Anzeige
Tether-Audit: Zweifel an FSS-Report

Quelle: business women using magnifying glass to review financial summary chart report. auditing concept via Shutterstock

Tether-Audit: Zweifel an FSS-Report

Der Stablecoin Tether stand in der Kritik, nicht ausreichend mit US-Dollar gedeckt zu sein. Um diesen Vorwurf zu entkräften, beauftragte das Unternehmen die Anwaltskanzlei Freeh Sporkin & Sullivan (FSS) damit, ein entsprechendes Gutachten zu erstellen. Die Aussagekraft des Gutachtens wird nun jedoch in Frage gestellt.

Wie es in dem am 20. Juni veröffentlichten Bericht heißt, gewährte Tether den Prüfern unter anderem Einblick in ihre beiden Geschäftskonten. Die Kanzlei wählte, angeblich ohne Rücksprache mit Tether, den ersten Juni als Stichtag aus. Das Ergebnis: Kombiniert liegen auf beiden Konten 2.545.067.236,82 US-Dollar. Diese Summe entspricht in etwa dem Dollarwert der zu diesem Zeitpunkt zirkulierenden Tether. Anders gesagt: Der Coin ist wie versprochen durch den US-Dollar gedeckt.

Das Ganze hat jedoch einen faden Beigeschmack: Da wären zum einen die einschränkenden Bemerkungen, die sich am Ende des Berichts finden lassen. Diese vermitteln den Eindruck, als wolle sich FSS rechtlich einige Hintertürchen offen halten. So heißt es dort etwa:

„FSS ist keine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und die obige Prüfung unterlag nicht den allgemein anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen der Vereinigten Staaten von Amerika [GAAP]

Und weiter:

„Die obige Bestätigung der Kontostände sollte nicht als Ergebnis eines Audits verstanden werden und wurde nicht in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Prüfungsstandards der Vereinigten Staaten von Amerika [GAAS] durchgeführt.“

Diese Prüfungsstandards sehen unter anderem vor, dass ein Prüfer neben einer adäquaten Ausbildung auch über eine unabhängige Mentalität in Bezug auf alles, was für das Audit relevant ist, verfügen muss.

Verbindung zwischen Tether-Bank und FSS

Ob diese Unabhängigkeit bei FSS gegeben ist, darf zumindest angezweifelt werden. Der ehemalige Richter Eugene R. Sullivan ist nämlich nicht nur einer der Namensgeber der Kanzlei, sonder auch Vorstandsmitglied in einer der beiden Tether-Banken. Durch diesen Umstand sei Tether überhaupt erst auf FSS aufmerksam geworden. Die Namen der Banken, auf denen die Konten liegen, wollte FSS indes nicht verraten.

Warum also hat Tether kein reguläres Audit durchführen lassen? Der Anwalt der Firma, Stuart Hoegner, rechtfertigte die Entscheidung des Unternehmens gegenüber Bloomberg so: „Im Endeffekt können wir kein Audit erhalten.“ Der Kryptomarkt sei für die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften noch zu jung, um Kunden aus diesem Bereich in Betracht zu ziehen. „Die großen vier Prüfungsgesellschaften haben eine starke Abneigung gegen ein solches Risiko“, so Hoegner weiter, „wir haben versucht, die nächstbeste Lösung zu finden.“

Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass das Gutachten der FSS unbrauchbar ist. Auf jeden Fall sollte man sich jedoch über die Verbindungen von Tether, FSS und den Banken im Klaren sein.

BTC-ECHO

Du bist ein Blockchain- oder Krypto-Investor?: Der digitale Kryptokompass ist der erste Börsenbrief für digitale Währungen und liefert dir monatlich exklusive Einschätzungen und umfassende Analysen zur aktuellen Lage an den Blockchain- & Krypto-Märkten. Jetzt kostenlos testen

Anzeige

Ähnliche Artikel

Bitcoin: Schweizer Online-Händler akzeptieren Kryptowährungen
Bitcoin: Schweizer Online-Händler akzeptieren Kryptowährungen
Altcoins

Die beiden mutmaßlich größten Online-Händler der Schweiz akzeptieren nun Kryptowährungen.

KIN wird erwachsen: Coin Swap angekündigt
KIN wird erwachsen: Coin Swap angekündigt
Altcoins

Der Messengeranbieter Kik hat bekanntlich seinen eigenen Krypto-Token. Der Emittent stellt die Technologie um, Inhaber des KIN müssen den Token nun tauschen. 

Newsletter

Die besten News kostenlos per E-Mail

Finde einen Job mit Zukunft

    Aktuell

    Frühstück mit Kängurus: Binance lanciert Cash-to-Crypto-Service in Down Under
    Frühstück mit Kängurus: Binance lanciert Cash-to-Crypto-Service in Down Under
    Bitcoin

    Die Königin unter den Bitcoin-Börsen expandiert nach Australien. Krypto-Freunde auf dem Fünften Kontinent können ab sofort in 1.300 teilnehmenden Presseshops Bargeld gegen Bitcoin tauschen. 

    Lightning Loop Alpha: Ohne verstopfte Kanäle blitzschnell Bitcoin versenden
    Lightning Loop Alpha: Ohne verstopfte Kanäle blitzschnell Bitcoin versenden
    Bitcoin

    Das Bitcoin Lightning Network dient dazu, die Blockchain zu entlasten.

    Binance: Der Aufstieg des BNB-Token und der Initial Exchange Offerings – das nächste große Ding?
    Binance: Der Aufstieg des BNB-Token und der Initial Exchange Offerings – das nächste große Ding?
    Invest

    Der BNB-Kurs performte in den letzten Monaten vergleichsweise gut. Die Zukunftsaussichten des Token lassen eine weitere gute Entwicklung erhoffen.

    Coinmarketcap lanciert Indizes für Bitcoin & Co. – mit deutscher Unterstützung
    Coinmarketcap lanciert Indizes für Bitcoin & Co. – mit deutscher Unterstützung
    Invest

    Coinmarketcap.com, die Ranking-Seite für Kryptowährungen, hat gemeinsam mit dem deutschen Unternehmen Solactive AG zwei neue Krypto-Indizes entwickelt.

    Angesagt

    „Wir wollen der Community etwas zurückgeben“: Bitcoin Shill Jack Dorsey will Core Developer entlohnen
    Bitcoin

    Serienentrepreneur und Milliardär Jack Dorsey mausert sich seit geraumer Zeit zum Bitcoin-Evangelisten.

    Neue Akzeptanzstelle: Onlinehändler Avnet akzeptiert Bitcoin und Bitcoin Cash
    Krypto

    Mit Avnet unternimmt ein weiterer großer Onlinehändler einen wichtigen Schritt in Richtung Massenadaption von Kryptowährungen.

    Brexit verschreckt Finanztalent – Auch Blockchain-Unternehmen leiden
    Regierungen

    Immer mehr Absolventen entscheiden sich gegen eine Karriere im britischen Finanzzentrum London.

    Verseon: Medikamentenplattform plant globalen STO
    STO

    Verseon plant, ein global-kompatibles STO (Security Token Offering), durchzuführen. Das Unternehmen, das eine Plattform für Medikamente bereitstellt, setzt dabei auf die Compliance Engine aus dem Hause BlockRules.

    Anzeige
    ×