Saudi-Arabien und VAE CBDC-Pilotprojekt übertrifft Erwartungen
Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Skyline von Dubai, die in den Wolken schwebt (Grafik)

Quelle: Shutterstock

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Die meisten digitalen Zentralbankwährungen (CBDC), die bis lang das Licht der Welt erblickten, entstammen den Händen einer einzelnen Zentralbank. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate prüfen unterdessen die Machbarkeit einer bilateralen Lösung.

Die Zentralbanken von Saudi-Arabien und der Vereinigten Arabischen Emirate haben am Sonntag einen ausführlichen Bericht zu ihrem gemeinsamen CBDC-Projekt vorgelegt. Die Ergebnisse des einjährigen Testlaufs belegen den Nutzen der Blockchain– und Distributed-Ledger-Technologie (DLT) im heimischen und grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr.

Die beiden Wirtschaftsmächte aus dem mittleren Osten hatten bereits im Januar 2019 den Start von Project Aber bekannt gegeben. Neben der Machbarkeitsanalyse wollten die beteiligten Zentralbaken auch zum Wissensfundus rund um CBDCs und DLT beitragen. Der Name des Projekts zeuge dabei von den eigenen Zielsetzungen:

Der Name Aber wurde gewählt, weil er als arabisches Wort für „Grenzen überschreiten“ sowohl den grenzüberschreitenden Charakter des Projekts als auch unsere Hoffnung widerspiegelt, dass es auch im Hinblick auf den Einsatz der Technologie Grenzen überschreiten würde.

Test war voller Erfolg

Project Aber verlief in drei Phasen. Wobei sich mit jeder neuen Stufe zunehmend auch Privatbanken aus den beiden Staaten an den Testläufen beteiligten. Die Banken betrieben eigene Nodes für das CBDC und nutzten auch eigenes Geld für die Zahlungsabwicklung. Den Machern der Studie war es wichtig, echtes Geld hinter die Digitalwährung zu stellen, um den Sicherheitsaspekt nicht aus dem Blick zu verlieren.

Als technischer Unterbau kam Hyperledger Fabric zum Einsatz. Hinter der Permissioned-Blockchain-Lösung stehen vor allem IBM und die Linux Foundation. Die Verfasser des Berichts merken an, dass nur eine nicht-öffentliche Blockchain den Anforderungen an Privatsphäre und Zugangsbeschränkungen genügen kann, die der Zahlungsverkehr zwischen Banken erforderlich macht.


Laut dem Bericht war der CBDC-Test ein voller Erfolg. Der Einsatz von Distributed Ledger habe die Erwartungen demnach übertroffen. Alle Anforderungen in puncto Privatsphäre, Dezentralität und Risikovermeidung seien umgesetzt worden. Eine gemeinsame CBDC von zwei Staaten sei nicht nur eine geeignete Lösung für grenzüberschreitende Zahlungen. Sie biete darüber hinaus eine „erhebliche Verbesserung gegenüber zentralisierten Zahlungssystemen in Bezug auf die architektonische Belastbarkeit.“

Der Bericht schließt mit einer Reihe an Empfehlungen für weitere Forschungen und politische Entscheidungsträger. Ob Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate in naher Zukunft tatsächlich eine derartige CBDC einführen werden, blieb unterdessen offen.

Die Welt im CBDC-Fieber

Bekanntlich sind die Länder aus dem Mittleren Osten nicht die einzigen, die an CBDCs arbeiten. Während China das Tempo vorgibt, sehen sich immer mehr Staaten gezwungen, mitzuziehen. Die Europäische Union denkt beispielsweise über die Einführung einer grenzüberschreitenden Digitalwährung für die gesamte Eurozone nach. Laut der EZB soll bereits in wenigen Monaten über die Einführung eines solchen E-Euro entschieden werden. Die Bundesregierung gab jedoch den Hinweis, dass es Jahre dauern könnte, bis er tatsächlich umgesetzt ist.


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