Trotz US-Inflationsdaten Aktien und Gold verlieren, aber Bitcoin marschiert

Die US-Inflation bleibt hartnäckiger als erwartet. Aktien und Gold geben nach, doch Bitcoin zeigt Stärke. Was Investoren jetzt wissen müssen.

Tobias Zander
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Bitcoin-Symbol unter dem Hemd eines Geschäftsmannes

Beitragsbild: Shutterstock

| Aktien und Gold fallen angesichts der neuen Inflationsdaten, aber Bitcoin steigt weiter

Durch die neuen US-Inflationsdaten vom Dienstag ist die Stimmung an den Aktienmärkten vorläufig gekippt. Laut des US-Arbeitsministeriums stiegen die Preise im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent. Experten rechneten ursprünglich mit einem Rückgang auf 2,9 Prozent. Die Inflation erweist sich somit hartnäckiger als erwartet, weshalb die amerikanischen Aktienwerte deutlich nachgaben. Auch der Goldpreis enttäuschte und fiel unter die 2.000 US-Dollarmarke. Unterdessen setzt Bitcoin seinen Höhenflug scheinbar unaufhaltsam fort und schüttelt die positive Korrelation mit anderen Assetklassen von sich. Aber das Jahr 2024 könnte noch große Überraschungen bereithalten. Was bedeutet die anhaltende Inflation für die Kapitalmärkte, woher kommt die Stärke von Bitcoin und wie geht es jetzt weiter?

US-Aktienmärkte und Gold mit Verlusten

Der marktbreite S&P500-Index schloss nach der Verkündung der US-Inflationsdaten mit einem Minus von 1,4 Prozent, während der technologielastige NASDAQ-100 direkt um 1,8 Prozent nachgab. Mit den jüngsten Inflationsdaten schwinden die Hoffnungen auf eine baldige Entspannung der Zinspolitik. Derzeit liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Senkung des Leitzinses durch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) Anfang Mai nur noch bei 34 Prozent. Vor allem die hohe Kerninflationsrate ohne Berücksichtigung der volatileren Nahrungsmittel- und Energiepreise bereitet Sorgen, weil sie bei 3,9 Prozent auf Jahresbasis verblieb.

Bitcoin entkoppelt sich von den US-Aktienmärkten I Quelle: TradingView (15:00 CEST)

Seit Jahresanfang lief es eigentlich hervorragend an den traditionellen Kapitalmärkten. Der S&P500 durchbrach sogar vor wenigen Tagen erstmals die symbolische 5.000er-Marke. Auch der NASDAQ-100 entwickelte sich nicht zuletzt aufgrund der Performance der “Magnificent-Seven” sehr positiv. Doch der Rücksetzer nach der Bekanntgabe der Teuerungsrate lässt vermuten, dass bei dem Kurswachstum bereits eine baldige Zinswende nach unten eingepreist war. Bitcoin zeigte sich hingegen unbekümmert und durchbrach am Vormittag sogar die 51.000 US-Dollarmarke. Damit gehört BTC nun auch wieder zu den Billionen-Dollar-Assets.

Auch das physische Gold kann Bitcoin nicht die Stirn bieten I Quelle: Tradingview (15:00 CEST)

Während das digitale Gold seinen Aufstieg fortsetzt, schwächelt das traditionelle, physische Gold. Eigentlich gilt das Edelmetall als klassisches Instrument zur Absicherung gegen Inflation. Dennoch verlor auch Gold seit Bekanntgabe der Inflationsdaten 1,8 Prozent, gemessen in US-Dollar. Bitcoin hingegen legte um über 3 Prozent zu. Bei einer Betrachtung seit Jahresanfang wird der Unterschied noch gravierender: Während Gold etwa 3,5 Prozent verlor, konnte der digitale Herausforderer um über 16 Prozent steigen. Das könnte nicht zuletzt daran liegen, dass Bitcoin seit Wochen die Schlagzeilen beherrscht und das physische Gold aus dem Rampenlicht verdrängt hat. Keine gute Nachricht für Goldbugs wie Peter Schiff, den BTC-ECHO im Juli 2023 exklusiv interviewte.

Warum Bitcoin unbeeindruckt bleibt

Vertreter der Federal Reserve erklärten, dass sie es mit der Senkung der Leitzinsen derzeit nicht eilig haben und auf überzeugende Beweise für einen Erfolg der Inflationsbekämpfung warten. Doch Bitcoin ist offenbar aktuell nicht auf niedrige Zinsen und entsprechend risikofreudigere Investoren angewiesen. Langfristig gibt es zwar eine klar positive Korrelation zwischen Bitcoin-Kurs und Geldmenge, aber derzeit lassen andere Faktoren die Zinsthematik in den Hintergrund treten. Vor allem der anhaltende Kaufdruck der Bitcoin-ETF-Anbieter und der damit einhergehende Einstieg von institutionellen Investoren treibt den BTC-Kurs nach oben.

Doch auch andere Faktoren sorgen für Bitcoins erstaunliche Stärke. Der über Wochen anhaltende Verkaufsdruck durch den Grayscale Bitcoin Trust (GBTC) hat sich inzwischen gelegt und die BTC-Bestände an den Krypto-Börsen schmelzen, weil Privatanleger ihre Coins selbst verwahren und diszipliniert “hodln”. Gleichzeitig fließt durch das chinesische Neujahr traditionell frisches Kapital von asiatischen Investoren in den Markt. Die daraus resultierende bullische Grundstimmung wird schließlich weiter angeheizt durch das bevorstehende Bitcoin-Halving im April. In der Vergangenheit bedeutete das Halving oft den Startschuss für einen neuen Bullenmarkt.

Seit dem 1. Januar 2023 ist der Bitcoin-Kurs in US-Dollar gerechnet über 210 Prozent (!) gestiegen. Dennoch fällt es schwer, im aktuellen Marktumfeld gute Argumente gegen eine positive Entwicklung zu finden. Als Folge jüngsten Rallye befindet sich BTC bereits unter den zehn wertvollsten Assets der Welt, obwohl sich die institutionellen Investoren gerade erst langsam herantasten. Diese Stärke beeindruckt und könnte durchaus einen sich selbst verstärkenden Effekt lostreten. Dabei gilt: Je weniger Bitcoin mit anderen Assets korreliert, desto attraktiver wird der alternative Wertspeicher für die Portfoliodiversifikation. Das wiederum könnte zu einem Kursanstieg führen, der BTC erneut attraktiver macht. Und schon wären wir mittendrin im nächsten Hype-Zyklus.

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