Nicht nur Binance ist betroffen 

Ohne MiCA-Lizenz: Diese Krypto-Börsen bekommen jetzt Probleme

Ab dem 1. Juli gelten die neuen MiCA-Vorgaben vollständig. Mehrere Krypto-Börsen dürfen ihre Dienstleistungen nur noch eingeschränkt anbieten. Für Kunden wird es jetzt heikel.

Dominic Döllel
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Bitcoin inmitten von EU-Symbolen

Beitragsbild: Shutterstock

| Die MiCA wird zum Stresstest für einige Krypto-Börsen

Ab dem 1. Juli 2026 dürfen Krypto-Dienstleister ohne MiCA-Lizenz keine regulären Dienstleistungen mehr für Kunden in der Europäischen Union anbieten. Eine Auswertung der Börsen und Handelsplätze zeigt: Viele Anbieter verfügen über eine MiCA-Lizenz. Doch einige Plattformen haben bis zum Stichtag keine entsprechende Zulassung erhalten. Für die Kunden dieser Börsen wird es jetzt heikel.

Binance ohne MiCA-Lizenz

Besonders im Fokus steht Binance. Die Krypto-Börse hatte einen MiCA-Antrag in Griechenland gestellt. Doch dann hat das Unternehmen gegenüber BTC-ECHO bestätigt, dass man seinen Antrag auf die MiCA-Lizenz zurückgezogen hat. “Unsere Ambitionen in Europa bleiben dieselben und wir sind zuversichtlich, in den kommenden Monaten eine MiCA-Lizenz zu erhalten”, so die Krypto-Börse auf unsere Anfrage.

Ohne erteilte Zulassung dürfen Krypto-Dienstleister ihre Angebote in der EU nicht mehr regulär fortführen. Die ESMA verlangt von betroffenen Unternehmen, die Aufnahme neuer Kunden einzustellen, Marketingmaßnahmen zu beenden und ihre Dienstleistungen auf eine geordnete Abwicklung zu beschränken. Dazu gehören unter anderem die Schließung von Konten sowie die Übertragung oder Auszahlung von Kundengeldern und Krypto-Assets.

Bitget wartet weiter auf die Genehmigung

Auch Bitget gehört zu den Plattformen, die den Stichtag ohne MiCA-Lizenz erreichen. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben einen Antrag bei der österreichischen Finanzmarktaufsicht gestellt. Bis zum 30. Juni 2026 wurde jedoch keine Genehmigung bekannt gegeben.

Damit zählt Bitget nicht zu den lizenzierten Krypto-Dienstleistern, die ihre Services nach dem Ablauf der Übergangsfristen uneingeschränkt in der Europäischen Union anbieten dürfen. Für Nutzer könnten daraus Einschränkungen entstehen. BTC-ECHO hat das Unternehmen um eine Stellungnahme gebeten, bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aber keine Rückmeldung erhalten.

MEXC bleibt ebenfalls ohne MiCA-Lizenz

Auch MEXC verfügt bis zum Stichtag über keine MiCA-Lizenz. Die niederländische Finanzaufsicht AFM hatte bereits im September 2025 davor gewarnt, dass die Plattform in den Niederlanden ohne die erforderliche Zulassung tätig sei. Zwar erklärte MEXC die MiCA-Lizenz habe hohe Priorität. Eine entsprechende Genehmigung lag bis zum 30. Juni jedoch nicht vor.

Auf einem Reddit-Forum haben sich die MEXC-Nutzer darüber ausgetauscht und Fragen gestellt. “Wir sind am Arsch, MEXC hat die MiCA-Lizenz nicht bekommen. […] Du solltest deine Kryptowährungen in einer Cold Wallet sichern, lass nichts auf der Börse liegen”, so ein Nutzer auf den aktuellen Stand der Börse.

ESMA fordert geordneten Rückzug

Mit dem Ende der Übergangsfristen am 1. Juli gelten die MiCA-Vorgaben in allen Mitgliedstaaten vollständig. Die ESMA verlangt von nicht lizenzierten Anbietern einen geordneten Rückzug aus dem EU-Geschäft. Die Verwahrung von Krypto-Assets darf nur noch für den notwendigen Übergangszeitraum fortgeführt werden. Welche genauen Risiken bei den nicht-regulierten Plattformen für deine Krypto-Bestände entstehen, lest ihr hier: Kein MiCA, kein Geschäft: EU droht Krypto-Anbietern mit dem Aus.

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