Interview zum Public STO der Fundament Group: „In fünf Jahren wird Tokenisierung zum Standard werden“

Quelle: Fundament Group

Interview zum Public STO der Fundament Group: „In fünf Jahren wird Tokenisierung zum Standard werden“

Die Fundament Group hat von der BaFin die Bewilligung erhalten, ein Public Security Token Offering (STO) in Deutschland durchzuführen. Damit ist es das zweite Unternehmen in Deutschland, das einen BaFin-lizenzierten STO tätigt, der auch Kleinanlegern offensteht.

So sollen 250 Millionen Euro zur Finanzierung von Immobilienprojekten eingesammelt werden. Um mehr über das Vorhaben zu erfahren, haben wir uns mit den drei Gründern Florian Glatz, Robin Matzke und Thomas Ermel getroffen. Welche Vorteile eine Tokenisierung von Immobilien bringt und wie sich der Markt in den nächsten drei Jahren entwickelt, haben sie uns im Interview verraten.

BTC-ECHO: Was hat euch motiviert, eine tokenisierte Immobilien-Anleihe anzubieten?

Thomas Ermel: Als jemand, der jahrelang AIFs und Vermögensanlagen strukturiert hat, waren die Möglichkeiten der Blockchain-Technologie der ausschlaggebende Faktor. Denn über die Technologie lassen sich einige Nachteile, die sich sowohl für Anleger als auch für Emittenten ergeben, substituieren. So wird beispielsweise der Zugang für ausländische Investoren deutlich verbessert.

Zweitens sind klassische Finanzprodukte wie AIFs, Vermögensanlagen oder Wertpapiere üblicherweise nicht fungibel. Das heißt, es gibt keinen existierenden Zweitmarkt, an dem Investoren ihre Wertpapiere veräußern können.

Im Schnitt waren unsere Anleger 60 Jahre alt und haben 20.000 Euro investiert. Wer ein gewisses Alter überschritten hat, ist nicht bereit, Anlageprodukte abzuschließen, die eine Laufzeit von 10, 15 oder mehr Jahren haben. Die Liquidierung von tokenisierten Anlageprodukten ist indes technisch jederzeit, 24/7, d. h. individuell sehr kurzfristig möglich. Ferner können Investoren bankenunabhängig agieren und Kleinstbeträge investieren – auch wenn wir mit unserem Token schwerpunktmäßig institutionelle Investoren ansprechen. Ein- und Auszahlungen mit Kryptowährungen sind auf Wunsch ebenfalls möglich. Tokenisierte Schuldverschreibungen bieten also eine sehr große Flexibilität.

BTC-ECHO: Gibt es schon konkrete Immobilien, die ihr erwerben wollt?

Thomas Ermel: Wir haben bisher noch keine Immobilien gekauft. Wir haben mehrere Projekte, für die wir bereits eine mögliche Kaufoption gesichert haben – für die ersten Objekte dürfte das in den nächsten sechs Monaten auch geschehen. Zudem haben wir eine Reihe strategischer Partner in der Pipeline, da wird in den nächsten Monaten viel passieren.

BTC-ECHO: Kannst du uns noch mehr zu der Ausgestaltung eures Token erzählen?

Thomas Ermel: Das Produkt ist recht simpel: Es gibt einen variablen Zins, der sich nach dem Gewinn bemisst. Wir strukturieren eine Inhaberschuldverschreibung, ohne dass wir über einen festen Zins sprechen, sondern gestalten diesen Equity-like. Die Investoren werden wirtschaftlich so gestellt, als wären sie Gesellschafter der Emittentin. Das bedeutet, sie bekommen die volle Upside.

BTC-ECHO: Da ihr einen Wertpapierprospekt erfolgreich bei der BaFin eingereicht habt, können nun auch Kleinanleger in Immobilien-Token investieren. Was hat euch motiviert, den steinigen Weg zur Wertpapierprospekt-Bewilligung zu gehen?

Robin Matzke: Im Finanzmarkt geht es um Vertrauen. Das wird erreicht durch Persönlichkeiten, einen tadellosen Track-Record und natürlich auch durch eine gute Wertpapieraufsicht. Die BaFin hat international einen exzellenten Ruf – eben weil sie so genau hinschaut und besonders strikt ist. Wenn man es also schafft, bei der BaFin reguliert zu sein, ist das ein großer Vorteil.

Der Retail-Prospekt bei der BaFin hat zudem den Vorteil, dass man auch Minimalinvestments von einem Euro machen könnte. Zwar ist das Produkt für institutionelle Investoren gestaltet. Retail-Investoren haben aber auch die Möglichkeit, zu investieren. Übrigens: Auch im Zweitmarkt sind Token in der Stückelung von einem Euro handelbar.

BTC-ECHO: Wenn wir schon bei dem Thema Sekundärmärkte sind. Habt ihr schon eine Börse in Aussicht, wo ihr gelistet werden könntet?

Florian Glatz: Wir sind seit Längerem im Gespräch mit der Börse Stuttgart. Wir gehen davon aus, dass deren Sekundärmarkt für Security Token noch in diesem Jahr an den Start geht. Wir wollen als einer der ersten Token dort gelistet werden. Gleichzeitig sprechen wir mit Börsen in Malaysia, Singapur und Liechtenstein. Wir haben also einige Börsen auf dem Sekundärmarkt in Aussicht. Spätestens in den nächsten zwölf Monaten wird es also eine international verlässliche Infrastruktur geben.

Robin Matzke: Wir haben einen klassischen ERC20-Token. Dieser ist auch peerpto-peer und über dezentrale Exchanges handelbar. Das geht jetzt schon.

BTC-ECHO: Wie viel wollt ihr mit eurem STO einsammeln und wie sieht die Mittelverwendung konkret aus?

Thomas Ermel: Unser Token hat ein Emissionsvolumen von 250 Millionen Euro und die Investments werden langfristig in deutsche Immobilien investiert.

BTC-ECHO: Wo seht ihr euch mit der Fundament Group in drei Jahren und wie hat sich der Markt, in dem ihr euch befindet, bis dahin entwickelt?

Robin Matzke: Wir sehen in der Diversifizierung von verschiedenen tokenisierten Assets eine große Zukunft. Wir bieten unsere Services auch für andere Asset-Manager an, zum Beispiel sprechen wir aktuell mit Schiffsmanagern. Aber auch in den Bereichen erneuerbare Energien oder Private Equity ist Tokenisierung ein großes Thema. Der Markt wird sich erst noch innerhalb der nächsten drei Jahre so richtig entwickeln und perspektivisch ein signifikantes Volumen erreichen. In fünf Jahren – glaube ich – wird Tokenisierung zum Standard werden.

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