Nach den Vorfällen bei zwei Herstellern von Krypto-Hardware-Wallets bezieht Changpeng “CZ” Zhao jetzt Stellung. In einem neuen X-Post urteilt der Gründer der weltweit größten Krypto-Börse Binance nüchtern: “Kein guter Monat für Hardware-Wallets”. Zuvor gab es eine schwerwiegende Panne beim Trezor-Versanddienstleister ShipMonk, durch welche die Daten von rund 13.700 Kunden offengelegt wurden.
Bei knapp 11.700 Betroffenen gelangten vollständige Namen, Telefonnummern sowie physische Versandadressen an Unbefugte. Durch die Verknüpfung von Identitäten und Wohnorten mit Krypto-Wallets könnte ein erhebliches Risiko in Hinblick auf Phishing und Überfälle im realen Leben entstehen. Insbesondere in Frankreich mehrten sich zuletzt die gewaltsamen Angriffe auf Krypto-Investoren. Deutsche Kunden sollen von der Datenpanne nicht betroffen sein.
Was ist sicherer? Krypto-Anleger müssen individuell entscheiden
Obwohl Hardware-Wallets meist als sicherer als reine Software-Lösungen gelten, sieht der ehemalige Binance-Chef einen strukturellen Vorteil digitaler Self-Custody-Wallets. Software-Lösungen wie beispielsweise das Binance Web3 Wallet oder Trust Wallet kämen schließlich ohne den Versand physischer Hardware aus, der Kundendaten unwiderruflich mit Krypto-Besitz verbinde. Zhao betont allerdings, dass er die Geräte nicht pauschal ablehnt: “Ich sage nicht, dass Hardware Wallets schlecht sind, sie haben lediglich verschiedene Risikoprofile”.
Der Datenleak bei Trezor fällt in eine Phase hoher Verunsicherung, die der Coldcard-Hack und der daraus resultierende Diebstahl von fast 2.000 Bitcoin hervorriefen. Das Risiko im Fall Trezor ist klar davon abzugrenzen, weil es nicht auf Protokoll- oder Hardware-Ebene liegt, sondern auf einen Zulieferer zurückzuführen ist. Warum auch regulierte Börsenprodukte einen Haken haben, erfahrt ihr in diesem Artikel: “Bitcoin ETFs statt Self Custody? Was jetzt dafür spricht – und was dagegen“.

