Klimadebatte SkyBridge wiegt Bitcoin-Reserven mit CO2-Zertifikaten auf
Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 3 Minuten

CO2-Emissionen

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Die einen sehen darin ein wirksames Instrument im Kampf gegen den Klimawandel, andere brandmarken es als Greenwashing: CO2-Zertifikate. Nun hat der Emissionshandel den Bitcoin-Space erreicht.

Das Investment-Unternehmen SkyBridge ist eine Partnerschaft mit dem Emissionshändler Moss Earth eingegangen. Der Betreiber mehrerer Fonds mit Bitcoin-Bezug erwarb Token, die 38.346 Tonnen eingespartes CO₂ repräsentieren.


Einer aktuellen Pressemitteilung ist zu entnehmen, dass SkyBridge mit diesem Schritt den CO₂-Abdruck seiner Bitcoin-Reserven ausgleichen will. Nach dem Erwerb nimmt der Fondsbetreiber die Token sofort vom Markt. Die Einnahmen, die Moss Earth mit der Ausschüttung dieser Token erzielt, kommen währenddessen verschiedenen Projekten zugute, die sich gegen die Abholzung des Regenwaldes einsetzen. Durch den Kauf des tokenisierten Emissionszertifikats tragen Unternehmen in der Theorie also dazu bei, dass die Ausschüttung von CO₂ vermieden wird.

Besagter MCO₂ Token existiert dabei schon seit 2020. Er ist auf mehreren Bitcoin-Börsen gelistet. Moss Earth gibt an, insgesamt 15 Millionen US-Dollar in den Amazonas entsandt zu haben. 800 Millionen Bäume sollen dadurch vor der Abholzung bewahrt worden sein. Die unterstützten Projekte sind etwa durch die unabhängige Bewertungsorganisation Verra überprüft.

Nach einer Recherche behauptete das Medium The Guardian allerdings, dass ein Großteil der Verra-zertifizierten Projekte faktisch weniger CO₂ einspart, als angegeben. Eine genaue Berechnung von Emissionswerten, die ja erst in der Zukunft ausgeschüttet werden, sei methodologisch zudem überaus schwierig. Verra übte an der Guardian-Studie Kritik, versprach jedoch gleichzeitig, die eigenen Standards kontinuierlich an Forschungsergebnisse anzupassen.


SkyBridge-Gründer: BTC bis 2030 klimaneutral

Derartigen Bedenken zum Trotz sieht der SkyBridge-Gründer Anthony Scaramucci in den Zertifikaten eine willkommene Zwischenlösung für den Bitcoin-Space. Scaramucci, der auch als kurzzeitiger Kommunikationsdirektor von Donald Trump Berühmtheit erlangte, sagte:

Wir gehen davon aus, dass das Bitcoin-Mining bis zum Ende des Jahrzehnts vollständig erneuerbar sein wird. In der Zwischenzeit stellen Kohlenstoffkompensationen eine effektive Möglichkeit dar, das Bitcoin-Netzwerk grüner zu machen und die Annahme durch umweltbewusste Investoren zu erleichtern.

SkyBridge ist weiterhin nicht das einzige Krypto-Unternehmen, das seinen ökologischen Fußabdruck verringern will. In den vergangenen Monaten erwarben die Bitcoin-Börsen FTX, Gemini und BitMEX ebenfalls CO₂-Zertifikate.

Bitcoin in der Klima-Debatte

Dass Krypto-Unternehmen sich gerade jetzt öffentlichkeitswirksam um ihre CO₂-Bilanz bemühen, ist alles andere als ein Zufall. Denn spätestens seit Elon Musk Bitcoin im Mai per Tweet zum Klimakiller erklärte, ist die Debatte reichlich angeheizt. Aufgrund der schlechten Umweltbilanz des Krypto-Minings setzte Musk damals die Akzeptanz von BTC-Zahlungen bei Tesla aus und schickte den Kurs damit auf Talfahrt. Das chinesische Mining-Verbot rechtfertigt sich zumindest vordergründig ebenfalls mit Umweltgründen.

Als Reaktion auf Musk und Co. rief der MicroStrategy CEO Michael Saylor das Bitcoin Mining Council ins Leben. Der Lobbyverband veröffentlichte kurze Zeit später eine Studie, die dem Mining eine durchaus positive Klimabilanz attestiert. Diese weist allerdings methodologische Schwächen auf und ist deshalb bestenfalls mit Vorsicht zu genießen. BTC-ECHO widmete sich dem Thema ebenfalls in der Juli-Ausgabe des Kryptokompass.


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