Die dunkle Seite der Bitcoin-Börse: Helen Hai von Binance soll Schuhfabrik in Äthiopien betrieben haben

Quelle: Shutterstock

Die dunkle Seite der Bitcoin-Börse: Helen Hai von Binance soll Schuhfabrik in Äthiopien betrieben haben

Die Bitcoin-Börse Binance unterhält offenbar personelle Verstrickungen zu einer Schuhfabrik in Äthiopien. Dort produzieren Menschen für 52 US-Dollar im Monat Schuhe, die unter anderem zur Modelinie der Tochter des US-Präsidenten Ivanka Trump gehören sollen. Das soll unter der Schirmherrschaft der Vorsitzenden der Charity Organisation von Binance, Helen Hai, passieren. So legt es ein kürzlich veröffentlichtes Video des YouTubers Chico Crypto nahe. 

Disclaimer: Die hier dargestellten Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen überprüft. Dennoch können wir keine Garantie für die komplette Vollständigkeit und Richtigkeit der dargestellten Informationen geben. 

Die Wohltätigkeitsorganisation der Bitcoin-Börse

Die Wohltätigkeitsorganisation der weltweit größten Bitcoin-Börse Binance hat sich große Ziele auf die Fahnen geschrieben. Laut offizieller Homepage zählen zu diesen unter anderem die Abschaffung von Armut, Hunger, Ungleichheit und die Schaffung einer weltweiten Trinkwasserversorgung.

Wie ein Video des YouTube-Bloggers Chico Crypto nun jedoch nahelegt, gibt es personelle Verstrickungen der Bitcoin-Börse, die alldem gegenläufig sind. Demnach betrieb die Vorsitzende der Charity Organisation, Helen Hai, eine Schuhfabrik in Äthiopien, in der Menschen zeitweise für 40 US-Dollar monatlich arbeiteten. Dabei produzieren sie doppelt so viel wie eine gleichwertige Fabrik in China, allerdings bei einem Zehntel des Gehalts.

Helen Hai: Vorsitzende der Binance Charity Organisation & Botschafterin des guten Willens

Zunächst stützen sich die Informationen auf einen Bericht des Tech-Magazins Breakermag. In einem Artikel vom Oktober 2018 berichtet dort Corin Faife, dass Helen Hai eine Schuhfabrik in Äthiopien betrieb, in der die Arbeiter weniger als 50 US-Dollar im Monat verdienten. Außerdem ist sie „Botschafterin des guten Willens“ bei der United Nations Industrial Development Organization (UNIDO). Dort heißt es:

Helen Hai ist CEO der Made-in-Africa-Initiative, die Regierungen in Afrika zu Industrialisierung und Investitionen berät. Sie ist außerdem Mitgründerin von C&H Garments, einem Pionier der pan-afrikanischen exportorientierten Kleidungshersteller. […] 2016 hat Hai den renommierten Preis des National Order of Lion erhalten. […] Als Botschafterin des guten Willens [Goodwill Ambassador] der UNIDO fokussiert sie sich auf die Industrialisierung Afrikas.


[Anzeige]
Bitcoin kaufen mit dem Bitwala Konto. Warum ein Bankkonto bei Bitwala? Ein Bankkonto “Made in Germany” mit Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro; 24/7 Bitcoin Handel mit schneller Liquidität; Gehandelt werden ausschließlich ‘echte’ Bitcoin – keine Finanzderivate wie CFDs; Sichere Nutzerkontrolle über das Bitcoin Wallet und den private Schlüssel; Mit der kontaktlosen Debit-Mastercard weltweit abheben und bezahlen.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Wie nun aus dem Bericht von Faife hervorgeht, arbeitete Hai zuvor für die Huajian Group, einem chinesischen Schuhhersteller, der eine chinesische Schuhfabrik im Industriegebiet von Addis Ababa, der Hauptstadt von Äthiopien betreibt. Ebendiese Huajian Group war 2017 in die Schlagzeilen geraten, da ein Undercover-Aktivist dort Verstrickungen zur Schuhlinie von Ivanka Trump aufdeckte. Wie China Labor Watch an anderer Stelle berichtet, sind die Arbeitsbedingungen des Unternehmens menschenunwürdig. Demnach arbeiteten die Menschen in den chinesischen Filialen der Huajian Group von 7:10 Uhr bis 22:00 Uhr, also gute 15 Stunden am Tag für einen Lohn, der unter dem Mindestlohn lag.

