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Chance zum Nachkaufen? Neue Corona-Meldungen sorgen für Ausverkauf bei Bitcoin, DAX und Co.

Neue Corona-Meldungen treffen die Kurse von Aktien und Kryptowährungen hart. Wie die aktuelle Lage aus Marktsicht einzuordnen ist und warum ein neuer Lockdown zu einem Kurs-Feuerwerk bei Bitcoin, Dax und Co. führen könnte.

Sven Wagenknecht
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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Corona und Bitcoin

Beitragsbild: Shutterstock

Bislang hatte die Verschlimmerung der Corona-Lage die Märkte kaltgelassen. Meldungen über eine neue Covid-Variante, die zuerst in Südafrika entdeckt wurde, schüren hingegen neue Ängste bei den Marktteilnehmern. Die Sorge vor noch stärkeren Einschränkungen und wirtschaftlichen Einbußen wächst. Erstmalig seit vielen Wochen reagieren die Märkte eindeutig: Praktisch alle Anlageklassen geben auf Tagessicht signifikant nach (Stand: 14:30 Uhr, 26.11.2021):

  • Bitcoin: – 7,9 %
  • DAX: – 3 %
  • Öl: – 6,6 %

Lediglich die physischen Edelmetalle und vereinzelte Rohstoffe können dem Ausverkauf trotzen. Vor allem Gold kann mit immerhin einem Prozentpunkt im Plus glänzen. Angesicht der geradezu unterirdischen Performance der letzten Monate, kann Gold sein Image als Krisenmetall damit immerhin verteidigen.

Die angespannte Makrolage

Die aktuelle Lage ist in vielen Ländern bereits extrem angespannt. Der Begriff Lockdown ist längst keine Floskel mehr, sondern Realität in einigen Regionen. Sollte nun die neue Virusvariante weiter Feuer ins Öl gießen, dann könnte dies die Absage für die erhoffte Jahresendrallye sein. Viele Unternehmen aus verschiedenen Branchen werden nur schwer einen weiteren Lockdown verkraften. Wertekorrekturen an den Märkten wären die Folge.

Die Vergangenheit hat allerdings gezeigt: Realwirtschaft und Finanzwirtschaft können sich stark voneinander wegbewegen. Es gibt gute Gründe, dass es nach einer ersten Korrektur am Markt, wie wir sie jetzt erleben, zu einer massiven Gegenbewegung kommt. Bedingt durch eine sich verschlimmernde Corona-Lage könnte die Jahresendrallye sogar noch deutlich heftiger ausfallen.

Diese 3 Gründe sprechen für eine massive Gegenbewegung bei Kryptowährungen und Aktien

Sollte der Winter in Kombination mit einem härteren Lockdown zu einem Konsumverzicht und einer Reduktion der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes führen, dann würden wie im Frühjahr 2020 und 2021 mehrere Gründe zusammenkommen, die für schnell steigende Kurse sprechen.

1) Inflationsrisiko nimmt ab

Kühlt die Wirtschaft Lockdown-bedingt ab und sinkt dadurch auch die Geldumlaufgeschwindigkeit, dann kann das zu einer Reduzierung der aktuell hohen Inflation führen. Nimmt die Inflation wieder ab, dann nimmt damit auch die Wahrscheinlichkeit ab, dass die Notenbanken zu einer restriktiveren Geldpolitik greifen. Leitzinserhöhungen und andere anti-inflationäre Maßnahmen von EZB und Fed werden damit immer unwahrscheinlicher. Das heißt: mehr Notenbankgeld für die Märkte, ergo steigende Kurse.

2) Weniger Konsum, mehr Spekulation

Wie bereits in vergangenen Lockdownhochzeiten erlebt, können weitere Einschränkungen zu einem Konsumverzicht führen, der die Spekulation anheizt. Viele Privatanleger haben durch den Konsumverzicht mehr Mittel zur Verfügung, die sie an der Börse einsetzen können.

3) Hilfspakete sorgen für Finanzspritze

Sollte sich die Pandemiesituation weiter verschlimmern, dann werden auch die Staaten weitere Mittel der Wirtschaft zur Verfügung stellen. Von Einmalzahlungen bis hin zu branchenspezifischen Hilfen. Mit Unterstützung der Notenbanken können neue Schulden ebenfalls zur Erhöhung der Geldmenge beitragen und letztlich die Märkte stimulieren. Man kann davon ausgehen, dass Staaten und Notenbanken alles daran setzen werden, einen Zusammenbruch der Märkte zu vermeiden.

Fazit

So schlimm die Pandemie für die Realwirtschaft ist – von den gesellschaftlichen Aspekten ganz zu schweigen – hat die Vergangenheit gezeigt, dass die Finanzmärkte oftmals konträr dazu reagieren. Die daraus resultierende Geldflut würde erfahrungsgemäß vor allem die Preise für Aktien, Immobilien und Kryptowährungen begünstigen. Insbesondere Privatanleger könnten für eine erhöhte Volatilität bei Corona-Aktien, Tech-Aktien, Memestocks und Memecoins sorgen. So wurden in Lockdownhochzeiten in puncto Handelsvolumina und Neuanmeldungen bei Neo-Brokern wie Robinhood und Trade Republic Rekordmarken erreicht. Der aktuelle Rücksetzer könnte also eine gute Gelegenheit zum Nachkaufen bieten.

Dieser Artikel spiegelt lediglich die persönliche Meinung des Autors wider. Es handelt sich nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen.

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