Bitcoin, Bitcoin: Keine Terrorwährung mehr – Die Lage am Mittwoch

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Bitcoin: Keine Terrorwährung mehr – Die Lage am Mittwoch

Bitcoin knackte jüngst die 18-Millionen-Marke. Der Bitcoin-Kursverlauf pendelt indes relativ stabil zwischen der 8.000- und der 8.500-US-Dollar-Marke. Ein Blick ins Ökosystem verrät: Die Kryptowährung legt ihren schlechten Ruf als Terror- und Geldwäschewährung langsam ab. Die Lage am Mittwoch.

Am 21. Oktober erblickte Bitcoin Nummer 18.000.000 das Licht der Blockchain. Damit fehlen noch 3 Millionen Einheiten BTC, bis auch der letzte Coin gemint ist. Die stetige Verknappung an Nachschub durch neue Coins ist in der Grundstruktur, im Blockchain-Protokoll festgelegt. Die Belohnung, die Miner für das „Schürfen“ neuer Blöcke bekommen, halbiert sich in regelmäßigen Abständen; in der Krypto-Szene spricht man vom „Halving“.

Damit steht die Idee hinter der größten Kryptowährung konträr zu denen der Staatswährungen US-Dollar, Euro und Konsorten. Sie ist deflationär angelegt, irgendwann ist schlichtweg Schluss. Dazu ist Bitcoin dezentral. Während Banken in der Lage sind, den Nachschub an neuen Währungen selbstständig zu erhöhen, ist das bei der Kryptowährung nicht möglich.

Das zog bisweilen freiheitsliebende Freaks gleichermaßen an wie profitorientierte Spekulanten. Die vermeintliche Anonymität der Kryptowährung übte auch auf kriminelle Kreise eine starke Anziehungskraft aus. Spätestens seit Aushebung des Online-Schwarzmarkts Silk Road galt Bitcoin als schmierige Untergrundwährung, mit der obendrein Geldwäsche und die Finanzierung von Terror möglich wird. Ist diese Erzählung noch haltbar?

Bundesfinanzministerium gibt Entwarnung

Am 21. Oktober veröffentlichte das Bundesfinanzministerium seine „Erste Nationale Risikoanalyse 2018/2019“. Darin ging es unter anderem um das Schauermärchen, das sich seit jeher um die Bitcoin-Erzählung windet: Geldwäsche und Terrorfinanzierung. Die Einsicht der Bundesbehörde war, was Krypto-Jünger seit Langem predigen: Bitcoin ist kaum relevant für Geldwäsche und erst recht nicht für die Finanzierung von Terrorismus. Relevanter seien hier private Kryptowährungen wie Monero (XMR) und ZCash (ZEC). Doch ungeschlagen, sowohl in Fragen der Geldwäsche als auch des Terrors ist ein alter Bekannter: das Bargeld.

Dank Bitcoin? Behörden sprengen Pädophilen-Ring


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Behörden gelang es in der vergangenen Woche, einen im Darknet aktiven Kinderpornographie-Ring zu springen. Nach Angaben der US-Steuerbehörde IRS handelte es sich dabei um die nach Volumen größte Ansammlung an Videomaterial mit kinderpornographischen Inhalten – ein Netzwerk des Missbrauchs. Die Bezahlung zwischen den Teilnehmern erfolgte dabei offenbar mit Bitcoin.

Die einen behaupten: Die Kryptowährung ermöglichte einen Pädophilen-Ring im Darknet. Die anderen behaupten: Nur dank Bitcoin konnte man das Desaster aufdecken. Wie es wirklich war? Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen. Eins steht aber fest und hier müssen die Behörden eingestehen: Das Narrativ der Terrorwährung löst sich auf.

Bitcoin zum Daddeln: BTC trifft auf Fortnite

Spielerisch geht es indes bei Lightnite zu. Das geplante Bitcoin Game bietet Spielern die Möglichkeit, BTC zu verdienen, indem sie Gegner abschießen. Passiert ihnen selbiges, verlieren sie kleine Einheiten der Kryptowährung. Dadurch präsentiert das Spiel einen vielversprechenden Anwendungsfall für BTC: Mikrotransaktionen. Über das Lightning-Netzwerk wickelt das Spiel Transaktionen im Kleinstbereich ab und umgeht damit langwierige Bestätigungsprozesse auf der Blockchain selbst. Dafür bedarf es allerdings einer gewissen Vorarbeit. Spieler benötigen zunächst eine Lightning-kompatible Wallet und müssen diese mit einem geringen Betrag an Bitcoin füllen. Vor dem Spielstart muss man dann noch eine Gebühr entrichten – falls man das Spiel überlebt, bekommt man sie zurück.

Bitcoin, wohin geht die Reise?

Der kleine Überblick mag es gezeigt haben: Die größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung bewegt sich weg von der alten Wahrnehmung als Terror- und Darknet-Währung und entpuppt sich langsam als… was genau?

Die Erzählung des digitalen Goldes steht hier nach wie vor hoch im Kurs. Sich mit Bitcoin gegen das bröckelnde Rentensystem abzusichern, gilt einigen digitalen Jüngern als verheißungsvoll. Gerade die Cost-Average-Methode verspricht hier gute Profite: regelmäßig Fiatgeld in Satoshis umwandeln und damit BTC sparen und auf einen steigenden Bitcoin-Kurs hoffen. Absicherung gibt es dabei allerdings keine.

In eine ähnliche Richtung geht außerdem das Narrativ der Fluchtwährung und die Möglichkeit zur Absicherung gegen politisch-ökonomische Krisen. In Schwellenländern verwenden Bürger zunehmend Kryptowährungen, um sich vor Staatsverschuldung und Inflation zu schützen.

Schließlich bleibt die Verwendung als Spekulationsobjekt – wie es das Bundesfinanzministerium auch in seinem Bericht bestätigt, ist die Kryptowährung für optimistische Wetten auf künftige Kurse höchst interessant.

All diesen Anwendungsfällen ist eines gemeinsam: von Terror keine Spur.

Was man sonst noch wissen sollte

Im Vereinigten Königreich rückt der EU-Austritt näher: Was der Brexit für den Bitcoin-Kurs bedeutet. Auf der Lightning Conference kündigte Smartphone-Hersteller HTC indessen ein neues Modell mit einem Netzwerkknoten für BTC an. Zwischenzeitlich versucht sich Ripple, gegen Manipulationsvorwürfe bezüglich des XRP-Kurses zu wehren. Unterdessen outete sich der Libra-Chef als Bitcoin-Fan, während Hacker den Tor Browser für Krypto-Beutezüge ausnutzen.

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