Tether Limited: Macht sich das Unternehmen aus dem Staub?
Omni-Protokoll, Tether Limited: Macht sich das Unternehmen aus dem Staub?

Tether Limited: Macht sich das Unternehmen aus dem Staub?

Tether Limited, das Unternehmen hinter dem Stable Coin USDT scheint sich langsam aufzulösen – zumindest sprechen dafür einige Bewegungen auf ihrem Konto. Um zu verstehen, was da gerade passiert, muss man zwei Dinge verstehen: das Omni-Protokoll und Arbitrage.

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Über den (vermeintlichen) Stable Coin Tether wurde in letzter Zeit häufig debattiert. Die aktuellste Vermutung: Das Unternehmen Tether Limited macht sich momentan aus dem Staub. Einiges spricht dafür. Um erfassen zu können, was gerade vor sich geht, muss man zunächst zwei Dinge verstehen: Wie funktionieren der Stable Coin und das Omni-Protokoll? Und: Wie funktioniert Arbitrage?

Tether – der Stable Coin auf der Bitcoin Blockchain

Kurz zu Tether (USDT). USDT ist ein Stable Coin. Das bedeutet im Prinzip, dass er im Vergleich zu anderen Währungen einen stabilen Kurs hat. Das Versprechen hinter Tether lautet, dass für jeden Token USDT ein US-Dollar hinterlegt ist. Ein Blick in das White Paper verrät, wie das genau funktioniert.

Eins-Zu-Eins-Deckung garantiert



Dort steht zunächst, dass Tether auf der Bitcoin Blockchain aufbaut und mit einem Proof of Reserve arbeitet. USDT-Token werden auf der Bitcoin Blockchain über das Omni-Layer-Protokoll kreiert und können so als Token existieren. Laut White Paper ist davon jede Einheit

„in einer Eins-Zu-Eins-Abbildung von der korrespondierenden Fiatwährungs-Einheit gedeckt (jeder Tether USDT ist ein US-Dollar). Dafür steht die in Hongkong sitzende Tether Limited.“

Wer später sein Geld zurückfordert, kann die USDT bei Tether Limited gegen Fiat oder gegen Bitcoin eintauschen:

„Nutzer können Tether von Tether.to (unserer Web-Wallet) oder von Exchanges wie Bitfinex, die Tether unterstützen […], kaufen.“

Ausgabe der Stable Coins über Omni-Protokoll

Die Stable Coins werden letzten Endes über das Omni-Protokoll herausgegeben. Dieses ist eine Second-Layer-Lösung. Sie erstellt (und/oder zerstört) neue Token zu einer bestimmten Zeit in einer bestimmten Menge. Die Daten, die die Infos darüber erhalten – die Meta-Daten –, speichert das Protokoll dann in einer Transaktion auf der Bitcoin Blockchain. Dadurch ist die Erstellung und Zerstörung von neuen (und alten) Tether komplett transparent. Jede(r) kann sie auf dem Omni Explorer nachlesen.



Tether Limited: Die dritte Schicht

Auf dieser zweiten Schicht des Omni Explorer liegt nun noch eine dritte Schicht: Tether Limited, also das Unternehmen hinter den Stable Coins. Es akzeptiert (über seine Bank) Fiatwährungen und sorgt dafür, dass das Omni-Protokoll auch für jede einzelne US-Dollar-Münze einen Token herausgibt. Sie sind außerdem dafür verantwortlich, für regelmäßige Prüfungen zu sorgen, was – wie wir wissen – in der Vergangenheit nicht immer gut funktioniert hat.

Sobald Nutzer ihre Token nun einlösen möchten, bekommen sie dafür ihre US-Dollar und das Omni-Protokoll „löscht“ die Einheiten. Das Protokoll schreibt dann fest, dass es die USDT „nicht mehr gibt“.

Proof of Reserve

Nun mag man sich fragen: Wer beweist mir, dass das Geld für die Token tatsächlich hinterlegt ist? Die Antwort heißt: Proof of Reserve. So verspricht das Unternehmen im White Paper, dass sowohl die Bank als auch die regelmäßigen Überprüfungen („Audits“) eine Deckung der Stable Coins garantieren.

Die Gefahren

Letztlich räumt Tether Limited im White Paper die folgenden Gefahren ein:

  • Wir könnten Bankrott gehen
  • Unsere Bank könnte insolvent werden
  • Unsere Bank könnte unsere Rücklagen einfrieren oder konfiszieren
  • Wir könnten mit den Reserverücklagen abhauen
  • Re-zentralisiertes Risiko durch single point of failure

Fassen wir zusammen: Ein USDT steht für einen US-Dollar. Das Omni-Protokoll hält auf der Bitcoin Blockchain fest, wie viele der Stable Coins ausgegeben oder gelöscht worden sind. Bei der Erstellung eines Tethers wird ein US-Dollar an die Bank von Tether Limited überwiesen.

Akute Probleme

Im vergangenen Monat gab es einige Probleme rund um den angeblichen Stable Coin: Plötzlich lag der Kurs auf bestimmten Börsen weit unter dem angestrebten US-Dollar. Wir berichteten ausführlich. Dieser Preisunterschied macht ein in der Finanzwelt beliebtes Manöver möglich: die Arbitrage.

Wie funktioniert Arbitrage?

Arbitrage ist eine Möglichkeit, von Preisunterschieden bei verschiedenen Handelsplätzen zu profitieren. Sie ist bei Wertpapierhändlern gang und gäbe: Wenn sich die Preise für dieselbe Aktie an unterschiedlichen Handelsplätzen unterscheiden, kauft man die Aktie(n) auf dem einen Handelsplatz zu einem günstigen Preis und verkauft sie an anderer Stelle zu einem teureren Preis.

Und was spricht dafür, dass das Tether Limited macht?

Nun liegt die Vermutung nahe, dass Tether Limited momentan die Preisunterschiede ausnutzt. Das kann das Unternehmen auch ganz legal tun. Indem es nun die USDT zu einem günstigeren Kurs auf einer Börse kauft und dann bei der Bank gegen US-Dollar einlöst, macht es so Gewinn. Denn wie wir zwischenzeitlich wissen, verspricht das Unternehmen selbst, dass es für jeden USDT genau einen US-Dollar gibt. Wenn man die USDT auf den Börsen für 0,98 US-Dollar kaufen kann, macht das einen Gewinn von 0,02 US-Dollar pro USDT.

Wie wir inzwischen wissen, lässt sich über den Omni Explorer alles nachverfolgen, was derzeit um den Stable Coin herum passiert. Ein Blick auf die Treasury Wallet verrät, dass dort allein im Monat Oktober 740 Millionen USDT eingegangen sind. Das entspricht in etwa derselben Menge, die im letzten Monat an Token verbrannt wurden – sie wurden also gegen Fiat eingelöst. Geht man nun vom aktuellen USDT-Kurs von 0,98 US-Dollar aus, betrüge die Arbitrage immerhin 14,8 Millionen US-Dollar.

Wie es aussieht, löst Tether Limited momentan einiges aus dem Supply auf und macht dabei Gewinn, indem sie die Arbitrage nutzt.

Ob sich die Arbitrage auch für euch lohnt, könnt ihr auf unseren Kursseiten verfolgen.

BTC-ECHO

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