Zwangsliquidierung bei OKEx: Müssen jetzt alle bezahlen?

Tobias Schmidt

von Tobias Schmidt

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Tobias Schmidt

Tobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Fachgebiet im Krypto-Bereich sind die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

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Quelle: Bitcoin BTC on stack of cryptocurrencies with blue OKEx exchange logo in background. The cryptocurrency coin is golden and in focus. Copenhagen / Denmark - 07 13 2018 via shutterstock

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Auf der Exchange OKEx kam es am 31. Juli zu einer Zwangsliquidierung einer Bitcoin-Long-Position im Wert von 460 Millionen US-Dollar. OKEx war jedoch nur dazu in der Lage, 40 Millionen davon auch wirklich zu liquidieren, die restlichen 420 Millionen sind zur Zeit immer noch offen. Jetzt äußert sich der Support von OKEx zu Bedenken, dass die Summe sozialisiert werden könnte.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Christopher Klee

Auf der Exchange OKEx hat ein Trader eine Long-Position mit einer extrem hohen Summe eingenommen. So hat er einen Einsatz von 950 Bitcoin, beim aktuellen Bitcoin-Kurs etwas über 7 Millionen US-Dollar, bis auf einen Gesamtwert von 460 Millionen US-Dollar gehebelt. Dabei rechnete er allerdings nicht mit einem Sturz, wie ihn der Bitcoin just am 31. Juli hinlegte. So fiel der Wert der Bitcoin-Kontrakte um mehr als die vom Trader bereitgestellte Summe, der Hebel brach in sich zusammen.

Nun muss die Exchange OKEx nicht nur den Wert der 950 Bitcoin zwangsliquidieren, sondern die gesamten 460 Millionen US-Dollar, die bewegt wurden. Das Problem dabei: OKEx ist es bisher nur gelungen, rund 40 Millionen US-Dollar aufzubringen. Der Insurance Fund der Exchange, der eigentlich dazu da ist, das System im Zweifel aufzufangen, umfasst nämlich lediglich 10 Bitcoin.

Das hat OKEx nun vor


Am Freitag den 03.08. meldete sich OKEx über die Support-Plattform schließlich zu Wort. Darin legt das Team dar, wie es nun mit der Situation umgehen möchte. Angesichts der Größe der zu liquidierenden Long-Position sieht man sich gezwungen, den Societal Loss Risk Management Mechanism auszulösen – ein Mechanismus zur Vergemeinschaftung der Haftung.

„Wenn der Insurance Fund die gesamten Margin-Call-Verluste nicht decken kann, tritt ein vollständiger Clawback auf. Diesem unterliegen nur Nutzer, die in allen drei Kontrakten einen Nettogewinn erzielen. Wir werden einen Teil des Gewinns in gleichem Prozentsatz von allen gekauften Händlern nehmen, um die Differenz zwischen dem liquidierten Preis und dem festgesetzten Preis zu decken.“,

heißt es dazu auf der Seite.

OKEx gibt zudem an, dass man stets versuche, Clawbacks zu vermeiden. Stattdessen wolle man das generelle, nicht-vergemeinschaftende Risiko-Management verbessern. Zu den genannten Maßnahmen zählen unter anderem die Einführung von Preislimit-Regeln, frühzeitiges Zwangsliquidationssysteme und Auftragspreisanpassungen. Zudem wird der Insurance Fund auf 2500 BTC aus dem eigenem Kapitalstock der Börse aufgefüllt.

Im Verlauf des Augusts möchte man zudem ein paar Entwicklungen auf der Plattform beschleunigen. So soll am 4. August eine Anti-Manipulations-Policy verkündet werden. Ein abgestuftes Margin System und ein verbesserter Prozess der Zwangsliquidierung soll Ende August folgen. Auch die Nutzung des Insurance Funds will man ausgebauen. Damit möchte man ähnlich schlechte Erfahrungen wie die aktuelle zukünftig verhindern.

BTC-ECHO


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