Bitcoin-Kurs um mehr als 10 Prozent eingebrochen! Was sind die Gründe?

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Quelle: Close-up of young person rafting on the river, extreme and fun sport at tourist attraction via Shutterstock

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Am 10. Juni gab es einen großen Sell Off, der das Marktkapital um 14 Prozent fallen ließ. Der Bitcoin-Kurs selbst verlor 11 Prozent, während ein Großteil der Kryptowährungen noch mehr verlor. Was bedeutet diese Kursänderung für die Zukunft? 

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Tanja Giese

In den letzten zwei Wochen hat der Kurs sich primär seitwärts bewegt. Diese Seitwärtsbewegung kulminiert im Augenblick in einem roten Sonntag:


Innerhalb dieses Tags verlor der Bitcoin-Kurs satte 11 Prozent. An einem einzelnen Tag verlor Bitcoin so viel wie das letzte Mal Anfang April. Wie so häufig verhält sich ein Großteil der Altcoins ähnlich zu Bitcoin: Wenn Bitcoin fällt, fallen auch die anderen Kryptowährungen.

Was sind Gründe für den Sturz des Bitcoin-Kurses?

Viele fragen nach dem Grund für diesen Kurssturz. Verschiedene Dinge werden angeführt. Manche Quellen machen den Hack der südkoreanischen Exchange Coinrail verantwortlich. Da Coinrail jedoch eine eher kleine Börse ist, kann das kaum der Grund sein.

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Deutlich wahrscheinlicher ist ein Zusammenhang mit den von der CFTC ausgeführten Anhörungen. Die amerikanische Behörde erbat schon seit Längerem Daten zum Handelsverhalten auf den Börsen Bitstamp, Coinbase, Itbit und Kraken. Diesem kamen die Börsen bisher nicht nach, weshalb CFTC sie nun zu Anhörungen vorlud.

Besonders dramatisch waren News um den Transfer einer großen Summe an Bitcoin an die Börse Huobi. Ein Wal hat in den letzten Monaten 94.000 BTC in einer Adresse akkumuliert und nun 8.000 BTC davon auf die Börse geschoben. Derartig große Summen über eine Exchange zu verkaufen, ist unüblich, eher geschieht das über Over-the-Counter-Geschäfte.

Schließlich ist das Handelsvolumen seit Mitte März konstant am Fallen. Ohne ein wirkliches Handelsvolumen können Wale den Kurs besser manipulieren – was, wie man sah, auch geschah. Mit dem Dump ist das Volumen wieder gestiegen, prinzipiell auf allen Exchanges:

Interessant in diesem Zuammenhang ist zu betrachten, auf welchen Exchanges das Handelsvolumen im Zusammenhang mit dem aktuellen Drop gestiegen ist:

Auch wenn das Handelsvolumen in allen betrachteten Börsen anstieg, fällt vor allem Bitfinex auf. Im Kontrast dazu haben Bit-x und hitbtc an relativem Handelsvolumen stark verloren. Bitfinex ist durch die Liaison mit Tether ein Begriff. Tether selbst wird von verschiedenen Kritikern als Damoklesschwert über Bitcoin betrachtet – BTC-ECHO hat auch darüber berichtet. Hier fehlen noch weitere Daten, um dem genauer auf den Grund zu gehen. Aber sicherlich ist es weiterhin sinnvoll, das Volumen auf dieser und anderer Börsen zu beobachten. Demnächst könnte, wie weiter oben betrachtet, Huobi interessant werden.

Wie geht es für den Bitcoin-Kurs weiter?

Kursprognosen sind nie zu hundert Prozent sicher. Was auf jeden Fall auffällt, ist, dass der aktuellen Dump den Kurs unter das seit Februar verfolgte Triangle Pattern sinken ließ:

Zwar ist noch abzuwarten, ob es heute oder morgen noch einen dramatischen Rebound gibt, aber aktuell kann man sagen, dass der Bitcoin-Kurs das seit Februar bestehende Triangle Pattern negativ verlassen hat.

Was bedeutet das nun langfristig für den Bitcoin-Kurs? Geringere Trendlinien werden wahrscheinlich in nächster Zeit getestet werden, als erstes die Minima von Anfang April und von Anfang März.

Im Februar habe ich auch über die Möglichkeit eines anhaltenden Winters geschrieben. Kurstechnisch steht dieser auch weiterhin an. Wenn man den Kurs im Wochenchart mit dem gleitenden Mittelwert über 200 Wochen vergleicht, befinden wir uns weiterhin unter demselben:

Mehr noch: Der RSI ist stark gefallen und der MACD ist ins Negative abgerutscht. So ungern man es hört: Es erinnert an die Zeit nach 2014.

Ein fallender Bitcoin-Kurs ist nicht das Ende!

Doch wie es im verlinkten Artikel und in einem späteren betont wurde: Bitcoin lebt nicht nur vom aktuellen Kurs! Die Vision eines dezentralen Geldsystems ist weiterhin brandaktuell. Das Lightning Network nimmt immer mehr Gestalt an – erst vor Kurzem kam es zu einem weiteren Atomic Swap zwischen Litecoin und Bitcoin. Neue Projekte wie EOS haben (mit allen dazugehörigen Schwierigkeiten) ihr Mainnet nun gestartet. Insgesamt ist der Kryptowährungssektor spannender denn je!

Und das Wichtigste: Kryptowährungen funktionieren! So spannend Traden und Langzeit-Investments sind und so sehr das auch eine Rolle spielt, ist es Zeit, dass nicht die Schlagwörter HODL und BTFD unsere Community ausmachen, sondern wir anfangen, Bitcoin und andere Kryptowährungen wirklich zu nutzen!

BTC-ECHO

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