RBI Coin Raiffeisen Bank International entwickelt Token-Plattform auf Blockchain-Basis

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

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Während die Entwicklung digitaler Zentralbankwährungen allmählich voranschreitet, arbeitet auch die Raiffeisen Bank International an der
Digitalisierung nationaler Währungen und hat jüngst ein Pilotprojekt namens RBI Coin gestartet.

Die Raiffeisen Bank International (RBI) und Billon, ein polnisch-britisches FinTech, haben die gemeinsame Entwicklung einer Tokenisierungs-Plattform für nationale Währungen angekündigt. Das Pilotprojekt folgt auf den erfolgreich abgeschlossenen Proof-of-Concept und soll bis Ende 2020 eingeführt werden. An dem Projekt nehmen zunächst ausgewählte Firmen- und institutionelle Kunden der RBI teil.

Laut einer schriftlichen Mitteilung soll das Projekt „eine neue Form der Tokenisierung nationaler Währungen unter Verwendung der Distributed-Ledger-Technologie von Billon zum Einsatz bringen“. Die Umsetzung der Tokenisierungsplattform mit dem eigens entwickelten RBI Coin wurde von Billon im Rahmen des Elevator Labs am 5. März abgeschlossen und soll nun bei Interbankengeschäften zum Einsatz kommen. Mittels der Blockchain-Technologie soll das Digitalized Distributed Cash System von Billon E-Geld-Transaktionen durch die Tokenisierung nationaler Währungen beschleunigen.

Blockchain-Netzwerk in MOE-Ländern geplant

Wenn das Projekt erfolgreich ist, sei laut RBI die anschließende Einführung in den MOE-Staaten geplant, also mittel- und osteuropäischen Ländern. Zu diesen Ländern gehören unter anderem Russland, Polen, Rumänien und die Tschechische Republik. Der RBI-Coin wird dann 1:1 an den Euro oder andere nationale Währung gekoppelt.


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Stefan Andjelic, Blockchain-Entwicklungsleiter bei der Raiffeisen Bank International, kommentiert:

Billon ist ein großartiges Beispiel für ein Fintech, das die Blockchain-Technologie an die Bedürfnisse von Banken und ihren Kunden anpasst. Gerade während der COVID-19-Situation müssen Banken mit Fintechs zusammenarbeiten, um schneller innovativ zu sein und den Kunden bei der Zahlungsabwicklung und den Liquiditätsbedürfnissen zu helfen.

Der RBI Coin soll schließlich den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr beschleunigen. Dabei kann die Raiffeisen Bank International auf die Expertise von Billon zurückgreifen. Das Fintech „schuf das erste unternehmensweite DLT-System, das Transaktionen in nationaler Währung, Dokumentenverwaltung und Identitätsmanagement in einer einzigen Architektur vereinte“. Während Billon für die Entwicklung und Wartung der Blockchain-Plattform verantwortlich ist, übernimmt die RBI die Abwicklung von Mikrozahlungen und die Verschlüsselung von On-Chain-Daten.

Auch Bankenriese JPMorgan entwickelt derzeit einen Altcoin, der bei der Abwicklung von Intra- und Interbankengeschäften zum Einsatz kommen soll. Der in Zusammenarbeit mit dem Londoner Start-up Aztec und auf der Quorum-Blockchain basierende JPM Coin befindet sich derzeit noch in der Testphase und soll primär bei konzerninternen Überweisungen und Anleihengeschäften Verwendung finden. Als Stable Coin ist der JPM Coin vom US-Dollar gedeckt und könnte aufgrund ähnlicher Anwendungsfälle mit Ripples Banken-Coin XRP um die Gunst der Banken buhlen.


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