Sechs Nullen weniger Währungsschnitt in Venezuela: Nehmt doch einfach Bitcoin
David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Venezuela

Quelle: Shutterstock

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In Venezuela plant man eine Währungsreform. Derweil wird Bitcoin in dem Land immer beliebter.

Wenn du Inflation nicht verstanden hast, streichst du einfach ein paar Nullen aus der Währung. Doch genau zu diesem Schachzug hat sich die venezolanische Notenbank entschlossen. Die Zentralbank des südamerikanischen Staates will ab Oktober sechs Nullen von den Geldscheinen streichen. Aus einer Million Bolívar wird also ein Bolívar, umgerechnet etwa 0,25 US-Dollar.


Was auf den ersten Blick einleuchten mag, ist am Ende nur Makulatur. Selbst die Zentralbank verfolgt mit dem Schritt nicht das Ziel, der galoppierenden Inflation Einhalt zu gebieten. Man wolle lediglich “seine Verwendung erleichtern”, so die Währungshüter in einem Statement. Doch was kann das bringen? Fakt ist, dass in Venezuela seit geraumer Zeit nach Gewicht bezahlt wird. Geldscheine werden nicht mehr abgezählt, sondern gewogen. Im September 2018 lag der offizielle Wechselkurs des Bolívar soberano, wie die Währung seit der Reform 2018 offiziell heißt, zum US-Dollar von rund 1 zu 3.258.010.

Währungsreformen indes sind die Venezolaner bereits gewohnt. Zuletzt führte die Notenbank am 20. August 2018 einen solchen Schnitt durch. Damals löste der Bolívar soberano den vollkommen entwerteten Bolívar fuerte im Verhältnis 1:100.000 ab. Mit mäßigem Erfolg: Bereits eine Woche nach der Reform wertete die neue Währung rund 40 Prozent gegenüber dem US-Dollar ab, seitdem sind es mehrere hunderttausend Prozent – selbst offiziellen Zahlen zufolge.

Dass der neuen Währung dasselbe Schicksal blüht, steht für viele Venezolanerinnen und Venezolaner bereits fest. Denn gegen die zugrundeliegenden Probleme, die überhaupt erst zu der Geldentwertung führen, unternimmt die Regierung bisher wenig. Die Ölexporte nehmen immer weiter ab; die Importe hingegen zu. Was folglich fehlt, sind hinreichend viele US-Dollar in dem Land, um die Wirtschaft auf einer verlässlichen Währung aufzubauen. Dabei wäre das längst legal. Seit 2019 ist die Dollarisierung in dem Land von Präsident Maduro höchstselbst initiiert worden. Preise werden seitdem in aller Regel ohnehin in US-Dollar ausgedrückt.


Bitcoin in Venezuela

Natürlich ist Venezuela auch unter Bitcoiner:innen ein beliebtes Paradebeispiel für einen möglichen Anwendungsfall von BTC. Und tatsächlich: Die Kryptowährung erfährt in dem krisengebeutelten Land eine rege Nachfrage; das exponentielle Wachstum des Handelsvolumens auf Localbitcoins, einer Peer-to-Peer-Handelsplattform, spricht für sich.

Doch kampflos möchte das Regime seine Währung nicht aufgeben. Schließlich hatte Venezuela immer wieder angekündigt, eine digitale Version ihrer Fiatwährung zu lancieren. Auf den Bolívar Digital wartet man seitdem allerdings vergebens. Nun soll es aber soweit sein: Im Oktober dieses Jahres will die Zentralbank ihre CBDC schlussendlich einführen.

Ob Bitcoin oder digitaler Bolívar: Am Ende bringt es alles nichts, wenn im Land ständig der Strom ausfällt.


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