China: Mit der Blockchain zur „Traumstadt“

Tanja Giese

von Tanja Giese

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Tanja Giese

Tanja Giese hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie in Potsdam studiert. Mit Leidenschaft lektoriert sie die BTC-ECHO-Artikel und konzentriert sich in ihren eigenen Artikeln vor allem auf die gesellschaftlichen Auswirkungen und den Umgang der Politik mit den Veränderungen, die der Vormarsch der Kryptowährungen fordert.

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Quelle: big cityon the rock in the sky via Shutterstock

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Die Städteentwicklung Chinas ist in den letzten drei Jahrzenten explodiert. Derzeit plant die chinesische Regierung schon die nächste „Megastadt“ – mit Hilfe der Blockchain-Technologie. Dabei unterstützen soll das Blockchain-Unternehmen ConsenSys.

China befindet sich in der Mitte des größten Urbanisierungsprozesses der Menschheitsgeschichte. Die Städte Shenzhen und Pudong Shanghai sind zwei Beispiele für diesen rasanten Städtewachstum. Zwischen 1980 und 2010 konnte Shenzhen den schnellsten Wachstum einer Stadt in der Menschheitsgeschichte vorweisen. Derzeit beherbergt sie nahezu 12,5 Millionen Einwohner – 2000 waren es noch 6,5 Millionen. Pudong hat sich seit 1990 von einer Fläche für Gemüse- und Reisfelder zu einer Sonderwirtschaftszone mit fast zwei Millionen Einwohnern entwickelt. Beide Städte sind die Resultate der Bemühungen des damaligen chinesischen Staatsoberhauptes Deng Xiaoping, die nationale Reform und die Öffnung für die Welt voranzutreiben und heute wichtige globale Finanz- und Geschäftszentren.

Eine neu erschaffene „Traumstadt“

Nun will sich der derzeitige chinesische Präsident Xi Jinping mit der „Traumstadt“ Xiong’an ein eigenes städtisches Denkmal setzen. Die Planung solle laut Xi den Prinzipien „Weltvision, internationale Standards, chinesische Eigenschaften und hohe Ziele“ folgen – eine Megastadt mit „chinesischen Merkmalen“. Allerdings soll sein Städteprojekt dank eines langfristigen Plans, der bis ins Jahr 2050 hineinreicht, noch größer und innovativer werden als das Dengs. Um dieses Vorhaben so lange wie möglich begleiten zu können, hat Xi gar die chinesische Verfassung geändert. Denn die Aufhebung der Beschränkung der Präsidentschaft auf zwei Jahre war notwendig, um nicht vorzeitig 2023 die Macht abtreten zu müssen.

Für die Errichtung von Xiong’an wählte Xi ein unterentwickeltes Gebiet, das zentral zwischen Peking, Tianjing und Shijiazhuang, der Hauptstadt der Provinz Hebei, liegt. Xiong’an zeichnet sich dadurch aus, eins der seltenen riesigen Wassergebiete in Nordchina zu sein. Dieses erhöhte Wasservorkommen soll die Vision eines grünen, ökologischen Lebensbereiches realisieren. Bis 2035 will Xi die grundlegende Konstruktion abgeschlossen haben. An deren Ende wird eine hochmoderne sozialistische, kohlenstoffarme und einflussreiche Smart City stehen. Wie die chinesische Regierung bereits im April dieses Jahres bekannt gab, wird die Stadt bereits 15 Jahre später als wichtige Säule der Peking-Tianjin-Hebei-Stadtregion abgeschlossen sein. Bis dahin soll die Bevölkerungsdichte 10.000 Einwohner pro Quadratkilometer betragen.

Partnerschaft mit ConsenSys


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Xiong’an soll als Pionierstadt in Chinas Modernisierungsstrategie Geschichte schreiben. Entsprechend hat man hierfür auch innovative Lösungen für Planung und Bau der neuen Stadt zu Rate gezogen. So gaben die chinesische Regierung und das Blockchain-Unternehmen ConsenSys am 23. Juli ihre Partnerschaft bekannt. Dabei betonte Joseph Lubin, Gründer von ConsenSys und Mitbegründer von Ethereum:

„Als eines unserer ersten großen Projekte in der Volksrepublik China freuen wir uns, mitzuhelfen, die vielen Anwendungsfälle zu definieren, die von der durch die Ethereum-Technologie ermöglichten vertrauensvollen Infrastruktur profitieren könnten.“

Details über die Partnerschaft oder mögliche Anwendungsfälle wurden nicht bekannt gegeben. ConsenSys verkündete allerdings, dass beide Seiten „Vereinbarungen mit verschiedenen Aspekten dieser innovativen vielschichtigen Initiative treffen und Xiong’an als Smart City der nächsten Generation und als führendes Blockchain-Innovationszentrum etablieren werden.“

Erst kürzlich berichtete BTC-ECHO über ein ähnliches Vorhaben, die Blockchain-Technologie für die Entwicklung einer chinesischen Stadt zu nutzen. Gemeinsam mit Frankreich sollen dabei umweltfreundliche Blockchain-Wolkenkratzer entstehen. Besonders spannend an diesen Projekten ist neben der zahlreichen neuen Möglichkeiten der Technologie die Haltung Chinas. Seit September 2017 sind der Handel mit Kryptowährungen und ICOs verboten. Aber der Einsatz der dahinter liegenden Technologie scheint im Land geradezu zu boomen.

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