SegWit Aktivierung: Was sollte man beachten?

Aktuell herrscht in der Bitcoin-Community eine gewisse Anspannung und Unsicherheit darüber, wie das Netzwerk in den kommenden Wochen über Bitcoin entscheiden wird.



Die Community steuert geradewegs auf eine signifikante Veränderung im Bitcoin-System und einer zumindest vorläufigen Lösung der Bitcoin-Skalierungsdebatte zu. SegWit2x und SegWit haben Emergent Consensus schon lange abgehängt. SegWit2x steht aktuellen CoinDance-Zahlen zufolge bei 83,9%, SegWit bei 45,6% und Emergent Consensus erhält aktuell einen Support von 39,3%.

Beide Proposals, sowohl SegWit (BIP141) als auch SegWit2x zielen auf eine Aktivierung von SegWit im Bitcoin-Netzwerk ab.

Angespannte Stimmung

Die Auswirkungen der SegWit UASF (User Activated Softfork) zum 01. August könnten jedoch durchaus weitreichender sein, als „nur“ die Effizienzsteigerung des Bitcoin-Netzwerks.

Mit Inkrafttreten der UASF zum 1. August könnte sich das Bitcoin-Netzwerk teilen. Ab dem Datum wird Großteil der Node-Betreiber die SegWit UASF aktivieren und somit alle Blöcke abweisen, die keinen SegWit-Support signalisieren. Sollten also die Mehrheit der Miner bis zum 01. August keinen SegWit-Support durch BIP148 signalisieren, würde sich die Bitcoin-Blockchain aufspalten. Dann gäbe es zwei unterschiedliche Bitcoins.

Die gute Nachricht: Jeder Bitcoin würde im Fall einer Splittung der Blockchain auf beide Blockchains kopiert werden. Wenn ihr im Besitz der Private-Keys seid, besitzt ihr zunächst beide Coins. X Coins A und X Coins B.

Die Schlechte Nachricht: So eine Spaltung kann sich für die Nutzer, je nachdem wie sich die einzelnen Online-Börsen und Wallet-Anbieter auf eine solch mögliches Szenario vorbereitet haben, zu einem Problem entwickeln. Man sollte sich also auch selbst vorbereiten.

Was sollte man beachten?

Grundsätzlich gilt, wie eigentlich sonst auch, sollte man sollte im Besitz der Private-Keys sein. Mit den Keys hat man immer die volle Kontrolle über seine Bitcoins. Ein Hardware-Wallet- von Ledger wäre z.B. eine Möglichkeit, in Besitz seiner privaten Keys Keys zu gelangen, die dann auf dem Hardware Wallet und auf keiner Online-Börse gespeichert sind. Wer seine Coins auf einer Online-Börse liegen hat, ist nicht im Besitz seiner private Keys und besitzt somit nicht die volle Kontrolle! Da die Hardware-Wallets aktuell aufgrund der hohen Nachfrage jedoch stark vergiffen sind, kann man auch zu einem Paper-Wallet greifen.

Außerdem sollte man, und das gilt für jegliche Investments die risikobehaftet sind, nur so viel Geld investieren, wie man verkraften kann zu verlieren.

Und ganz wichtig: Ruhe bewahren. Auch wenn es aktuell als ziemlich unwahrscheinlich erscheint, dass das Netzwerk direkt mittels einem Hard-Fork gespalten wird, stellt es ein mögliches Szenario dar.

Im Großen und Ganzen kann die Aktivierung von SegWit als großer Meilenstein angesehen werden. Auch wenn hier die Meinungen auseinander gehen bewegt sich etwas, denn die aktuellen Transaktionsgebühren und Transaktionszeiten dürfen nicht zum Dauerzustand werden.

BTC-ECHO

Über Mark Preuss

Mark Preuss ist Gründer und Geschäftsführer von BTC-ECHO.
Nach seinem Wirtschaftsstudium in den Niederlanden und in China führten ihn verschiedene berufliche Stationen im Finanzwesen zunächst in die Schweiz und schließlich nach Düsseldorf. Schon früh begeisterte er sich für digitale Währungen und die Blockchain-Technologie. In Ermangelung einer Anlaufstelle im deutschsprachigen Raum entschied sich Mark schließlich Ende 2013 dazu, mit BTC-ECHO eine eigene Medienplattform zu digitalen Währungen und Blockchain ins Leben zu rufen. Seither hat er BTC-ECHO zur reichweitenstärksten deutschsprachigen Plattform für Kryptowährungen entwickelt.

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