DAO-Hack: Wie die falsche Entscheidung Ethereum zerstören könnte

Danny de Boer

von Danny de Boer

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Danny de Boer

Als Informatiker schaut Danny de Boer kritisch auf die Blockchain-Entwicklung und Kryptographie. Zwischen Komplexität und Hype erklärt er allgemeinverständlich und anwendungsbezogen. Seit 2014 berichtet er für BTC-ECHO aus der Krypto-Szene.

Decision to make at the cross road

Quelle: © mantinov - Fotolia.com

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Edan Yago ist CEO von Epiphyte, einem Unternehmen, dass Finanzinstituten die Möglichkeit eröffnet Transaktionen auf der offenen Blockchain aufzuführen. Er ist außerdem Gründungsmitglied der Digital Asset Transfer Authority (DATA). In diesem Gastkommentar diskutiert Yago die Krise der DAO und wie sich die Zukunft der Blockchain Plattform Ethereum entwickeln wird, abhängig von der Entscheidung der Community.

Am 8 Juli 2011 platzte die erste Bitcoin Blase. Ein Wertverfall von ganzen 94% lies den Preis damals von 31 US-$ auf schlappe 2 $ sinken. Wie jeder mitbekommen hat, hat sich Bitcoin seitdem prächtig erholt. Nun ist aber Ethereum in einer Krise. The DAO wurde gehackt, zerstört und ein Großteil der Anlagen wurde gestohlen. So wie Bitcoin, kann sich auch Ethereum wieder erholen – aber eine Panikreaktion könnte die Plattform für immer zerstören.


Unglücklicherweise bewegen wir uns immer mehr in Richtung dieser Panikreaktion.

Ethereum hat aus einen bestimmten Grund so einen Wert, und für diesen Grund ausschließlich – es ist eine Turing-vollständiges, Smart Contract-Protokol. In anderen Worten, der Wert des Ethers ist ein direktes Resultat von Smart Contracts und Ethereums Position als erstes Protokoll für solche Anwendungen.

Am 17. Juni wurde The DAO, als Smart Contract auf Ethereum, angegriffen. Nun müssen wir uns entscheiden welchen der beiden Wege wir gehen: Wir können von dieser Lektion lernen und bessere Smart Contracts in der Zukunft entwickeln, oder den fehlerhaften Smart Contract zurückdrehen und somit den Boden unter Ethereums Füßen für immer wegziehen.

Wir haben es hier mit etwas viel größerem als The DAO zu tun, oder Ethereum: die Idee unveränderlicher Smart Contracts.

Die Grundidee der Smart Contracts wurde auf brilliante Art und Weise von der DAO erläutert. Sie dazu gemacht mit “eisernem Willen und unaufhaltbaren Code voranzugehen”. Die Grundidee ist, dass der Code der Contract (Vertrag) ist und dass man keinen menschlichen Eingriff oder Interpretation benötigt.

Es ist automatisch und “autonom”. Deterministische Ergebnisse basierend auf Code – daher kommt der Wert.

Der Wert ist zu 100% von der Möglichkeit abhängig, dass man Smart Contracts auf einem Protokoll laufen lassen kann, welches vertraut wird und aufgrund deterministische Regeln funktioniert. DIese Regeln sind einem vorher bekannt und machen die Arbeit damit interessant. So sollte Ethereum sein. Was nun aber vorgeschlagen wird ist, dass die Regeln auf Protokoll-Ebene zurückwirkend geändert werden sollen, da man einen Exploit in einem Contract auf Anwendungsebene gefunden hat.

Sollte man das machen, würde man das ganze Vertrauen zerstören, was erst alle Contracts auf der Anwendungsebene möglich gemacht hat.

Irreführende Geschichte

Viele Leute haben darauf verwiesen, dass Bitcoin in den ersten Tagen auch einen Fork durchlaufen musste. Das ist wahr, aber auch irreführend. Bitcoin wurde nur geforked als das Protokoll in Brüche ging, aber niemals weil das Protokoll lief wie geplant, die Ergebnisse aber nicht zufriedenstellend waren.

Ein anderes Argument was häufig pro-Fork angeführt wird, ist dass der Konsens “durch die Community” erreicht wird, dass “Miner abstimmen können”. Dies ist noch subtiler und irreführender. Miner sollten nicht als die endgültigen Schiedsrichter über Transaktionen und Contracts gesehen werden. Nach dem Design gesehen, sollten sie die simplen Sklaven der Protokoll-Regeln sein. Eine stupide Lotterie, welche nach deterministischen Regeln Transaktionen bestätigt.

Sollten sie das Gefühl haben ihre Beurteilung darüber abzugeben, sind wir von ihrer Laune abhängig.

Alles kommt auf einen Nenner zusammen. Sollten Smart Contracts als etwas angesehen werden, was erst auf ihre “Absicht” hin von Menschen interpretiert werden muss, dann gibt es keine automatischen und autonomen Smart Contracts. Schaut man nicht einfach auf ihren Code, dann kann man sie rückwirkend rückgängig machen, sei es durch die Community, den Gerichten oder Regierungen.

Sollte das der Fall sein, ist es schwer zu sehen welchen Wert Smart Contracts überhaupt haben, was bedeutet, dass es generell schwer zu sehen.

Die einzige Möglichkeit für Ethereum sich zu erholen und in der Zukunft zu wachsen, liegt darin bei den ursprünglichen Prinzipien zu bleiben.

Es ist eine harte Entscheidung. Und es ist die einzige Entscheidung.

BTC-Echo

Englische Originalfassung von Edan Yago via coindesk.com

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