Streit ums Digitalgeld 

Stablecoins spalten führende Notenbanker auf beiden Seiten des Atlantiks

Stablecoins könnten nach Ansicht eines Fed-Gouverneurs die Rolle des US-Dollars stärken. Aus Großbritannien kommt dagegen deutlicher Gegenwind.

Josip Filipovic
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Dsa Bild zeigt Cristopher Waller

Beitragsbild: picture alliance

| Stablecoins werden weltweit populärer

Der Gouverneur der US-Notenbank Federal Reserve, Christopher Waller, hat sich positiv zu Stablecoins geäußert. Auf der Dubrovnik Economic Conference erklärte der Zentralbanker, dass dollarbasierte Token den Einfluss der US-Geldpolitik sogar stärken könnten. Länder, die verstärkt auf Stablecoins mit US-Dollar-Bindung setzen, würden indirekt auch amerikanische Finanzbedingungen übernehmen. Diese seien für ihn vor allem ein neues Zahlungsmittel und würden mehr Wettbewerb in den Zahlungsverkehr bringen.

Mit seiner Einschätzung stellt sich Waller gegen viele Kritiker aus dem traditionellen Finanzsektor. Die Debatte gewinnt in den USA an Bedeutung, da Washington derzeit an Gesetzen für digitale Vermögenswerte arbeitet. Dazu zählt auch der Clarity Act, der für mehr Rechtssicherheit bei Kryptowährungen sorgen soll. Stablecoins gelten dabei als einer der wichtigsten Bereiche für die weitere Entwicklung des Marktes.

Stablecoins spalten führende Zentralbanker

Deutlich skeptischer äußerte sich Megan Greene von der Bank of England. Die britische Notenbankerin erwartet, dass Stablecoins in einigen Jahren an Bedeutung verlieren könnten. Stattdessen rechnet sie mit einem Durchbruch tokenisierter Bankeinlagen. Dabei handelt es sich um digitale Versionen klassischer Bankguthaben, die auf Blockchain-Technologie basieren.

“Ich denke, tokenisierte Einlagen werden wahrscheinlich die Stablecoins ablösen, und in fünf Jahren werden wir uns vermutlich fragen, warum wir überhaupt über Stablecoins gesprochen haben”, so Greene.

Auch digitale Zentralbankwährungen waren Thema. Waller sieht CBDCs kritisch und sprach von einer “Lösung auf der Suche nach einem Problem“. Einen Nutzen, der nur durch digitale Zentralbankwährungen erfüllt werden könne, erkenne er nicht.

Für den Krypto-Markt bleibt die Debatte von hoher Bedeutung. Digitale-Token bilden die Grundlage für einen Großteil des Handelsvolumens im digitalen Finanzsektor und spielen eine zentrale Rolle bei der Verbindung von Kryptowährungen und traditionellen Märkten.

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