Kraken

Fotomontage aus Wall Street Bullen und der Kraken Pro App
So geht es mit Kraken ProTraden wie die Wall Street

Lange Zeit war professionelles Trading der Wall Street vorbehalten. Wer mit Echtzeitdaten, tiefen Orderbüchern und konfigurierbaren Terminals arbeiten wollte, brauchte Zugang zu institutioneller Infrastruktur. Mit Plattformen wie Kraken Pro verschiebt sich diese Grenze zunehmend. Professionelle Werkzeuge werden nun auch für ambitionierte Krypto-Anleger zugänglich.

Was ist Kraken?

  Kryptobörse

Kraken ist eine der ältesten noch aktiven Kryptobörsen der Welt und wurde 2011 in San Francisco gegründet. Die Plattform gehört in Europa zu den etabliertesten Kryptobörsen, unterstützt zahlreiche Fiatwährungen und gilt als sicherheitsorientierte Börse mit langer Historie ohne größere Hacks. Kraken bietet neben dem Spot-Handel auch Futures, Margin-Trading und institutionelle Dienste an und verfügt über Lizenzen in mehreren Jurisdiktionen, darunter Deutschland.

Gegründet
Juli 2011
Gründer
Jesse Powell
Hauptsitz
San Francisco, USA
CEO
Dave Ripley (seit 2023)
BaFin-Lizenz
Ja (Kryptoverwahrung)
Eigener Token
Keiner

Geschichte und Meilensteine

  • Juli 2011: Jesse Powell gründet Kraken in San Francisco, kurz nach dem ersten großen Mt.-Gox-Hack. Powell wollte eine sicherere Alternative aufbauen.
  • 2013: Kraken geht offiziell mit einem EUR/BTC-Handelspaar live. Die Plattform wird zur ersten Börse, die Bitcoin-Kurse im Bloomberg-Terminal veröffentlicht.
  • 2016: Kraken unterstützt Gläubiger bei Teilen des Rückzahlungsprozesses der Mt.-Gox-Insolvenz.
  • 2020: Kraken erhält als erste Kryptobörse eine Sonderbanklizenz (Special Purpose Depository Institution) im US-Bundesstaat Wyoming.
  • Februar 2023: Kraken schließt einen Vergleich mit der SEC und zahlt 30 Millionen US-Dollar. Im Gegenzug stellt Kraken sein US-Staking-als-Dienstleistung-Angebot ein.
  • 2023: Jesse Powell tritt als CEO zurück. Dave Ripley übernimmt die Führung. Arjun Sethi wird Co-CEO.
  • November 2023: Die SEC klagt erneut gegen Kraken, diesmal mit dem Vorwurf, als unregistrierte Wertpapierbörse zu operieren.
  • März 2024: Kraken übernimmt die Derivate-Handelsplattform NinjaTrader und stärkt damit sein Angebot für professionelle Trader.

Produkte und Stärken im europäischen Markt

Kraken unterstützt mehr Fiatwährungen als die meisten Wettbewerber, darunter Euro, US-Dollar, Britisches Pfund, japanischer Yen und Schweizer Franken. Das macht die Plattform besonders attraktiv für europäische Nutzer. Neben dem klassischen Spot-Handel bietet Kraken Pro eine fortgeschrittene Oberfläche mit Limit-Orders, Stop-Loss und erweiterten Chart-Funktionen. Kraken Futures ermöglicht gehebelte Positionen auf Bitcoin und andere Kryptowährungen. Für institutionelle Kunden existiert Kraken Institutional mit OTC-Desk und Verwahrdienstleistungen. In Deutschland betreibt Kraken regulierte Kryptoverwahrungsdienste über eine BaFin-lizenzierte Struktur.

Regulatorische Auseinandersetzungen mit der SEC

Im Februar 2023 einigte sich Kraken mit der SEC auf einen Vergleich über 30 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit dem US-Staking-Angebot. Die Behörde war der Ansicht, dass Krakens Staking-as-a-Service-Produkt ein nicht registriertes Wertpapier darstellte. Kraken stellte daraufhin das Produkt für US-Kunden ein. Im November 2023 klagte die SEC erneut, diesmal wegen des Verdachts, Kraken betreibe eine nicht registrierte Wertpapierbörse. Kraken wehrte die Klage ab. Mit dem Regierungswechsel 2025 begann die SEC unter dem neuen Vorsitzenden Paul Atkins, mehrere Verfahren gegen Kryptounternehmen neu zu bewerten oder einzustellen, so auch das Verfahren gegen Kraken.

