Digital Collectibles, Warum Digital Collectibles unterschätzt werden
Digital Collectibles, Warum Digital Collectibles unterschätzt werden

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Turnschuhe auf der Blockchain Warum Digital Collectibles unterschätzt werden

Nur Wenigen ist bewusst, welches Potential hinter digitalen Sammlerstücken, sogenannten Digital Collectibles, steckt. Auch existiert die Fehlannahme, dass es sich nur um Spielerei für Teenager oder Nerds handelt. Warum der Markt der Digital Collectibles gute Chancen hat, einen neuen Hype auszulösen, welche Rolle dabei der Sportartikelhersteller Nike einnimmt und wie der zukünftige Börsenhandel mit tokenisierten Kleidungsstücken aussehen kann.

Immer wieder kommt es zu neuen Hype-Phasen in der Krypto-Ökonomie. Eine neuartige Entwicklung löst Interesse und Glücksritterstimmung sowohl innerhalb als auch außerhalb der Krypto-Szene aus. Seien es die ICOs aus 2017 und 2018 oder die Security Token und DeFi-Anwendungen in 2019. Entsprechend drängt sich mit dem Start ins neue Jahr die Frage auf, welches neue Krypto-Phänomen in den nächsten Monaten und Jahren für Gesprächsstoff sorgen wird. Während es zu einer Weiterentwicklung und Reifung des Security-Token-Markts und der DeFi-Anwendungen kommen wird, stehen die Chancen nicht schlecht, dass sogenannte Digital Collectibles für neue Impulse sorgen werden.

Digital Collectibles und ihr Ursprung im Gaming-Bereich

Grundsätzlich sind Digital Collectibles nichts Neues. Auch haben sie mit der Blockchain-Technologie erstmal nichts zu tun. Digitale Sammlerstücke haben gerade im Gaming-Bereich lange Tradition. Seien es Schwerter in Rollenspielen, Kostüme oder Schmuck. Digitale Accessoires sind bislang oft nicht mehr als belanglose Spielerei für die Nerds und Teenager. Games wie Fortnite profitieren davon und verdienen sehr viel Geld mit neuen Digital-Outfits. So machte das Online-Game Fortnite in 2018 über 2,4 Milliarden US-Dollar Umsatz und das überwiegend mit sogenannten Skins, also digitalen Accessoires und Emotionen.

Aber auch im Krypto-Bereich gab es bereits digitale Sammlerstücke. Die sogenannten CryptoKitties legten Ende 2017 sogar fast die Ethereum Blockchain lahm. Als meistgenutzte dApp waren die Krypto-Katzen zu begehrten Sammlerstücken mutiert. Viele Transaktionen auf der Ethereum Blockchain gingen auf die digitalen Krypto-Sammelkatzen zurück. Zeitgleich mit dem ICO-Hype erreichten bestimmte Krypto-Katzen absurd hohe Sammlerwerte. Genauso schnell wie die ersten handelbaren Digital Collectibles im Krypto-Bereich aufkamen, so schnell waren sie wieder in ein Nischendasein zurückgedrängt worden. Die zum Investment hochstilisierte Spielerei ist wieder zur Spielerei geworden. Die heutigen Umsätze mit Digital Collectibles aus dem Krypto-Bereich sind zu vernachlässigen, wenn man beispielsweise einen Blick auf DappRadar wirft, wo man die Aktivität solcher Spielereien analysieren kann.

Warum die CryptoKitties nicht umsonst gestorben sind


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Bei den digitalen Sammlerstücken auf der Blockchain geht es aber um viel mehr als die Sammlung von Comic-Avataren. Der nächste Impuls, der zu einer neuen Wahrnehmung von Digital Collectibles führen wird, kommt aus der Mode- und Lifestyleindustrie. Es ist davon auszugehen, dass Influencer und große Modelabel diesen Trend anstoßen werden.

Wer also einen Schuh, eine Handtasche oder eine Uhr von einem bestimmten Hersteller erwirbt, wird zusätzlich dazu einen Token bekommen. Dieser Token kann, neben Garantieansprüchen oder bestimmten Incentivierungen, auch das Recht verbriefen, eine digitale Version des physischen Gegenstandes in Social Media, Gaming oder Virtual Reality zu tragen. Schließlich können durch Token sämtliche Rechte und Lizenzen auch im digitalen Raum verbrieft werden.