Monatslohn reicht maximal für zwei Wochen

In einem Video zur Fabrik in Äthiopien spricht Helen Hai hingegen persönlich darüber, dass der Monatslohn der Arbeiter lediglich für zwei Wochen im Monat zum Leben reiche. Sie führt dies allerdings auf einen „Mangel an Disziplin“ zurück.

CNN.com: Huajian Group – Chinese shoe maker moved to Ethiopia

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Bereits 2012 stellte wiederum das französische Nachrichtenmagazin 20 Heures fest, dass die Arbeiter dort für 45 US-Dollar im Monat arbeiteten. Dabei handelte es sich um ein Zehntel des Lohnes von chinesischen Arbeitern, allerdings bei doppelter Produktivität. Sechs Jahre später wiederum wurde gegenüber der Associated Press verlautbart, dass sich der Lohn angehoben habe. Auf 51 US-Dollar im Monat.

Laut Aussagen der Arbeiter seien die Arbeitsbedingungen für die Arbeiter denkbar schlecht. So habe es weder Schutzkleidung gegeben, auch das Essen sowie Hygienemaßnahmen seien schlecht gewesen. Die Wasserqualität sei ferner so miserabel gewesen, dass manche Arbeiter an Typhus erkrankt seien. Eine Krankheit, die unbehandelt zum Tode führen kann.

Die Binance Charity Organisation & die Industrialisierung Afrikas

Wie Chico Crypto nun nahelegt, ist die Binance Charity Organisation nach wie vor in die dortigen Arbeitsverhältnisse verstrickt. Der Skandal an der Sache: Die Wohltätigkeitsabteilung der Bitcoin-Börse finanziert sich aus Listing-Gebühren für Kryptowährungen. Somit, meint der YouTuber, will Binance darüber hinwegtäuschen, dass es sich um ein „Paid to Played Exchange Model“ handelt. Eine Börse also, die sich für Listings von neuen Kryptowährungen (gut) bezahlen lässt.

Für die Zukunft plane Hai ferner, zwei Milliarden Euro in den Standort in Äthiopien zu investieren, um letztlich von der dortigen Arbeitskraft zu profitieren. In der Arena rund um Addis Abeba haben sich bereits sechs chinesische Firmen angesiedelt, in zwei Jahren sollen es 80 Unternehmen mit 20.000 Arbeitern sein.

Das ganze Video könnt ihr hier sehen:

Binance Charity’s Darkside: An Evil Past. A Must Watch! Who Is Helen Hai? Part 1 of 2

Dieses Video ansehen auf YouTube.

 

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Bitmain eröffnet Bitcoin-Mining-Anlage in Texas
Bitmain eröffnet Bitcoin-Mining-Anlage in Texas
Mining

Der Mining-Chip-Hersteller Bitmain baut seine Präsenz in den USA weiter aus. Hierfür nahm er eine weitere Anlage für das Minen von Bitcoin in Betrieb. Diese könnte einst zur „größte Bitcoin-Mining-Anlage der Welt“ heranwachsen.

HTC kündigt Bitcoin Full Node auf Budget-Smartphone an
HTC kündigt Bitcoin Full Node auf Budget-Smartphone an
Bitcoin

Auf dem HTC Exodus 1s wird laut Hersteller eine Bitcoin Full Node laufen können. Damit werden Besitzer des Smartphones zu souveränen Teilnehmern des Bitcoin-Netzwerks: Sie können Transaktionen verifizieren und sorgen so für mehr Dezentralität im Netzwerk. In der Szene schlägt die Ankündigung große Wellen.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Bitmain eröffnet Bitcoin-Mining-Anlage in Texas
Bitmain eröffnet Bitcoin-Mining-Anlage in Texas
Mining

Der Mining-Chip-Hersteller Bitmain baut seine Präsenz in den USA weiter aus. Hierfür nahm er eine weitere Anlage für das Minen von Bitcoin in Betrieb. Diese könnte einst zur „größte Bitcoin-Mining-Anlage der Welt“ heranwachsen.

