Studie CBDCs schützen Privatsphäre und brechen Datenmonopole
Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Überwachumskamera im Datenaustausch

Quelle: Shutterstock

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Zentralbanken und Konzerne liefern sich ein Rennen um digitale Bezahlinfrastrukturen. Ein Blogbeitrag der US-Amerikanischen Zentralbank (Federal Reserve) argumentiert, warum eine staatliche Digitalwährung (CBDC) die bessere Lösung wäre.

Hat das Bargeld ausgedient? Umfragen belegen es, im Zuge der Corona-Pandemie zahlen auch die Deutschen zunehmend digital. Dieser weltweite Trend erklärt sich durch ein Mehr an Hygiene und Komfort. Datenschützer sind dennoch alarmiert, denn bargeldlose Zahlungen verschaffen Konzernen wie PayPal, Visa, Google und Facebook eine ungeahnte Datenfülle. Ließe sich die Privatsphäre mit einem digitalen Zentralbankgeld (Central bank digital currency, CBDC) besser schützen?

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Das behaupten zumindest Rodney Garrett und Michael Lee in einem Blogbeitrag vom 23. November. Der Ökonom von der University of California in Santa Barbara und der Forscher vom New Yorker Arm der US-Amerikanischen Zentralbank diskutieren darin ein gemeinsam veröffentlichtes Paper. Die beiden beschreiben CBDCs als „kostengünstiges, die Privatsphäre schützendes elektronisches Zahlungsmittel.“ Bitcoin und Co. weisen sie hingegen wegen hohen Transaktionskosten zurück.

Private Bezahlplattformen und das Datenmonopol

Garett und Lee fragen zunächst nach den Wirkungen von digitaler Bezahlinfrastruktur in privater Hand. Wie in der Wirtschaftsforschung üblich, stützen sich die Überlegungen der beiden Autoren auf einigen Modellannahmen. Sie gehen davon aus, dass Firmen Daten nutzen, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen und dass Konsumenten anhand des Preises zwischen verschiedenen Bezahlmodellen aussuchen. Da Digitalzahlungen Nutzerdaten versprechen, würden Unternehmen folglich Anreize für ihre Verwendung schaffen. Als Konsequenz bildet sich laut dem Modell am Markt ein Datenmonopol:

Ein Unternehmen, das sich frühzeitig kleine Informationsvorteile verschafft, setzt die Preise aggressiv fest, um seinen Anteil an Verbraucherdaten zu vergrößern, und monopolisiert den Markt auf lange Sicht. Auf einem solchen Markt stellen wir fest, dass das Monopolunternehmen die große Mehrheit der Daten kontrolliert und in der Lage ist, ein Produkt anzubieten, das den Produkten seiner Konkurrenten weit überlegen ist.

Was für dieses Unternehmen vorteilhaft ist, erweist sich für die Endverbraucher als Nachteil. Denn nur ein Bruchteil des Mehrwerts, der durch ihre Daten erzeugt wurde, kommt bei ihnen auch an. Mit einer CBDC fällt die Rechnung hingegen anders aus.

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CBDC: Wenn digitale Infrastruktur auf Bargeld trifft

Digitales Zentralbankgeld geht für die Konsumenten mit den selben Bequemlichkeiten einher wie private Bezahlplattformen. Dennoch bietet eine CBDC im Modell von Garrett und Lee die gleiche Fülle an Privatsphäre wie das althergebrachte Papier.

Die Endverbraucher erhalten so einen weiteren Vorteil. Denn wenn die Privatanbieter an die Konsumentendaten wollen, müssen sie die Zahlungsabwicklung über ihre eigenen Plattformen günstiger machen als über eine CBDC. Dabei ist es unerheblich, ob die Verbraucher tatsächlich von dem digitalen Bargeld Gebrauch machen. Das bloße Vorhandensein eines CBDCs schafft Anreize für Entlohnung bei der Herausgabe der eigenen Daten.

Die Argumentation der beiden Forscher beruht auf der Annahme, dass Zentralbanken nicht auf Profit aus sind und deshalb keine Verwendung für Nutzerdaten haben. CBDCs könnten deshalb dazu beitragen, die Anonymität von Bargeld ins Digitalzeitalter hinein zu retten. Für liberale Demokratien mag dieser Schluss zutreffend sein. Im Falle von China und vergleichbaren Autokratien eröffnen aber gerade staatliche Digitalwährungen erschreckende Überwachungs- und Kontrollmöglichkeiten.

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