Savedroid – Ein PR-Debakel ist nicht das Ende

Quelle: PR/Savedroid

Savedroid – Ein PR-Debakel ist nicht das Ende

Im April haben Savedroid im Rahmen eines PR-Stunts vorgegeben, die Investoren betrogen zu haben. Der PR-Stunt sollte auf die Risiken bei ICO-Investments hinweisen, hat jedoch dem Ansehen des Unternehmens nachhaltig geschadet. Was hat sich seitdem bei Savedroid getan? 

Aaand its gone! Diese drei Worte erschütterten Mitte April die Kryptoszene. Am 18. April verschwand das Unternehmen Savedroid von der Bildfläche, ein Foto von Yassin Hankir, dem CEO von Savedroid aus Ägypten und ein South-Park-Bild mit der Aufschrift “and its gone” ließen Vermutungen um einen Exit-Scam aufkommen.

Am 19. April trat Savedroid wieder an die Öffentlichkeit, sagte, dass es sich um einen PR-Stunt handelte, mit dem man potenzielle Investoren ob der Risiken, die mit ICO-Investments zusammenhängen, sensibilisieren wollte. Auch wenn dieser Ansatz vollkommen nachvollziehbar ist, kam die Aktion extrem negativ an. Die ersten öffentlichen Aussagen von Yassin Hankir, in denen diese Aktion noch verteidigt wurde, bestätigten das negative Bild.

Lessons learned für Safedroid und Anleger

In der Zeit danach bemühte sich das Unternehmen um Schadensbegrenzung, war jedoch vielen – erstmal auch BTC-ECHO – zu verbrannt. In einem Gespräch mit BTC-ECHO äußerte sich Yassin Hankir einsichtig:

“Wir haben selbstkritisch über unsere Aktion reflektiert. Das Ergebnis ist zweigeteilt: Einerseits ist klar, dass es der falsche Weg war und dafür entschuldigen wir uns aufrichtigst. Wir haben unsere Lektion gelernt, das wird sich nicht wiederholen. Andererseits halten wir an unserer Motivation fest, höhere Qualitätsstandards am ICO-Markt zu etablieren. Wir sind überzeugt, dass proaktive Aufklärungsarbeit der richtige Weg ist, um ICO-Teilnehmer informiert Kaufentscheidungen zu ermöglichen und den Markt nachhaltig zu gestalten.”

Die Frage, die sich stellt: Kann man einem Unternehmen nach einer derartigen Aktion vergeben?

Wenn es um Vergebung geht, drängen sich religiöse Metaphern auf. “Richtet nicht”, “Der ohne Sünde werfe den ersten Stein” und ähnliche Redewendungen haben es in den normalen Sprachgebrauch geschafft – und haben, religiöser Ursprung oder nicht, eine Bewandtnis. Die Aktion von Savedroid und die ersten Äußerungen von Yassin Hankir waren ein absolutes PR-Debakel. Doch Unternehmen entwickeln sich weiter und lernen aus ihren Fehlern. Es entschuldigte sich und lud Kunden zum Grillen ein.

Alles also wieder schick? Nicht so schnell. Wenn wir schon religiöse Metaphern bemühen, dann kann man auch “Geh und sündige fortan nicht mehr” und “Seid klug wie die Schlangen” zitieren: Einem einsichtigen Unternehmen kann man eine zweite Chance bieten. Vergeben muss nicht vergessen bedeuten, entsprechend kann man offen und kritisch die weitere Entwicklung von Savedroid verfolgen. Es ist falsch, ein Unternehmen auf einen PR-Stunt zu reduzieren.

Krypto-App, KI-Kompetenzen – nächste Schritte für Savedroid

Im Sinne dieser kritischen Offenheit, der Klugheit der Schlange, kann man mal ein Update bezüglich des Projekts geben:

Ende Juni wurde eine App für die Verwaltung von Krypto-Funds veröffentlicht. Diese ist für Android-Nutzer schon erhältlich, gemäß der Webseite soll sie bald auch für das iPhone verfügbar sein. So schön die Usability auch aussieht, bin ich hier vielleicht zu sehr ein Purist und finde das “nicht vorhandene Risiko, den Private Key zu verlieren” eher kein positives Argument, aber für einfach bedienbare, intuitive Asset-Verwaltungen ist zweifelsohne ein Markt vorhanden. Gerade Neulinge haben mit dem BYOB-Ansatz und der damit verbundenen Selbstverantwortung häufig Schwierigkeiten.

Der Bereich der KI-basierten Asset-Verwaltung möchte Savedroid weiter ausbauen. Ein Gedanke dabei ist, eine Portfolio-Optimierung auf der Basis von künstlicher Intelligenz zu entwickeln, ein Ansatz, den man zum Teil im Bereich der Robo-Advisors kennt. Dazu konnte man Prof. Dr. Danko Nikolic vom MPI for Brain Research als neuer Chief Data Officer gewinnen. Mit laut Google Scholar insgesamt 86 Veröffentlichungen, 4.320 Zitierungen und einem H-Index von 30 gehört er zweifelsohne zu den Experten auf dem Gebiet der Neuroscience und Informatik.

Börsenlisting auf HitBTC, Bancor & TIDEX

Für jene, die seinerzeit in den Savedroid-ICO investiert haben oder nun SVT-Token erwerben wollen, gibt es weitere Neuigkeiten: Auf den Börsen HitBTC, Bancor, IDEX und TIDEX wird der SVD-Token heute Abend um 20 Uhr gelistet.

Man sieht, dass ein Unternehmen noch ein Leben nach einem vorgegaukelten Exit-Scam haben kann. Mit gesunder Skepsis und einer interessierten Offenheit werde ich den weiteren Weg des deutschen Unternehmens verfolgen.

BTC-ECHO

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