Bitcoin, Lightning, Liquid und eine Prise Tether

Max Halder

von Max Halder

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Max Halder

Max Halder kaufte 2011 seinen ersten Bitcoin. Er studierte Chemie und Pharmakologie an der Universität Regensburg und graduierte 2016 mit einem Master of Science. Seither setzt er sich als Pädagoge und freiberuflicher Dozent in einer Suchtklinik und in Förderzentren für Aufklärung und Bildung ein.

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Bitcoin Lightning

Quelle: Shutterstock

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Das Liquid Network aus dem Hause Blockstream hat einen weiteren Meilenstein erreicht. Nach der Derivatisierung von Bitcoin zu L-BTC folgte nun auch die von Tether (USDT) zu L-USDT. Seit gestern, dem 29. Juli, ist der L-USDT auch auf Bitfinex gelistet. Ein roter Faden von 2009 bis 2019.

Zugegeben: Es ist nicht immer einfach, bei all den Kooperationen von Blockchain-Unternehmen, den vielen Token und Börsen und der Überlagerung von Main- und Sidechains den Überblick zu behalten. Allein die Grundlagen von Bitcoin zu begreifen, stellt einige Herausforderungen an die Wissbegierigen. Doch auf Bitcoin folgten unzählige andere Währungen, manche davon mit eigener Blockchain, andere lediglich durch eine Fork, sprich durch eine Abzweigung der Hauptkette.

Bitcoin Lightning und die Skalierungsdebatte

Irgendwann wurde der Speicher auf den Blockchains zu eng, schließlich nimmt jede Transaktion einen gewissen Speicher ein. Die Skalierungsdebatte war eröffnet. Mit SegWit wurde bei Bitcoin und Litecoin eine Second-Layer-Lösung gefunden. So konnten mehr Transaktionen pro Zeiteinheit untergebracht werden.

Doch auch diese Lösung platzte aus allen Nähten. Das Lightning Network war geboren und verspricht bis heute, die Skalierungsproblematik in den Griff zu bekommen.

Liquid Network


Das im September 2018 lancierte Liquid Network aus dem Hause Blockstream kann man als Netzwerk verstehen, das nicht nur wie das Lightning Network mit der Bitcoin Blockchain verknüpft ist, sondern nun auch mit der Blockchain von Tether.

Die Implementierung von Tether macht das Liquid Network um Längen nützlicher,

so Samson Mow, CSO bei Blockstream.

Zudem bietet es die Möglichkeit, sich mit beliebigen anderen Blockchains zu verbinden. Es kann daher als Internet, sprich als Netz zwischen allen möglichen Blockchains begriffen werden. In dieses Netzwerk lassen sich nicht nur Bitcoin einspeisen und so als Liquid-BTC (kurz: L-BTC) handeln, sondern laut eines Beitrags auf bitcoinmagazine.com nun auch USDT. Das Produkt dieser Einspeisung lautet dann Liquid-USDT, kurz: L-USDT.

Bitcoin-Standard und Derivate

Blockstream verspricht, für jeden L-BTC und jeden L-USDT auf Liquid einen BTC bzw. einen USDT eingespeist zu haben.

Warum das Ganze? Die L-BTC sollen schneller und günstiger transferiert werden können als die „normalen“ BTC. Faktisch würde BTC damit mehr die Rolle als Bitcoin Standard zukommen. Der Vergleich zum historisch Gold gedeckten US-Dollar liegt nahe. Man kann also die Liquid-Coins und -Token als Derivate der jeweiligen Coins und Token verstehen.

Wie aus einer Pressemitteilung bekannt wurde, ist der Handel mit L-USDT auf Bitfinex eröffnet worden. Doch damit nicht genug, die Derivate L-BTC und L-USDT sollen bald auch auf anderen Börsen gehandelt werden können. Hierzu Samson Mow:

Eine ganze Reihe anderer Partner von Liquid arbeitet an der Implementierung von Liquid-USDT, darunter BTSE, BTCTrader/BtcTurk, OKEx, OKCoin, RenrenBit und Sideshift AI.

Atomic Swaps sind abgehakt – Lightning ausstehend

Wie zielstrebig Blockstream ist, sah man zuletzt an den Plänen, Atomic Swaps und das Lightning Network selbst mit dem hauseigenen Liquid Network kompatibel zu machen. Laut der Pressemitteilung sei zumindest einer der beiden Pläne bereits in die Tat umgesetzt worden:

Zusammen mit den letzten Entwicklungen im Liquid-Ökosystem, können User nun ein paar wirklich schicke Dinge machen, so zum Beispiel OTC Atomic Swaps, unbegrenzt schnelle Arbitrage zwischen Börsen und auch die treuhänderische Verwahrung von Tether mit der [Multi-Signature-Wallet] Blockstream Green,

so Mow weiter. Nach der ganzen negativen Presse um Tether könnte die Zusammenarbeit mit Blockstream und damit mit einigen Bitcoin-Core-Entwicklern zu einem Richtungswechsel führen. Eines kann man jedoch festhalten: Für mehr Übersicht und Transparenz sorgt dieses Zwischennetz der Blockchains nicht.


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