Boom ohne Sicherheitsnetz 

BIZ schlägt Alarm: Krypto-Börsen wachsen ohne ausreichenden Schutz

Krypto-Börsen bieten immer mehr Finanzdienste, die an Banken erinnern. Doch der Schutz für Anleger bleibt deutlich geringer.

Josip Filipovic
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Das Bild zeigt die Website der Bank of International Settlement

Beitragsbild: Shutterstock

| Banken und Kryptobörsen geraten zunehmend in einen Konflikt

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) schlägt Alarm und warnt vor wachsenden Risiken durch Krypto-Börsen. In einem aktuellen Bericht hebt die Institution hervor, dass viele Angebote großer Krypto-Anbieter klassischen Bankprodukten ähneln. Nutzer können Zinsen verdienen oder Vermögenswerte verleihen, doch im Gegensatz zu traditionellen Banken fehlt eine Absicherung der Einlagen.

Damit entsteht ein strukturelles Problem. Während Kunden ähnliche Renditen wie bei Bankeinlagen erwarten, tragen sie deutlich höhere Risiken. Kommt es zu Zahlungsausfällen oder Liquiditätsproblemen, gibt es keinen Schutzmechanismus, der Verluste auffängt. Die BIZ sieht darin eine potenzielle Gefahr für Anleger, die die Unterschiede zwischen Krypto- und Bankprodukten unterschätzen.

Krypto-Börsen nähern sich Banken an

Im Detail verweist die BIZ auf “multifunktionale Krypto-Intermediäre“, die mehrere Finanzdienstleistungen unter einem Dach bündeln. Dazu zählen Handel, Kreditvergabe und verzinste Konten. Laut Bericht schaffen diese Angebote eine Nähe zum klassischen Bankensystem, ohne jedoch denselben regulatorischen Anforderungen zu unterliegen.

“Kunden betrachten MCIs möglicherweise als sichere Orte für die Aufbewahrung ihrer digitalen Vermögenswerte, doch in vielen Jurisdiktionen operieren diese Plattformen ohne die aufsichtsrechtlichen Sicherheitsvorkehrungen, wie etwa Kapital- und Liquiditätsanforderungen, die typischerweise für Finanzintermediäre gelten, die vergleichbare Risikotransformationen durchführen“, heißt es in dem Bericht.

Die BIZ fordert deshalb strengere Regeln und eine klarere Abgrenzung zwischen Krypto-Anbietern und Banken. Ziel sei es, Transparenz zu schaffen und sicherzustellen, dass Nutzer die tatsächlichen Risiken verstehen.

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