Große Brands, noch größeres Interesse Web3 unaufhaltsam? Zwei Reports gewähren tiefe Einblicke

Das Web3 – ein toter Traum? Zwei aktuelle Reports werfen Schlaglichter auf den aktuellen Zustand des Krypto-Internets. Und wecken: Hoffnung.

Giacomo Maihofer
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Web3

Beitragsbild: Midjourney

| Eine Revolution in der Mache: Ist das Web3 gekommen, um zu bleiben?

Dezentral, offen, partizipativ: Das Web3 will das Internet revolutionieren. Doch nach einem kurzen Hype im Jahr 2021 ist Ernüchterung eingekehrt. Ob NFTs, DAOs oder Airdrops: Das Internet von morgen ist ein chaotisches Mosaik aus Projekten und Philosophien. Oft auch: Betrügereien. Zwei aktuelle Reports werfen Schlaglichter auf den aktuellen Zustand des Web3. Und wecken Hoffnung.

Die Neugier auf Web3 wächst – weltweit

Über 15.000 Befragte aus 15 Ländern: Consensys (die Firma hinter MetaMask) und YouGov, ein führendes Meinungsforschungsinstitut, veröffentlichten diesen Montag einen umfangreichen Report zu Web3. Darin sprechen sie von einem Paradigmenwechsel: vom “User” hin zum “Builder”. Das Kennzeichen: ein “verbreitetes Bewusstsein für Krypto” und “starkes Verlangen nach Eigentum” – auch im Internet.

Fast jeder (92 Prozent) der Befragten hat von Krypto oder Web3 gehört. 37 Prozent glauben an das Potenzial von Krypto als Zukunft des Geldes und 31 Prozent an digitale Eigentumsrechte, beispielsweise NFTs. Fast 70 Prozent finden, dass sie Besitzrechte an ihren im Internet erstellten Inhalten haben sollten. 79 Prozent wünschen sich mehr Kontrolle über ihre Daten. Alles Versprechen, die das neue Internet einlösen will.

Web3 bei großen Brands beliebter denn je

Auch bullish: die traditionellen Firmen. Diesen Montag veröffentlichte auch Coinbase, die größte US-Kryptobörse, einen großen Bericht zum neuen Internet. Der Fokus: die erfolgreichsten Unternehmen der Welt – genannt Fortune 500. Mercedes, Prada und Co.: Viele haben Web3-Initiativen gestartet. Laut der Studie planen 83 Prozent es noch.

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Das Erfolgsmodell liefert Sportschuhhersteller Nike: mit eigenem Web3-Studio und populärer NFT-Plattform, Swoosh. 186 Millionen US-Dollar an Umsatz hat man eingespielt, mehr als fast alle anderen Brands zusammen. Noch beeindruckender, das Engagement in den sozialen Medien: Über die letzten zwei Jahre generierten Nikes Top3-NFT-Kollektionen 1,5 Milliarden Impressionen – so viel wie Nike selbst. Und 800.000 Erwähnungen. Fast siebenmal mehr als Nike. Web3: ein soziales Phänomen.

Das Rezept der Nike-Strategie: enge Bindung der Community, vielfältige Angebote. Nutzer können Galerien erkunden, virtuelle Kreationen, Profile anderer Mitglieder entdecken und sich ihre NFT-Sammlungen anschauen und untereinander tauschen. Gemessen an den Gesamtumsätzen machen die NFTs immer noch weniger als 0,1 Prozent an Nikes Einnahmen aus. Und Engagement außerhalb der Krypto-Community ist bisher kaum zu sehen. Also: viel Luft nach oben.

Zu schön, um wahr zu sein?

Beide Reports entstanden im Auftrag von Firmen, die ein wirtschaftliches Interesse haben, dass das Web3 in einem positiven Licht dasteht. Deshalb ist gegenüber den Ergebnissen ein Stück weit Vorsicht angesagt. Für Kritiker wie die Journalistin Molly White ist Web3 vor allem ein Marketinginstrument, ohne gesellschaftlichen Nutzen: “Die Leute konnten das Wort Krypto nicht mehr hören, also fing man an, ihnen das Web3 zu pitchen”, sagte sie im BTC-ECHO Interview (lest es hier). In der Juni-Ausgabe des BTC-ECHO Magazins beleuchten wir das Web3 von allen Seiten. Bestellen könnt ihr es hier.

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