Besonders spannend wird es, wenn man diese „Fashion Token“ auf Börsen handelbar macht. So ist es beispielsweise denkbar, dass der Token von einem bestimmten Gucci-Handtaschenmodell weiterverkauft werden kann. Der Kleiderschrank mutiert damit zu einem Wertpapierdepot.

Krypto-Adaption 2020: Nicht Facebook, sondern Nike

Besonders gute Chancen, diesen Trend auszulösen oder zumindest stark zu prägen, hat Nike. Der Sportartikelhersteller hat bereits im April letzten Jahres ein erstes Patent unter dem Namen CryptoKicks eingereicht. Darunter werden mehrere Features der Krypto-Ökonomie aufgeführt. Unter anderem sollen Krypto-Wallets und -Anwendungen für Collectibles, Crypto Art und Application Tokens unter das Patent fallen. Zudem ist auch von Token für die Online Community die Rede. Weitere Anhaltspunkte wie ein mögliches Startdatum oder ähnliches sind bislang nicht bekannt.

Spätestens wenn ein bekannter US-amerikanischer Basketballspieler oder ein Popstar eine Kampagne mit Nike zu den CryptoKicks durchführt, dürften auch Personen außerhalb der Krypto-Szene mit der Token-Ökonomie in Kontakt kommen. Gerade bei limitierten Editionen, von denen vielleicht nur 100, 1.000 oder 10.000 Stück im Umlauf sind, dürfte der digitale Zwilling zu hohen Kurszuwächsen an den zukünftigen Krypto-Fashion-Börsen führen. War es 2019 Facebooks Stable-Coin-Projekt Libra das für Schlagzeilen sorgte, könnte es 2020 oder 2021 der Sportartikelhersteller Nike sein, der die Krypto-News dominiert.

Digital Collectibles: Die Vorbereitungen sind im Gange

Voraussetzung ist, dass die Transaktionsprozesse der digitalen Sammlerstücke sehr nutzerfreundlich sind, um auch weniger digitalaffine Menschen ansprechen. Um Flops zu vermeiden, werden daher Nike und gegebenenfalls auch andere größere Marken von einem Schnellstart absehen. Dennoch testen die großen Modelabel den Markt der digitalen Kleidungsstücke bereits an. Wer wissen möchte, wie digitale Gucci-Handtaschen, Nike-Sweatshirts oder Diesel-T-Shirts aussehen, der kann digitalen Models wie Lil Miquela (Instagram: @lilmiquela) in Social Media folgen. Bei über 1,6 Millionen Followern auf Instagram geht es hierbei längst nicht mehr um Spielerei, sondern um sehr viel Geld.

Wer nun wissen möchte, wie das zukünftige Shopping von digitalen Kleidungsstücken aussieht, kann sich die digitale Kollektion von Carlings anschauen. Hierbei geht es um ausschließlich digitale Kleidungsstücke, ohne das physische Pendant. Auch gibt es heute schon Börsen für bestimme Kleidungsstücke und Accessiores, insbesondere für Nike Sneaker. Dabei geht es allerdings lediglich um die physischen Artikel, da noch keine Blockchain-Technologie beziehungsweise Token-Ökonomie zum Einsatz kommt. Auf Handelsplätzen wie StockX können die Turnschuhe wie Wertpapiere gehandelt werden. Dennoch sind die bestehenden Angebote am Ende nichts weiter als ein Zalando mit Handelsplatz-Funktion. Erst durch Tokenisierung kann hier ein neuer Grad an Finanzialisierung, Digitalisierung und Dezentralisierung der Fashion-Industrie erreicht werden.

Kein Business ohne Ökosystem

Genau wie bei anderen Blockchain-Anwendungen muss sich auch hier erst noch ein funktionsfähiges Ökosystem entwickeln, das den Handel mit Fashion Token für die breite Masse öffnet. Ein Start-up, das daran arbeitet, ist beispielsweise LUKSO aus Berlin. Mithilfe der LUKSO Blockchain, basierend auf der Ethereum Virtual Machine (EVM), arbeitet man an einer Infrastruktur, um digitale Identitäten und andere Features für die zukünftige Krypto-Lifestyle-Ökonomie zu entwickeln. Dass in den nächsten Jahren, insbesondere durch die Zunahme von Virtual-Reality-Welten, beruflich wie privat, digitale Zwillinge auf der Blockchain kommen werden, ist ziemlich sicher. Ob wir allerdings schon dieses Jahr einen ersten kleinen Hype sehen werden oder uns noch etwas gedulden müssen, steht in den Sternen.

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