What the Fork! Das Nachbeben der Monero Hard Fork

Quelle: Golden monero coin in fire flame, water splashes and lightning. Monero blockchain hard fork concept. Cryptocurrency symbol in storm with peer to peer network polygon background. via Shutterstock

What the Fork! Das Nachbeben der Monero Hard Fork

Das Monero-Netzwerk durchging am 6. April eine Hard Fork. Wie bereits berichtet, enthielt dieses Upgrade auch eine Veränderung des Proof-of-Work-Algorithmus. Ziel der Änderung war es die angekündigten ASIC-Miner „kaputt zu machen“. Jetzt nach der Fork lässt sich erkennen, wie viel Hashrate verlorengegangen ist - und gewisse Schlüsse lassen sich ziehen. Außerdem existieren nun fünf (!) verschiedene Monero-Versionen - wie soll man sich da zurecht finden?

Die Hashrate fiel dramatisch nach der Fork

Gut 85 % der Hashing Power verabschiedeten sich bei der Änderung im Proof-of-Work-Algorithmus – Was heißt das genau für das Netzwerk?

Blicken wir zuerst auf den Graphen. Es lässt sich ablesen, dass die Hashrate auf ein Niveau von August 2017 (ca. 150 MH/s) zurück gefallen ist. Hat sich damals schon der erste ASIC- ans Netz angeschlossen – der Prototyp? Im Quartal 4 von 2017 dann eine regelrechte Explosion in der Netzwerk-Hashrate. Schnell verdoppelt sich die Rate immer wieder. Woran kann das liegen? Haben wir es hier schon mit ASICs zu tun gehabt?

Wir wissen, dass Monero ein bliebter Coin für Botnetz-Mining ist. Immer wieder stand die anonyme Kryptowährung dafür auch bei uns in den Schlagzeilen. Im Zuge der Fork mussten die XMR-Miner ihre Software updaten. Es ist wahrscheinlich, dass die Bot-Netze dieses Update erst mit der nächsten Zeit machen werden. Mittlerweile ist die Hashrate auch von 150 MH/s auf knapp 450 MH/s gewachsen – Anzeichen der ersten Bot-Miner.

Das Sturz der Hashrate deutet unmittelbar auf einen anderen Umstand hin: ASICs waren bereits aktiv. Versetzen wir uns in die Rolle des ASIC-Miner-Hersteller Bitmain. Da forscht man an einem ASIC für eine bestimmte Kryptowährung, und endlich gelingt das Unterfangen. Spieltheoretisch ergibt es Sinn, die Innovation erstmal geheim zu halten und den „unfairen“ Vorteil für sich selbst zu nutzen. Erst nach einer Weile werden die ASICs dann en masse produziert und auch an die Öffentlichkeit weiter gegeben…

Vermutungen, für die es keine handfesten Beweise gibt. Bitmain hat bereits in der Vergangenheit negative Aufmerksamkeit auf sich gezogen – erinnern wir uns an das ASIC-Boost-Drama. Die Monero-Entwickler planen den Proof-of-Work-Algorithmus mit jeder weiteren Hard Fork leicht zu verändern. Damit sollen Hersteller von Monero-ASICs abgeschreckt werden. Deren Konzipierung ist schließlich teuer – das heißt, die ASICs müssen eine ganze Zeit arbeiten, um das Investment profitabel zu machen.

5 verschiedene „Moneros“

Zuerst einmal sollte angemerkt werden, dass die Hard Fork erfolgreich war. Die wichtigen Player und Community-Member haben die Software rechtzeitig upgedatet und das Monero-Netzwerk existiert nach wie vor. Die Blockzeiten nach der Hard Fork waren etwas unregelmäßig, haben sich allerdings mittlerweile an die niedrigere Hashrate angepasst.

 

Monero forkt – die Nachahmer bleiben auf der alten Chain zurück. Während das offizielle Monero-Netzwerk jetzt auf Version v0.12.0.0 läuft, existieren gleich vier Nachahmer auf der alten Chain (v0.11.1.0): Monero Zero, Monero Original, Monero Classic und Monero-Classic. Wer soll da bitte noch durchblicken?

Monero zu kopieren scheint ähnlich attraktiv wie Bitcoin zu kopieren.

  1. Copy + Paste Code
  2. ???
  3. Profit.

Die alte Chain wird also von etlichen Akteuren weiter gemint. Die Annahme liegt nahe, dass diese „Projekte“ keine Ahnung von der Code-Basis haben und nicht upgraden können. Im Blockexplorer lässt sich die echte Chain leicht erkennen: Mit dem Update ist die Mindestgröße für Ring-Size auf 7 hochgesetzt worden (früher diese bei 5).

Wie man mit den Monero-Hard-Forks umgehen sollte

Im besten Fall nämlich gar nicht. Monero ist die anonyme Kryptowährung. Die Nutzer möchten ihren Transaktionsverkehr geheimhalten. Die Anonymität wird durch Ring-Signatur, RingCT und Stealth-Adressen erreicht. Durch die Ring-Signaturen ergibt sich eine einzigartige Problematik beim „claimen“ von Coins auf einer alternativen Fork. Gibt man nämlich den gleichen Output auf zwei verschiedenen Blockchains aus, kann ein Beobachter den eigentlichen Output in der Ring-Signatur erkennen. Wird dieser identifizierte Output von einem weiteren Netzwerkteilnehmer als Verschleierung in eine neue Ring-Signatur eingebaut, kann der Beobachter klar sehen, dass es sich um einen Fake handelt – kurz: die Entropie verkleinert sich von 1/7 auf 1/6. Eine Kettenreaktion folgt und das Netzwerk könnte sich deanonymisiert.

Um seine Privatsphäre zu schützen, kann man vor allem eines tun: die Nachahmer-Moneros nicht nutzen!

Wer seine Monero-Wallet noch nicht upgedatet hat, muss das tun, um im neuen, offiziellen Netzwerk zu landen. Wer die alte Wallet-Version (v0.11.1.0) nutzt, ist nicht mehr Teil von Monero XMR.

BTC-ECHO

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