber dem Medium Token anzugehen. Genau dies könnte auch ein wichtiger Indikator für den Adaptionsgrad von STOs sein. Je mehr ältere Unternehmen mit einem konservativen Geschäftsmodell bereit sind, Firmenanteile zu tokenisieren, desto eher kann man Token bzw. STOs als etablierten Finanzmarkt-Standard klassifizieren. Gerade Deutschland könnte mit seinem breiten Mittelstand mehr als andere Nationen davon profitieren und zu einem der globalen Vorreiter werden. Neben der Fundament Group und StartMark gibt es noch einige weitere Unternehmen, die den STO-Markt erschließen. So wären hier beispielsweise Cashlink, BlockState oder Black Manta Capital Partners zu nennen, die in den nächsten Monaten ihr eigenes STO oder das von anderen Unternehmen durchführen werden. Eine so lange Durststrecke, wie nach dem Bitbond STO, wird es also zukünftig nicht mehr geben.

Wie lange dauert es noch, bis sich STOs in der Breite als Standard durchgesetzt haben? Im Interview mit der Fundament Group schätzt Gründer Robin Matzke, dass es noch rund fünf Jahre dauern wird, bis sich die Tokenisierung von Assets zu einem Branchenstandard etabliert hat.

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