Frax: Der Stable Coin von Ex-Trump-Berater Moore
Frax: Der Stable Coin von Ex-Trump-Berater Moore
Insights

Ein ehemaliger Berater von US-Präsident Donald Trump möchte nun seinen eigenen Stable Coin auf den Markt bringen. Der Krytpo-Neuzugang soll an eine fraktionale Reserve an den US-Dollar angebunden sein und auf den Namen „Frax“ hören. Was hat Frax zu bieten?

Bitcoin-Kurs- und Marktbetrachtung: BTC bald wieder über 10.000 US-Dollar?
Bitcoin-Kurs- und Marktbetrachtung: BTC bald wieder über 10.000 US-Dollar?
Kursanalyse

Die aktuelle Kursentwicklung vom Bitcoin-Kurs sieht danach aus, als könnte im November der Kurs auf 11.700 US-Dollar steigen. XRP kann sich trotz eines negativen Quartalsbericht zu Ripple über ein Kursplus von 20 Prozent freuen. Ethereum schließlich schwächelt, könnte aber auch langfristig die 320 US-Dollar anpeilen. 

Bitcoin, Community und DIY-Kultur – Was die Lightning Conference besonders machte
Bitcoin, Community und DIY-Kultur – Was die Lightning Conference besonders machte
Szene

Am 19. und 20. Oktober versammelte Fulmo die Lightning Community zur Lightning Conference. Dieses Event, in der Tradition der Lightning Hackdays stehend, war von einem starken DIY-Charakter geprägt. Dieser Charakter zeigte sich besonders in Hacking Sessions wie dem „Quickening“.

Angesagt

Altcoin-Marktanalyse: Rückblick auf eine ruhige Woche im Krypto-Markt
Kursanalyse

Die Leitwährung Bitcoin beendete nach erfolgreicher Verteidigung der 7.800-US-Dollar-Marke die vergangene Woche bei 8.233 US-Dollar. Bei den Top-10-Altcoins verzeichneten diese Woche sieben der zehn Kryptowährungen ein Kursplus. Die aufgestellte Vermutung, dass die größte Gefahr einer weiteren Konsolidierung vorerst geringer scheint, bewahrheitet sich aktuell.

Von wegen Hype: Killerapp Blockchain Banking
Sponsored

Keine Frage: Bitcoin ist gekommen, um zu bleiben. Allein, bislang muss man Apps, die das „digitale Gold“ in den Alltag integrieren, noch mit der Lupe suchen – aber es gibt sie. Ein besonders vielversprechendes Anwendungsgebiet ist die Verknüpfung von Bitcoin Wallet und Bankkonto: Eine potenzielle Killerapp für Bitcoin und Blockchain-Technologie kommt aus Deutschland.

HTC kündigt Bitcoin Full Node auf Budget-Smartphone an
Bitcoin

Auf dem HTC Exodus 1s wird laut Hersteller eine Bitcoin Full Node laufen können. Damit werden Besitzer des Smartphones zu souveränen Teilnehmern des Bitcoin-Netzwerks: Sie können Transaktionen verifizieren und sorgen so für mehr Dezentralität im Netzwerk. In der Szene schlägt die Ankündigung große Wellen.

Bitfinex verlangt 880 Millionen US-Dollar von Crypto Capitol
Altcoins

Die Muttergesellschaft der Bitcoin-Börse Bitfinex, iFinex Inc., hat am 18. Oktober eine Vorladung eingereicht, um 880 Millionen US-Dollar an eingefrorenen Geldern zurückzuerhalten. Das Geld soll derzeit bei der Krypto-Börse Crypto Capitol und anderen Unternehmen, deren Konten von Regierungen eingefroren wurden, liegen.

×
Anzeige