Krakens Weg an die Börse

Seit 2023 gibt es wiederholt Berichte über konkrete Pläne für einen Börsengang von Kraken. Das Unternehmen hat bislang keine Aktien an der Börse und ist vollständig in privater Hand. Der Erwerb von NinjaTrader und die institutionelle Expansion werden als Vorbereitung für ein mögliches IPO gewertet. Kraken wäre nach Coinbase das zweite bedeutende US-Kryptounternehmen, das den Schritt an die Börse wagen würde.

Häufige Fragen zu Kraken

Was ist Kraken?

Kraken ist eine 2011 gegründete Kryptobörse mit Sitz in San Francisco. Sie zählt zu den ältesten noch aktiven Börsen der Branche und ist besonders in Europa stark vertreten. Kraken bietet Spot-Handel, Futures, Margin-Trading und institutionelle Dienste an.

Wer hat Kraken gegründet?

Kraken wurde im Juli 2011 von Jesse Powell gegründet. Powell war zuvor Zeuge des ersten großen Hacks der Kryptobörse Mt. Gox und wollte eine sicherere Alternative schaffen. 2023 trat er als CEO zurück; seitdem wird Kraken von Dave Ripley und Arjun Sethi geführt.

Ist Kraken in Deutschland reguliert?

Ja. Kraken betreibt in Deutschland regulierte Kryptoverwahrungsdienste über eine BaFin-lizenzierte Struktur. Das Unternehmen ist zudem in mehreren anderen Jurisdiktionen reguliert, darunter den USA, Großbritannien und Kanada. Mit Inkrafttreten der EU-MiCA-Regulierung strebt Kraken eine europaweite Zulassung als Crypto-Asset-Service-Provider (CASP) an.

Was war der SEC-Vergleich von Kraken 2023?

Im Februar 2023 zahlte Kraken 30 Millionen US-Dollar im Rahmen eines Vergleichs mit der SEC. Die Behörde war der Auffassung, dass Krakens Staking-as-a-Service-Angebot ein nicht registriertes Wertpapier darstellte. Kraken stellte das Produkt für US-Kunden ein, ohne die SEC-Einschätzung inhaltlich anzuerkennen.

Was ist Kraken Pro?

Kraken Pro ist die fortgeschrittene Handelsoberfläche von Kraken für erfahrene Trader. Sie bietet erweiterte Chart-Funktionen, verschiedene Ordertypen (Limit, Stop, Take-Profit) und niedrigere Gebühren als die Standard-Oberfläche. Kraken Pro steht über die Web-App und die mobile App zur Verfügung.

Bietet Kraken Staking an?

Kraken bietet Staking für verschiedene Proof-of-Stake-Kryptowährungen an, darunter Ethereum, Solana und Cardano. Das US-Staking-as-a-Service-Angebot wurde nach dem SEC-Vergleich im Februar 2023 eingestellt. Für Nutzer außerhalb der USA ist Staking über Kraken weiterhin verfügbar.

Plant Kraken einen Börsengang?

Seit 2023 gibt es wiederholt Berichte über konkrete Börsengang-Pläne von Kraken. Das Unternehmen hat die Pläne bislang weder bestätigt noch dementiert. Der Erwerb von NinjaTrader und die institutionelle Expansion werden von Marktbeobachtern als Vorbereitung auf ein mögliches IPO gewertet.

Was ist NinjaTrader und warum hat Kraken die Plattform übernommen?

NinjaTrader ist eine US-amerikanische Handelsplattform für Futures-Kontrakte, die vor allem bei professionellen Händlern verbreitet ist. Kraken übernahm NinjaTrader im März 2024, um sein Angebot im Bereich regulierter Derivate zu erweitern und eine größere Nutzerbasis professioneller Trader zu erschließen.