Venezuela veröffentlicht Details zur Kryptowährung Petro

Venezuela veröffentlicht Details zur Kryptowährung Petro

Die Regierung von Venezuela hat ein Dekret erlassen, unter welchen Bedingungen die landeseigene Kryptowährung Petro eingeführt werden soll. Fünf Milliarden Fässer Rohöl sollen den Wert der neuen staatlichen Kryptowährung absichern. Das Land befindet sich seit Jahren in einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise.

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat fünf Milliarden Fässer Rohöl im Wert von umgerechnet 267 Milliarden US-Dollar festgeschrieben, um den Wert der neuen Kryptowährung festzulegen. Wie wir bereits berichteten, kündigte Maduro den Petro bereits Anfang Dezember an. Die Hintergründe sind politischer Natur. Die Einführung soll dabei helfen, die Blockadepolitik der USA und der EU zu umgehen. Das Land will sich künftig Lieferungen von Rohstoffen anderweitig bezahlen lassen.

Im Rahmen einer kürzlich ausgestrahlten nationalen Radio- und Fernsehsendung präsentierte Maduro ein Dokument, wonach jeder einzelne Petro von einem Fass Rohöl gestützt werden soll. Zudem soll Gold aus dem Norden des Landes als Sicherheitsleistung hinterlegt werden. Im Erlass ist außerdem von hinterlegtem Gas, Diamanten und anderen Bodenschätzen die Rede. Wortwörtlich sagte Maduro:

„Wir werden ein Team bestehend aus Kryptowährungspezialisten zusammenstellen, um das Mining in allen Regionen und Kommunen unseres Landes zu ermöglichen.“

Weitere Details zum Petro sollen im Verlauf des Januars bekannt gegeben werden. Direkt danach soll nach den Plänen der Regierung die Emission beginnen. Die Regierung steht unter Zeitdruck. Die Bevölkerung des Landes befindet sich aufgrund der extrem hohen Inflation in einer schwierigen Lage. Zum Jahreswechsel wurden zum sechsten Mal infolge der Mindestlohn und die Renten angehoben, was erneut nur eine kurzfristige Milderung der Zustände verspricht. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert für 2018 eine Inflationsrate von insgesamt 2350 %. Mehrere Rating-Agenturen sehen das Land trotz der enormen Bodenschätze aufgrund des niedrigen Ölpreises als teilweise zahlungsunfähig an. Die Bevölkerung hat bereits letzten Sommer in andere Kryptowährungen wie den Bitcoin investiert, um sich vor einer weiteren Hyperinflation des Bolívar zu schützen.

BTC-ECHO

Über Lars Sobiraj

Lars SobirajLars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Außerdem bringt Lars Sobiraj seit 2014 an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei. Vor einiger Zeit erwuchs das Interesse am Thema Kryptowährungen, die glücklicherweise ohne die Kontrolle von Zentralbanken funktionieren. Sehr gerne möchte er seinen Teil dazu beitragen, dass Bitcoin & Co. nicht nur für reine Spekulanten von Interesse sind, sondern auch für die Frau und den Mann von nebenan.

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