Plötzlich fiel der Bitcoin-Kurs: Probleme bei Binance
Phillip Horch

von Phillip Horch

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Bitcoin-Kurs sinkt, Probleme bei Binance

Quelle: Shutterstock

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Auf der Binance-Futures-Plattform schwankte der Bitcoin-Kurs am 16. September erheblich. Der vermeintliche Grund löste eine Tweet-Serie des Geschäftsführer Changpeng Zhao aus. Und zeigte die mangende Reife der weltweit größten Krypto-Börse.

Bitcoin Futures stehen hoch im Kurs. Die Anlagevehikel, mit denen man auf den Bitcoin-Kurs wetten kann, spalten die Community. So stehen die Terminkontrakte für Kryptowährungen im Verdacht, Einfluss auf den Kursverlauf von BTC zu haben. Andererseits bieten sie Tradern eine Möglichkeit, auch bei sinkenden Kursen zu profitieren – ein Zusammestoß von Krypto-Ökosystem und traditionellem Finanzmarktes.

Und plötzlich schwankte der Bitcoin-Kurs


Während die Community derzeit auf die physisch hinterlegten Bitcoin Futures aus dem Hause Bakkt wartet, hat auch eine der größten Krypto-Börsen weltweit den Start einer eigenen Plattform angekündigt. Diese befindet sich aktuell noch in den letzten Zügen des Testlaufes. Ausgewählte Nutzer konnten bis vor Kurzem zwei Plattformen testen, um zu entscheiden, welche besser funktioniert. Binance hat sich anschließend jedoch für beide Plattformen entschieden.

Dabei kam es offenbar zu Startschwierigkeiten. So twitterte der Geschäftsführer der Krypto-Börse am Morgen des 16. September, dass ein „Angreifer“ auf der Futures-Börse von Binance den Bitcoin-Kurs nach unten manipulierte – genauer gesagt von 10.324 US-Dollar auf 10.024 US-Dollar.

Wie Changpeng Zhao nun jedoch berichtet, kam der vermeintliche „Angreifer“ offenbar aus eigenen Reihen – es gab technische Probleme mit den Market Makern. Laut Zhao habe der Knick im Bitcoin-Kurs keine Nutzer außer dem Angreifer selbst betroffen.

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Ein Market Maker von einer kleineren Futures-Plattform versuchte, die Binance-Futures-Plattform anzugreifen. KEINER wurde liquidiert, da wir den Index-Preis (und nicht die Futures-Preise) für Liquidierungen (unsere Neuerung) verwenden. Nur der Angreifer hat einen Haufen Geld verloren – und das war’s.

Dann der Schock: Der Angreifer soll sein Werk schon zum zweiten Mal ausführen:

Der Angreifer ist ein wohlbekannter Account, der auf Binance handelt und seine eigene Futures Exchange vor ein paar Monaten startete. Das war sein zweiter Versuch. Schande!

Doch dann kam die Auflösung. Changpeng Zhao fand heraus, dass es sich um ein „Versehen“ handelte. Technische Schwierigkeiten sollen die kurzzeitige Bitcoin-Kurs-Manipulation auf der Futures-Plattform ausgelöst haben:

Ich hatte einen Chat mit dem Client. Es war ein Unfall, weil es schlechte Parameter auf ihrer Seite gab. Es war keine Absicht. Jetzt ist alles gut.

Alles gut?

Der Vorfall macht erneut darauf aufmerksam, dass es dem Blockchain-Ökosystem an Reife fehlt. Der Geschäftsführer der größten Krypto-Börse der Welt klagt auf Twitter einen angeblichen Angreifer an, dass er versuche, den Bitcoin-Kurs zu manipulieren beziehungsweise die Handelsplattfrom zu beeinflussen. Nach kurzer Zeit fällt ihm jedoch auf, dass es nur ein technischer Fehler gewesen sei.

Obendrein handelte es sich laut Zhao um den zweiten Versuch des Hackers, das System zu manipulieren. Dabei sind solche Meldungen und Sicherheitslücken genau das, was bei Regulierungsbehörden Zweifel auslöst. So bemängelt die US-amerikanische Börsenaufsicht nach wie vor, dass es mögliche Bitcoin-Kurs-Manipulationen aufgrund fehlender Sicherheit bei Börsen gibt. Grund genug, dass die Securities and Exchange Commission keinen BTC ETF genehmigt.

In jüngster Vergangenheit kamen außerdem wiederholt Meldungen auf, die an den Sicherheitsvorkehrungen von Binance zweifeln lassen. So verlor die Börse bei einem Angriff etwa 7.000 BTC. Hinzu kamen Berichte über unlautere Verstrickungen bezüglich der Wohltätigkeitsorganisation Binance Charity. Die Geschäftsführerin Helen Hai soll nebenbei eine Schuhfabrik betreiben, bei der unter unwürdigen Bedingungen gearbeitet werden muss. Anfang August wurde dann ein Datenleak bekannt, bei dem ein Hacker Kundendaten veröffentlichte – Bilder samt Ausweis, die von den Verifizierungsmaßnahmen stammen.

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