SEC-Bedenken – Fonds ziehen geplante Bitcoin-ETFs zurück

Zwei US-Fondsanbieter haben nach den gestern bekannt gewordenen Bedenken der zuständigen US-Börsenaufsicht SEC ihre geplanten Bitcoin-Indexfonds zurückgezogen. Der derzeit laufende Listungsantrag von fünf sogenannter Exchange Traded Funds (ETFs) des Anbieters Direxion Asset läuft jedoch weiter.



Update (Stand 10. Februar): Inzwischen haben neben Direxion Asset auch die Fondsanbieter Exchange Listed Funds und ProShares ihre Vorschläge für Bitcoin-ETFs zurückgezogen. Die Indexfonds sind jedoch noch nicht gänzlich vom Tisch. Derzeit läuft ein öffentliches Anhörungsverfahren der SEC gegenüber den ETF-Vorschlägen der Chicagoer Optionsbörse CBOE. Pflichtveröffentlichungen zufolge hoffen insgesamt mindestens 14 ETF und andere Börsen-Produkte rund um Bitcoin auf grünes Licht von der SEC.

Sollte die Aufsicht den ETF-Varianten der Windy City ihre Erlaubnis erteilen, könnten auch Wall-Street-Anbieter ihre Hoffnung in die Bitcoin-Indexfonds zurückerlangen.

Nachdem in gestrig veröffentlichen Untersuchungsdokumenten entsprechende Bedenken der Securities and Exchange Commission (SEC) öffentlich wurden, haben die beiden Fondsanbieter Rafferty Asset Management und Exchange Traded Concepts den Launch dreier geplanter Bitcoin-ETFs zu den Akten gelegt. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag, den 09.01.

Grund dessen sei aus den Dokumenten ersichtliche Sorge mit Blick auf die „Liquidität und Bewertung“ der Bitcoin-Indexfonds.

Wie BTC-ECHO berichtet, läuft derzeit das Zulassungsgesuch des Anbieters Direxion Asset weiter. Dieser hatte diese Woche die Listung von fünf ETFs an der New Yorker Sekundärbörse Arca Exchange beantragt.

Die Indexfonds ermöglichen es Kunden, nicht auf den Bitcoin-Kurs selbst, sondern auf den Handelswert der Bitcoin-Futures an den US-Börsen CBOE und CME zu wetten. Diese hatten vergangenen Dezember scheinbar mühelos ihre am Kurs der Quasi-Leitwährung orientierten Zukunftskontrakte auf den Weg gebracht. Mit den geplanten Bitcoin-ETFs soll es nun möglich sein, an der New Yorker Börse Kurse doppelt zu hebeln. Dies bedeutet, dass mit ihnen Gewinne bis zum Doppelten der Futures-Zuwächse möglich sind.

Wie Business Insider berichtet, stellt dies allerdings Grund zur Sorge dar. So geben Experten zu bedenken, es sei möglicherweise zu früh für die zwiebelartige Schichtung der Zukunftskontrakte. Durch den noch jungen Bitcoin-Markt könnte es zu einer Entkopplung der ETFs vom eigentlich zugrundeliegenden Bitcoin-Kurs kommen.

Anders als bei Futures, sind Indexfonds nicht von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) abhängig, sondern von der Zustimmung der SEC. Die Bedenken letzterer widersprechen damit der Zulassung der CFTC und stellen ein seltenes Beispiel des Widerspruchs verschiedener Börsenbehörden dar.

Neben dem laufenden Listungsantrag plant die New Yorker Investment Bank Cantor Fitzgerald sowie die größte elektronische Börse NASDAQ eigene Zukunftskontrakte für das laufende Jahr. Der Durchbruch des Bitcoin an der Wall Street, dem weltweit wohl bekanntesten und wichtigsten Knotenpunkt internationaler Finanzmärkte, liegt demnach nicht auf Eis.

Zum Hintergrund

Unter Indexfonds oder ETFs verstehen sich im Allgemeinen Börsenanlagen, die sich auf die Wertentwicklung eines Aktien-Indexes wie des DAX oder des Dow Jones beziehen. ETFs sind bei Anbietern oft kostengünstig erhältlich und ermöglichen es statt auf einzelnen Aktien in ganze Märkte zu investieren. Bitcoin-ETFs würden Finanzgeschäfte abseits des eigentlichen Handels mit der Währung ermöglichen. Ihre Listung an den US-Börsen wäre ein weiterer entscheidender Schritt hin zur Mainstream-Etablierung der Kryptowährung auf den Finanzmärkten.

BTC-ECHO

Über David Barkhausen

David BarkhausenDavid Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben und berichtetet. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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