Bitcoin, Tech-ECHO KW 33: Bitcoin-Cash-Entwicklungskit und Kommunikation zwischen Ethereum Classic und Bitcoin

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Tech-ECHO KW 33: Bitcoin-Cash-Entwicklungskit und Kommunikation zwischen Ethereum Classic und Bitcoin

Mit Dandelion gibt es einen weiteren Ansatz zur Erhöhung von Bitcoins Privatsphäre. Bitcoin Cash kann ein Entwicklungskit vorweisen und Ethereum Classic hat mit dem ECIP-1046 einen Vorschlag für eine Brücke zwischen Bitcoin und dem kleinen Bruder von Ethereum.

Wieder gab es so viele technische News, dass man gar nicht alle berücksichtigen konnte! Ich hoffe dennoch, einen guten Überblick über die technischen Neuigkeiten aus der Welt der Kryptowährungen und Blockchains liefern zu können. Wir werden sehen, dass Signaturen und Privatsphäre, wie generell in den letzten Tagen, auch hier Themen sein werden. Außerdem kann man bei Bitcoins kleinen Bruder interessante Entwicklungen sehen, die perspektivisch dazu führen könnten, dass Bitcoin Cash mehr vorweisen kann als den Anspruch, „der Vision Satoshis“ zu entsprechen. Im Ethereum-Umfeld konnte das Projekt AxLang, eine Programmiersprache für Smart Contracts, mit der man dieselben formell verifizieren kann, eine große Fördersumme gewinnen. Doch genügend angeteasert, beginnen wir unseren Rundgang durch die Tech-News!

Bitcoin: Patent zur Walletsicherung und Löwenzahn für Privatsphäre

Wie jüngst berichtet hat Coinbase ein Patent eingereicht, in dem es um die Absicherung einer zentral verwalteten Wallet geht. Dabei möchten sie auf geteilten Zugriffsrechten für einen einzelnen Private Key aufbauen. Der Ansatz passt zu dem Geschäftsmodell von Coinbase, die manche nicht zu Unrecht teilweise als „Bitcoin-Bank“ bezeichnen, ist er doch sehr zentralisiert. Bitcoin-Nutzer, denen die volle Autonomie über ihre eigenen Funds wichtig ist, wird dieses Patent nicht wirklich zusagen. Es ist eher für Coinbase und andere zentralisiertere Systeme wie Exchanges eine Erfindung, mit der man die Wertanlagen der Kunden besser absichern kann.

Es ist bekannt: Bitcoin hat in Sachen Privatsphäre aufzuholen. Wie in der Videoempfehlung der Woche und in einem eigenen Artikel dargestellt existiert mit Taproot ein System, welches die Privatsphäre signifikant erhöhen soll. Doch Taproot ist nicht der einzige Ansatz. Ein weiterer Ansatz, dessen BIP vor ungefähr einem Monat gedraftet wurde, nennt sich Dandelion – Löwenzahn. Dandelion besitzt einen besonderen Fokus: Anders als bei Taproot oder Coinmixing geht es nicht darum, die Spuren auf der Blockchain zu verwischen. Stattdessen soll Dandelion die Propagation der Transaktion selbst, sprich das Senden der Transaktion an das Netzwerk anonymisieren. Das ist ein wichtiger Ansatz; eine Node, der man eine Transaktion schickt, kann diese mit verschiedenen Daten, unter anderem der IP-Adresse des Senders, verbinden.

Das will man erreichen, indem man eine Transaktion als erstes an eine einzige, zufällig ausgewählte Node schickt. Sie landet nicht im Mempool, wird aber weitergegeben. So bildet Dandelion den „Stamm“ einer Transaktion. Man spricht deshalb auch von der „Stem-Phase“, an die sich die „Fluff-Phase“ anschließt. In dieser senden alle gewählten Nodes die genannte Transaktion in den Mem-Pool. Wer mehr über diesen Ansatz erfahren möchte, kann einen sehr ausführlichen Medium-Post von Cryptonomy oder die beiden Ursprungspaper lesen.

Formelle Verifizierung von Smart Contracts und Bitcoin-Cash-Devkits


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Ethereum kam jüngst mit einem großen Investment in die News: Goldman Sachs, JP Morgan und andere investierten insgesamt 32 Millionen in das Unternehmen Axoni, welches an der Programmiersprache AxLang arbeitet. AxLang ist eine auf Scala aufbauende Sprache, mit welcher man Smart Contracts auf Ethereum und Ethereum-ähnlichen private Blockchains entwickeln können soll. Warum eine andere Sprache als Solidity nutzen? AxLang verspricht, dass die Smart Contracts formell verifizierbar sind. Das würde zum einen den Sicherheitsstandard erhöhen. Eine vor einigen Monaten diskutierte Studie zeigte, dass immerhin 3 Prozent der Smart Contracts auf der Ethereum-Blockchain Sicherheitslücken aufweisen.

