Bei einem Logistikpartner von Trezor ist es zu einem Datenleck gekommen, von dem rund 13.689 Kunden betroffen sind. ShipMonk informierte den Hardware Wallet-Hersteller am 10. August über einen unbefugten Zugriff auf Systeme mit Bestelldaten. Die Systeme von Trezor selbst wurden nach Angaben des Unternehmens nicht kompromittiert, auch die Hardware Wallets und darauf verwahrte Kryptowährungen seien von dem Vorfall nicht betroffen.
Betroffen sind Kunden, die zwischen dem 10. Mai und 8. August 2026 Bestellungen in den USA, Großbritannien, Schweden, Kolumbien, Brasilien, Italien oder Portugal erhalten haben. Deutschland, Österreich und die Schweiz werden von Trezor nicht als betroffene Länder genannt. Aufgrund der 90-Tage-Speicherfrist des Unternehmens waren ältere Bestelldaten bereits gelöscht oder anonymisiert und konnten nach Angaben von Trezor nicht abgegriffen werden.
Trezor warnt vor Phishing-Versuchen
Bei 11.742 Kunden wurden der vollständige Name, die E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Lieferadresse offengelegt. Weitere 1.947 Personen sind teilweise betroffen, bei ihnen gelangten Name, Stadt und E-Mail-Adresse in die Hände der Angreifer. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben alle betroffenen Kunden per E-Mail informiert.
Das größte Risiko besteht nun darin, dass die gestohlenen persönlichen Daten für gezielte Phishing-Versuche genutzt werden. Betrüger könnten sich beispielsweise per E-Mail, Telefon oder Brief als Trezor, Krypto-Börse oder Bank ausgeben und durch die bekannten persönlichen Informationen glaubwürdiger auftreten.
Trezor bezeichnet den Vorfall als erstes Datenleck seit der Gründung im Jahr 2013, bei dem Telefonnummern und Lieferadressen von Kunden offengelegt wurden. ShipMonk habe die betroffenen Systeme inzwischen abgesichert, während die Untersuchung des Vorfalls weiterläuft.
Auch wenn Deutschland, Österreich und die Schweiz nach den bisherigen Angaben nicht betroffen sind, sollten Trezor-Kunden bei vermeintlichen Nachrichten des Unternehmens besonders aufmerksam sein. Die Seed Phrase beziehungsweise das Wallet Backup sollte niemals auf einer Webseite eingegeben oder an andere Personen weitergegeben werden, da Trezor solche Informationen nicht per E-Mail oder auf anderem Wege abfragt.
