BREAKING: Probleme bei Bitcoin Debitkarten – was steckt dahinter?

Seit gestern Abend berichten verschiedene Seiten, dass es Probleme bei den Zahlungen mit Bitcoin Debitkarten wie Bitwala, TenX, Mobi Probleme auftreten – was dahinter steckt.



Bitcoin Debitkarten erfreuen sich einer großer Beliebtheit, ist mit diesen doch eine einfache Verwendung als Zahlungsmittel an jeder Debitkarten akzeptierenden Stelle möglich. Entsprechend finden Karten verschiedener Anbieter wie Bitwala, TenX, BitPay unter Leuten, die in Bitcoin nicht nur einen Store of Value, sondern ein wirkliches Zahlungsmittel sehen, große Akzeptanz.

Damit derartige Debitkarten wie andere Karten verwendet werden können, müssen die Anbieter derselben mit Kreditkarten-Dienstleistern zusammenarbeiten. VISA und MasterCard sind dabei die zwei größten Unternehmen, weshalb sich Kooperationen mit diesen anbieten.

Natürlich führt das zu einer Abhängigkeit von diesen Dienstleistern seitens der Unternehmen hinter den Bitcoin Debitkarten. Diese Abhängigkeit hat sich nun zu einem großen Problem entwickelt, so hat Bitwala gegenüber BTC-ECHO ein Statement abgegeben:

“Die heutige Entscheidung von Visa ist ein klares Zeichen, dass traditionelle Finanzdienstleister nicht daran interessiert sind, zum Wachstum der Krypto-Industrie und der Krypto-Wirtschaft beizutragen. Im Moment sind unsere Kunden unsere oberste Priorität und wir arbeiten daran, den betroffenen Nutzern zu helfen.”

Doch Bitwala ist mit diesen Problemen nicht alleine: Auch TenX scheint betroffen zu sein. Heute Morgen schrieben sie, dass Zahlungen mit der TenX-Karte aktuell nicht möglich sind. Sie berufen sich dabei auf Gespräche mit ihrer emittierenden Bank WaveCrest, die für die europäischen Bitcoin Debitkarten zuständig ist. In einem jüngsten Announcement hat Julian Hosp, CEO von TenX erklärt, dass Visa WaveCrest die Lizenz zur Aktivierung der Karten entzogen hat. Dramatisch soll dieses Problem jedoch nicht sein; schließlich hielt TenX schon länger nach einer neuen emittierenden Bank Ausschau. Alles in allem sieht es nach einem Problem aus, dass sich zwischen Visa und WaveCrest abspielt. Inwiefern die Involvierung von Kryptowährungen eine Rolle spielt, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht zweifelsfrei beurteilt werden.

BitPay hat ein längeres Statement verfasst, nach dem die BitPay Card außerhalb der Vereinigten Staaten nicht genutzt werden kann. Auch BitPay führt die Probleme auf den Anbieter WaveCrest zurück, der von Visa die Anordnung bekommen hat, alle Visa Debit Accounts zu stoppen. Der amerikanische Bitcoin Debitkarten-Anbieter schließt sein Announcement jedoch hoffnungsvoll ab:

“We expect to be back in your country soon. As part of our commitment to BitPay Card users, we will send you an email when the BitPay Card becomes available in your country again.”

Nachtrag: Der BTC-ECHO-Redaktion liegt inzwischen ein Kommentar seitens der Pressestelle VISA Deutschland vor:

“Die Entscheidung von Visa bezieht sich ausschließlich auf WaveCrest, keinesfalls auf die gesamte Krypto-Industrie bzw. Krypto-Wirtschaft. Wir können bestätigen, dass der Lizenzvertrag von Visa mit WaveCrest beendet wird und alle Visa Kartenprogramme von WaveCrest eingestellt werden. Visa ist der Sicherheit seines Bezahlsystems verpflichtet. Die Einhaltung der Visa Regeln ist für die Gewährleistung der Sicherheit und Integrität des Visa Zahlungssystems von entscheidender Bedeutung. Die Kartenprogramme unserer Emittenten müssen unseren Lizenzbestimmungen sowie allen geltenden Gesetzen entsprechen.”

BTC-ECHO

Über Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp GieseDr. Philipp Giese arbeitet als Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Zudem engagiert er sich aktiv für die Krypto-Community – sowohl online als zentraler Ansprechpartner im Slack-Channel von BTC-ECHO als auch offline als Speaker und Interviewer pflegt er stets den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären. Der promovierte Physiker kann auf jahrelange Berufserfahrung als Projektleiter und technologischer Berater zurückgreifen. Philipp begeistert sich dabei seit vielen Jahren nicht nur für die technologische Dimension von Kryptowährungen, sondern auch für die dahinterliegende sozioökonomische Vision.

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