Bitcoin Mining Council Studie: Bitcoin Mining mehrheitlich aus erneuerbarer Energie
Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Bitcoin-Münzen verstecken sich im Gestein. Soll sinnbildlich den Mining-Prozess verdeutlichen.

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Eine Studie des neu gegründeten Bitcoin Mining Councils beobachtet einen Zuwachs an erneuerbaren Energien beim Abbau von BTC.

Das Bitcoin Mining Council will eine Interessensvertretung für die Mining-Branche sein. Jene sieht sich schließlich verstärkt mit Vorwürfen konfrontiert, die mit dem hohen Stromverbrauch des Bitcoin-Schürfens zusammenhängen. Ein erster Bericht des Councils behauptet nun: Vom ersten zum zweiten Quartal 2021 stieg die Verwendung von erneuerbaren Energien in der Branche um 52,2 Prozent.


Der vom MicroStrategy CEO Michael Saylor ins Leben gerufene Council veröffentlichte den Bericht am 1. Juli. Als O-Ton zum Bitcoin Mining heißt es dort:

Bitcoin-Mining verbraucht eine vernachlässigbare Menge an Energie, wird schnell effizienter und wird mit einem höheren Mix an nachhaltiger Energie betrieben als jedes andere große Land oder jede andere Industrie.

Die 23 Mitglieder des Councils gaben dabei an, dass 67,6 Prozent der von ihnen genutzten Energie aus regenerativen Quellen stamme. Im globalen Branchendurchschnitt würde dieser Anteil 56 Prozent umfassen. Erweist sich die durch Elon Musk befeuerte Debatte um den negativen Umwelteinfluss des Bitcoin Minings so als unverhältnismäßig?

Zahlen zum Bitcoin Mining zweifelhaft

Ohne das Mining von Bitcoin verdammen zu wollen, muss doch angemerkt werden, dass der Council-Bericht eine gesunde Portion an Skepsis verlangt. Er attestiert zwar tatsächlich einen großen Zuwachs an erneuerbaren Energien, stellt für das zweite Quartal 2021 aber gleichsam einen Rückgang der Hash Rate um 45,5 Prozent fest. Dieser Einbruch ist bekanntlich auf das chinesische Mining-Verbot zurückzuführen. Es bleibt also vollkommen offen, wie nachhaltig die Rückkehr der chinesischen Anbieter zum Mining-Markt ausfallen wird.


Darüber hinaus ist die Methodik der Datenerhebung zweifelhaft. Der Bitcoin Mining Council griff offenbar auf einen Katalog aus lediglich drei Fragen zurück. Die genaue Größe der Stichprobe ist unklar. Der Journalist Larry Cermak wies auf Twitter deshalb ebenfalls auf Unstimmigkeiten hin. Dabei zog auch er den Bogen zur Situation in China:

Das ist wirklich lächerlich. Keine Methodik offengelegt, sehr zweifelhaftes Ergebnis und superkleine Stichprobe von etwa 5 Prozent der gesamten Hash Rate. Niemand weiß, wie der Energiemix aussehen wird, bis die Hash Rate aus China verlagert und eine neue richtige Studie durchgeführt wird. Warum vertrauen die Menschen dem?

Quo vadis Chinas Mining-Firmen?

Tatsächlich befindet sich die globale Mining-Branche im Umbruch. Schließlich griffen viele der aus dem Geschäft in China gedrängten Mining-Anlagen auf Kohle und andere umweltschädliche Energiequellen zurück. Diese Unternehmen werden indes nicht einfach vom Markt verschwinden. Offenbar treten die Bitcoin-Schürfer stattdessen den Exodus in andere Staaten an.

Die Frage nach der Nachhaltigkeit des Bitcoin-Abbaus wird sich somit erst in den folgenden Monaten endgültig beantworten lassen. Vieles hängt davon ab, welche Energiequellen in den künftigen Mining-Hotspots gegeben sind. Bis dahin liefert der neue Kryptokompass von BTC-ECHO eine fundierte Analyse der aktuellen Datenlage rundum Mining und regenerative Energien.


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