Thailand: Zentralbank entwickelt eigene Kryptowährung

Max Kuhlmann

von Max Kuhlmann

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Max Kuhlmann

Max Kuhlmann ist ein Universalist: Als Politikwissenschaftler, Kinderbuchautor, Qi-Gong-Lehrer, Werbesprecher und Erzieher hat er Einblick in viele Welten. Das verbindende Element all dieser Welten ist das Geldsystem, weshalb es aus seiner Sicht so wichtig ist, sich für ein gerechtes Geldwesen einzusetzen. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich daher mit diesem Thema, wobei sein derzeitiger Fokus auf den Digitalwährungen rund um Bitcoin liegt.

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Quelle: shutterstock

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Die thailändische Zentralbank „Bank of Thailand“ entwickelt eine landeseigene Kryptowährung und macht dabei offenbar signifikante Fortschritte. Bereits im ersten Quartal 2019 soll die erste Phase des Projekts, die Entwicklung eines belastbaren Verfahrens zur Konsensbildung, abgeschlossen werden. Wie die Notenbank in einer Presseerklärung vom 21. August mitteilte, möchte sie mit dem Projekt dem technologischen Wandel in der Finanzwelt Rechnung tragen. Hierfür rief die Bank Partnerschaften mit acht thailändischen Geschäftsbanken aus, die sich an der Entwicklung der Digitalwährung beteiligen. 

Die kommende Digitalwährung soll laut der Presseerklärung nach einem „Proof of Concept“- Verfahren funktionieren, die die teilnehmenden Geschäftsbanken und die Bank of Thailand gemeinsam entwickeln und testen. Details über die technische Ausgestaltung des Verfahrens zur Konsensbildung gibt es bisher allerdings nicht. Neben dessen Entwicklung will man in der ersten Phase außerdem Vorgehen zur Einlagensicherung implementieren.

Der gesamte thailändische Finanzmarkt soll umgestaltet werden

Bereits der Name des Projektes ist bezeichnend. Es ist nach dem höchsten Berg des Landes, Inthanon, benannt. Dementsprechend hoch soll auch dessen Bedeutung für das Land sein. Mit dem Projekt will die Bank nicht nur eine neue Digitalwährung etablieren, sondern „die gesamte Infrastruktur des thailändischen Finanzmarktes umgestalten.“ Die thailändische Nationalbank sieht sich laut der Presseerklärung damit „auf einer Linie mit Projekten der Zentralbanken von Kanada, Hongkong und Singapur.“

Mittelweg zwischen staatlicher Zentralisierung und freiem Kryptohandel

Thailand setzt damit seinen in den letzten Monaten eingeschlagenen Kurs fort, sich gegenüber Digitalwährungen zu öffnen. Hatte sich das Land noch Anfang des Jahres wesentlich strenger präsentiert und den Banken den Handel mit Kryptowährungen untersagt, so vollzieht es nun offenbar eine Kehrtwende: Bereits Anfang August gab die thailändische Zentralbank den Geschäftsbanken grünes Licht für Investitionen im Kryptosektor. Die geplante, landeseigene Digitalwährung stellt einen weiteren Meilenstein bei der Positionierung des Landes gegenüber Kryptowährungen dar.

Thailand entscheidet sich damit für einen Mittelweg: Zwar werden Kryptowährungen nicht verboten, jedoch stark reguliert und stehen somit ein Stück weit unter staatlicher Kontrolle. Insofern gehört Thailand vielleicht nicht zu den kryptofreundlichsten Ländern der Welt, vermag jedoch ein realistisches Szenario anzubieten, wie Regulierung auch in anderen Ländern vonstatten gehen könnte.

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