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Wie viel US-Dollar steckt wirklich in Tether (USDT)?

Quelle: Pavlo_K via Shutterstock

Wie viel US-Dollar steckt wirklich in Tether (USDT)?

Kurz vor dem Hard Fork Anfang August stürmte ein Underdog die Top-Listen auf CoinMarketCap. Mit dem vierten Platz der meistgehandeltsten Kryptowährungen sicherte sich Tether (USDT) einen festen Platz noch vor Dash, Monero und anderen Währungen, die man in den Top-10 findet.

Die Abbildung einer Fiat-Währung

Da niemand die Auswirkungen des bevorstehenden Forks wirklich vorhersehen konnte, tauschten viele Nutzer ihre Kryptowährungen in Tether. Selbst heute steht die digitale Währung auf Platz 19 auf CoinMarketCap und zählt insgesamt über 390 Millionen Token – was für die meisten Nutzer 390 Millionen US-Dollar bedeutet, denn Tether koppelte den Preis eines USDT an den US-Dollar.

Die Frage, die sich aktuell viele Menschen stellen, ist: Macht diese Kopplung USDT zu echten US-Dollar?

Zumindest gibt das Unternehmen hinter Tether an, dass es Dollar-Einlagen für jeden Tether besitzt, dementsprechend könnte man annehmen, dass man Tether für echte US-Dollar eintauschen könnte.

Aktuell entstand eine Kontroverse um einen Abschnitt in der Abteilung “legal” (zu deutsch: “Recht”) auf der Webseite von Tether:

“Sobald Sie Tether besitzen, können Sie sie handeln, sie behalten oder dazu nutzen, Menschen zu bezahlen, die Tether akzeptieren. Aber Tethers sind kein Geld und kein Geldinstrument. Außerdem handelt es sich nicht um einen gespeicherten Wert oder eine Währung. Es gibt kein Vertragsrecht oder irgendein anderes Recht, noch einen rechtlichen Anspruch auf Auszahlung oder Tausch Ihres Tethers für Geld. Wir garantieren außerdem kein Recht auf Auszahlung oder Tausch eines Tether auf unserer Seite gegen Geld. Es gibt keine Garantie gegen Verluste, wenn Sie Tether kaufen, handeln oder verkaufen.”

Das Unternehmen bezeichnet seine Kryptowährung (falls es denn überhaupt eine ist) nicht als Geld. Es gibt laut diesem Absatz außerdem kein Recht auf Auszahlung. Überlegt man dann auch noch, dass täglich Millionenwerte zwischen Geld und “Nicht-Geld” getauscht werden, dann versteht man die folgende Kritik.

Sicherheit

Nachdem einige Gerüchte nach gekappten Verbindungen zur amerikanischen Wells Fargo und einer taiwanesischen Bank laut wurden, wurden von der Community Audits zur Bestätigung der US-Dollar-Reserve gefordert.

In der Tat veröffentlichte das Unternehmen in der vergangenen Nacht ein offizielles Statement zu den ausstehenden Audits. Problematisch hierbei ist aber, dass das letzte Audit im März durchgeführt wurde und seitdem mehrere hundert US-Dollar neu per Tether ausgestellt worden sein sollen.

Im Statement ist zu lesen, dass die Audits nur für Shareholder von Interesse und somit nicht für die Öffentlichkeit geeignet sei. Trotzdem veröffentlichte Tether die letzten vier Audits, wobei das Audit vom 31. März 2017 das letzte bekannte ist.

Nach wütenden Vorwürfen auf Reddit darüber, dass Tether mit seiner Politik theoretisch Kryptowährungen schwer schaden könnte, korrigierte Tether seinen Standpunkt gegenüber seinen eigenen Terms of Service. Eine Auszahlung sei trotzdem möglich, jedoch beschränkt:

“Wir haben die Pflicht sicherzustellen, dass unser Dienst von keinen Personen genutzt wird, die aus sanktionierten Ländern stammen, anderweitig einer Sanktion unterliegen oder keinen Hintergrundsnachweis erbringen können. Kurz gesagt, Auszahlungen werden nicht ohne Grund verwehrt, aber wir nehmen uns das Recht heraus, für jeden Fall einzeln zu entscheiden.”

Für Krypto-Enthusiasten ist dies ein K.O.-Kriterium. Eine Sicherheit fehlt, ein vorübergehendes Tauschen in USDT ist damit mit einem großen Risiko behaftet, denn die Terms of Service wahren die Rechte des Tether-Unternehmens, lassen dem Halter eines USDT-Tokens aber keine Rechte zukommen.

USDT ist damit nicht dasselbe wie US-Dollar. Aber eine Sache ist durch das weitere Bestehen von Tether nun klar geworden: Trader brauchen einen Token, der den US-Dollar abbildet. Vielleicht entwickelt jemand in Zukunft eine “echte” Alternative.

BTC-ECHO

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