Regulierung? Aber vernünftig, bitte!

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Regulierung? Aber vernünftig, bitte!

Sinnvolle Worte von der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde. Der Vorsitzende Andrea Enri hat zu Bedenken gegeben, dass zu eine zu starke Regulierung Finanz-Innovationen ausbremsen wird. Eher brauchten Regulatoren Ansätze, um sich sinnvoll mit Blockchain, Bitcoin & Co zu befassen.

Die Neuigkeiten rund um Regulierung von Kryptowährungen und Blockchain brechen kaum ab. Die Vorgehensweise deckt dabei das gesamte Spektrum von Adaption bis Verbot an. Japan schließt seine Börsen, die US-amerikanische Finanzaufsichtsbehörde mahnt mit dem Zeigefinger, Länder wie Kambodscha und Venezuela wollen landeseigene Kryptowährungen herausgeben, um ihre Wirtschaft zu retten. Die Einstellungen der Regierungen sind dabei meist extrem. Entweder man will so viel möglich profitieren oder lehnt sie komplett ab. In dieses Gemengelage stellt sich nun Andrea Enri und findet vernünftige Worte.

So sprach sich der Vorsitzende nun dafür aus, Kryptowährungen nicht zu stark zu regulieren. Das Bedenken, das ihn dazu trieb, ist die Befürchtung, dass zu viel Regulierung den technischen Fortschritt einschränkt. Die Finanzaufsichtsbehörde will nun im Verlauf der nächsten Woche eine Roadmap für die kommenden zwei Jahre veröffentlichen, in der das Regulierungsvorhaben Thema ist.

In einer Rede vor der Kopenhagener Business School am 09. März sagte Enri, dass er es bezweifle, dass man bei Kryptowährungen genauso wie beim traditionellen Finanzsystem vorgehen solle. Verschiedene Banken hatten zu Bedenken gegeben, dass Kryptowährungen keinen institutionellen Hintergrund hätten und nicht die Funktionen von Zahlungsmitteln erfüllen würden. Das Argument war, dass Kryptowährungen aufgrund ihrer Fluktuation nicht die dahingehenden Funktionen wie Rechnungseinheit, Tauschwirkung oder Wertspeicher erfüllen würden:
„Ich bin noch nicht überzeugt, dass das ausreicht, um bei Kryptowährungen das gesamte Register an Regulierung zu ziehen.“ Kryptowährungen könne man durchaus als Zahlungsmittel benutzen.

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Enria kritisierte, dass sich die politische Debatte jeweils auf zwei Herangehensweisen beschränkt: Regulieren und Einengen. Das Motto sei demnach, innovative Unternehmen zu verbieten oder den Dingen einfach ihren Lauf zu lassen. Er hingegen sei eher letzterem zugewandt, da ein dynamischer Finanzsektor Luft zum Atmen benötige.

Regulatorische Herangehensweise meist nur zweischienig

Seiner Meinung nach zeigte sich dennoch, dass beide regulatorischen Herangehensweisen ihre Beschränkungen aufwiesen. Ersterer sei in offenen Märkten ineffektiv der zweite hingegen berge Risiken in gänzlich unregulierten Sektoren. Er glaubt vielmehr, dass ein pragmatisch Ansatz sinnvoll ist. Dieser müsste nach Meinung des Vorsitzenden spezifische regulatorische Vorschriften beinhalten, die die verschiedenen Risiken für Firmen, Kunden, den Finanzsektor und die gesamte Wirtschaft beachten.

Enria glaubt jedoch auch, dass Banken gewisse Aufgaben behalten sollen. Allen voran sei es die Aufgabe von Banken, für die Liquidität von Geldflüssen in Momenten der Krise zu sorgen. Services wie Zahlungen und die Verwaltung von elektronischen Geldflüssen. Diese Aufgaben seien nicht zwingend an die Existenz von Banken gebunden.

Wichtiges Signal für die Kryptoszene

Das Vorhaben von Enria und der Europäschen Bankenaufsichtsbehörde ist ein deutlich positives Signal für die Kryptoszene. Wie man nicht zuletzt an den Beispielen von China und Südkorea sieht, können staatliche Verbote einem dezentralen Ökosystem nicht die Stirn bieten. Ein geregeltes Rahmenwerk das zudem überstaatlich gilt, wird letztlich auch dafür sorgen, dass sich der Bitcoin- und Altcoinkurs unabhängiger von Panik an den Märkten entwickeln können.

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