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Nach MiCA-Krimi EU-Parlament will gegen unhosted Wallets vorgehen

Nach der Abwendung eines Verbots für Proof-of-Work-basierte Kryptowährungen sorgt sich der Krypto-Space nun um gravierende Einschnitte gegenüber unhosted Wallets. Das EU-Parlament wird dazu am kommenden Donnerstag ein Votum abhalten.

Daniel Hoppmann
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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EU-Parlament in Brüssel

Quelle: picture alliance / Geisler-Fotopress | Dwi Anoraganingrum/Geisler-Fotop

Kaum ist der MiCA-Krimi um ein mögliches Verbot von Bitcoin zu Ende, droht neuer Ärger aus Brüssel für den Krypto-Space. Wie BTC-ECHO bereits am vergangenen Samstag ausführlich berichtete, haben Änderungen an der sogenannten “Transfer of Funds Regulation” (TFR) erneut Unmut innerhalb der Krypto-Community ausgelöst.

Konkret geht es diesmal um einschneidende Anti-Geldwäschemaßnahmen für sogenannte unhosted Wallets, die Krypto-Dienstleistern aufwendige Identifizierungsverfahren aufdrücken würden. So müssten Anbieter beispielsweise nicht nur Informationen über Transferpartner sammeln, sondern auch verifizieren. Im schlimmsten Fall könnte dies sogar das Ende der Selbstverwahrung in Europa bedeuten, warnte DeFi-Experte Patrick Hansen auf Twitter.

Vorstoß kommt von linksgerichteten Fraktionen

Der Vorschlag kommt laut Informationen von BTC-ECHO dabei aus dem Lager der linksgerichteten Fraktionen im EU-Parlament. Auf Twitter verteidigte der zuständige Schattenberichterstatter, Paul Tang, den Vorstoß seiner Fraktion (S&D). Die TFR sei ein “wichtiges Werkzeug, um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu bekämpfen”, sagte der 54-Jährige. Die Sorgen der, wie Tang sie nennt, “Crypto Bros” seien unbedenklich.

Benedikt Faupel, der beim Digitalverband Bitkom den Bereich Blockchain verantwortet, sieht das etwas anders. Gegenüber BTC-ECHO befürwortete er zwar das Ziel der TFR, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung bei Kryptowerten zu bekämpfen.

Grundlegend muss aber festgehalten werden, dass Kryptowerte denkbar schlecht geeignet sind, um sie für illegale Aktivitäten zu nutzen. Zum einen liegt das an der offenen Architektur der Blockchain, zum anderen an den fortschrittlichen Analyseinstrumenten, die Rück- und Nachverfolgung von Transaktionen erleichtern.

Widerstand im EU-Parlament

Im EU-Parlament regt sich jedoch Widerstand gegen den Vorstoß der Linken, Grünen und Sozialdemokraten. Wie BTC-ECHO aus Insiderkreisen erfuhr, soll die konservative Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP), zu der unter anderem auch die Union aus Deutschland gehört, einen Gegenvorschlag eingebracht haben. Darin soll etwa das Identifizierungsverfahren für Krypto-Anbieter vereinfacht werden.

Anstatt die Transaktionsdaten von unhosted Wallets selbst zu erheben und zu verifizieren, sollen Dienstleister nur zur Sammlung der Daten verpflichtet werden. Im Anschluss würden diese Informationen mit einer Datenbank der European Banking Authority (EBA) abgeglichen, die geblacklistete Wallet-Adressen enthielten. Eine entsprechende Datenbank müsste jedoch erst noch entstehen.

Anders jedoch als beim MiCA-Krimi scheint zwischen den Mitgliedsstaaten und dem EU-Parlament ein Konsens zum Umgang mit unhosted Wallets zu herrschen. Ein Votum zu der TRF wird am kommenden Donnerstag, dem 31. März, stattfinden.

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