Citigroup CEO: Bitcoin, halt dich fest – staatliche Kryptowährungen sind auf dem Weg!

Citigroup CEO: Bitcoin, halt dich fest – staatliche Kryptowährungen sind auf dem Weg!

Staaten werden auf Bitcoin mit eignen Kryptowährungen antworten, da ist sich Citigroup-CEO Michael Corbat sicher. Im Interview mit dem US-amerikanischen Wirtschaftsnachrichtensender Bloomberg erklärte der New Yorker Banker in dieser Woche, dies läge besonders an den Risiken und einem Kontrollvakuum, die Staaten in Bitcoin und andere Kryptowährungen sähen. Deren großes Potential wolle er den digitalen Alternativwährungen jedoch nicht absprechen.

Immer mehr Großbanken erkennen öffentlich das Potential von Kryptowährungen an. Nachdem in den vergangenen Wochen bereits Goldman-Sachs-CEO Lloyd Blankfein und der EZB-Direktor Benoît Cœuré betont hatten, man nehme Bitcoin ernst, äußerte sich gestern nun auch der Geschäftsführer von Citigroup, Michael Corbat, positiv zur Zukunft von Kryptowährungen. Auf einem Panel des US-amerikanischen Wirtschaftsnachrichtensender Bloomberg erklärte er, er sei überzeugt von den „aufkeimenden“ Technologien.

Auf die Frage, ob seine Bank bereits mit Nachfragen der Kunden zu Blockchain- und Kryptotechnologie konfrontiert sei, antwortete der 57-jährige dennoch vorsichtig. Die Nachfrage sei noch beschränkt und eher konzentriert. Momentan sei der Bitcoin noch „sperrig“.

Nichtsdestotrotz dürfe man sich nicht von der Technologie abwenden.

„Die Technologie [Es] ist real und da ist etwas im Kommen“,

ist sich Corbat sicher.

Mit einem Jahresumsatz von knapp 70 Milliarden US-Dollar wird die Citigroup zusammen mit 30 anderen weltweit aktiven Großbanken vom Financial Stability Board FSB als für das Weltfinanzsystem besonders bedeutsam eingestuft. Neben der Bank of America, JPMorgan Chase und Wells Fargo zählt sie zu den vier größten Banken der USA.

Staaten werden sich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen

Abseits des eigenen Geschäftes malte Corbat dennoch ein düsteres Zukunftsszenario für Bitcoin. Einerseits seien gerade westliche Regulatoren versucht, Kryptowährungen unbeeinflusst wachsen zu lassen und Potentiale abzuschöpfen. Aufgrund des Risikos, dass sich dieser als möglicher wirtschaftlicher Störfaktor etwa im Bereich Geldwäsche entpuppen könnte, würden sich Staaten andererseits die Butter nicht vom Brot nehmen lassen.

Deshalb glaube er nicht, dass Staaten den Einfluss anderer außerstaatlicher Akteure etwa im Bereich Steuern auf die leichte Schulter nähmen.

„Es ist wahrscheinlich, dass wir Zeuge werden, wie Regierungen ihre eigenen digitalen Währungen einführen,“

gibt sich Corbat stattdessen im Interview überzeugt.

Kein Schuss ins Blaue

Der Blick auf die Nachrichten zeigt, Corbats Prognosen sind kein Schuss ins Blaue. Denn empfundene Risiken und mangelnde staatliche Handhabe haben die Gedanken von Regulatoren bereits in mehreren Ländern beflügelt und zur Geburt eigener digitaler Währungsalternativen geführt.

Wie BTC-ECHO im Oktober berichtete, plant Medienberichten zufolge etwa die Regierung Dubais eine eigene staatliche Kryptowährungen unter dem Namen emCash.

Ebenso hatte Russlands Präsident Vladimir Putin die Herausgabe eines staatlich kontrollierten Krypto-Rubel im Oktober bekannt gemacht.

Schließlich ist auch unter den EU-Mitgliedsstaaten der Gedanke staatlicher Kryptowährungen kein neuer. Wie BTC-ECHO ebenfalls berichtete, hatte im August der Direktor des estnischen e-Residency-Programms, Kaspar Korjus, vorgeschlagen, einen estcoin als digitale Nationalwährung zu verwenden. Dem stieß jedoch heftiger Gegenwind vonseiten des EZB-Präsidenten Mario Draghi entgegen.

Zumindest mit Blick auf die westliche Hemisphäre und Europa bleiben entsprechende Vorstöße damit noch der Vorstellung vorbehalten.

BTC-ECHO

Über David Barkhausen

David BarkhausenDavid Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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