Bitcoin Cash kann deutlich mehr als „die echte Vision Satoshis sein“. Zugegebenermaßen: Die ersten News behaupten (mal wieder) genau das. nChain gab bekannt, dass sie eine neue Full Node Implementation veröffentlichen wollen, die deutlich näher an Satoshis Vision heranrücken soll. Die Community reagierte eher verhalten; zum einen ist Craig Wright, der Chief Scientist von nChain, eine kontroverse Figur. Er behauptet von sich, Satoshi zu sein und hat verschiedene Blockchain-Patente forciert, was aus Sicht von Kritikern gegen den Open-Source-Gedanken der Bitcoin-Blockchain spricht. Zum anderen ist in diesem Projekt neben nChain Coingeek extrem stark involviert, die jüngst 30 Prozent der Hashing Power im Bitcoin-Cash-Netzwerk besaßen. Dezentral geht anders.

Man wird jedoch Bitcoin Cash nicht gerecht, wenn man nur auf diese technischen Neuigkeiten schaut. Jüngst wurde auf bitcoin.com mit BitBox ein Bitcoin Cash SDK veröffentlicht, was interessierten Entwicklern das notwendige Handwerkszeug zur Realisierung von Ideen auf der Bitcoin-Cash-Blockchain in die Hand geben soll. Dabei soll es über Wormhole auch möglich sein, Token und Smart Contracts zu entwickeln. Derartige Entwicklungen werden Bitcoin Cash deutlich besser helfen, als die Unmenge an „Bitcoin Cash is the real Bitcoin“-Tweets von Roger Ver.

Weitere News bei Altcoins: Ikarus, BOLT und Brücken zwischen Ethereum Classic und Bitcoin

Cardano hat in dieser Woche Ikarus veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine Wallet, die anders als Daedalus nicht den Download der gesamten Blockchain benötigt. Das ist für die Adaption von Cardano ein großer Schritt, schließlich möchte nicht jeder die gesamte Blockchain herunterladen.

Weiter oben wurde das Bestreben Bitcoins um Privatsphäre angesprochen. Wie steht das eigentlich um die Anonymität bei Layer-Lösungen wie dem Lightning Network? Auf jeden Fall tut sich hier etwas. Erst jüngst wurde der Code für BOLT, einem anonymen Lightning Network auf Zcash auf github veröffentlicht. Die Idee hinter BOLT ist schon älter und wurde ursprünglich von den Zcash-Gründern vorgeschlagen. Das anonyme Lightning Network soll zwei mit Payment Channels zusammenhängende Techniken nutzen: Commitments – die die Höhe einer Zahlung verstecken und blinde Signaturen, die die unsichtbare Signierung einer Transaktion erlauben.

Ethereum Classic als Brückenbauer: Mit dem ECIP-1046 soll es möglich werden, Transaktionen auf den Blockchains von Bitcoin oder Bitcoin Cash automatisch zu verfolgen. „Interoperabilität“ ist einer der Schwerpunkte von Ethereum Classic, in der Hinsicht passt diese Brücke zwischen Bitcoin und Ethereum Classic gut in das Konzept. Realisieren möchte man das über eine Analyse der Wurzel des Merkle Trees.

Lisk schließlich kann, wie schon in der letzten Woche, Neuigkeiten verkünden: Lisk Commander 1.0.0 wurde veröffentlicht. Dabei handelt es sich um das Command Line Interface von Lisk.

Neue Entwicklungen im Blockchain-Sektor: Erste Demo vom Binance-DEXund BLS-Signaturen

Jenseits einzelner Kryptowährungen konnte Binance in einem Video die erste Version ihrer dezentralen Kryptobörse zeigen. Bisher verfügt diese dezentrale Börse nur über ein Command Line Interface. Ein erster Schritt in Richtung Binance DEX ist damit auf jeden Fall unternommen. So interessant es ist, dass Binance dieses Video gepostet hat, wäre es wünschenswerter, wenn sie diese Alpha-Version etwas mehr der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen würde.

Außerdem ging es mal wieder um Signaturen. Signaturen sind ein sehr zentrales Thema für Bitcoin. Taproot und Lightning benötigen beide Signaturen, eine Bitcoin-Transaktion wird durch die Signatur aus dem Private Key des Senders und dem Public Key des Empfängers generiert und im Fall der Anlagenverwaltung mit mehreren Parteien sind „Multi-Signature-Wallets“ immer wieder ein Stichwort. An sich ist Schnorr das große Schlagwort, wenn es um neue Signatursysteme für Bitcoin geht. Schnorr-Signaturen versprechen verschiedene Vorteile gegenüber den klassischen ECDSA-Signaturen. Doch auch Schnorr-Signaturen haben ihre Grenzen: Beispielsweise sind m-von-n-Multisignaturen in Schnorr schwierig zu implementieren. Diese und andere Grenzen sollen durch BLS-Signaturen gelöst werden. BLS steht führ David Boneh, Ben Lynn und Hovav Shacham, die dieses Signaturschema in einem Paper vorstellten. Seit einiger Zeit gibt es jetzt eine neue Library, die BLS-Signaturen implementiert.

So sind wir nach einem Rundgang durch die technischen News dieser Woche wieder bei Signaturen angekommen. Man sieht mal wieder: Auch jenseits der Preise, Kurse und Meinungen von irgendwelchen Finanzexperten ist die Kryptowelt weiterhin sehr spannend!

BTC-ECHO

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