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Augen auf!  Krypto-Krise: 5 Maßnahmen für mehr Performance und Sicherheit

Was kann man tun, um in der Krise sein Krypto-Portfolio zu schützen und sich optimal für eine kommende Aufschwungphase zu positionieren? Fünf Ratschläge, die man direkt umsetzen kann.

Sven Wagenknecht
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Beitragsbild: Shutterstock

| Es herrschen stürmische Zeiten. Wie man richtig durch die Krypto-Krise segelt.

Der FTX-Zusammenbruch hat zu einer Zäsur im Kryptosektor geführt. Kein Blockchain-Unternehmen bleibt von den Auswirkungen verschont und der Markt wird sich in den nächsten Monaten neu sortieren müssen. Aktuell geht es daher vor allem um eine Schadensbegrenzung und Neupositionierung für die kommende Phase des Wiederaufbaus. Die nachfolgenden fünf Ratschläge sollen dabei helfen, das eigene Portfolio abzusichern und auf Kurs zu halten.

1. Lokalisierung: Wo liegen meine Bitcoin ab?

Viele Coins und günstige Gebühren. Diese beiden Kriterien waren für viele Kleinanleger bislang ausschlaggebend bei der Wahl eins Krypto-Dienstleisters, insbesondere Börse, gewesen. Wie wir am Beispiel FTX sehen können, rächen sich nun diese Auswahlkriterien. Krypto-Investoren sind daher gut beraten, zu überprüfen, wo der juristische Sitz ihrer Verwahrer ist.

Deregulierte Steueroasen wie Bahamas (FTX) sind tendenziell zu meiden, während Europa und insbesondere die DACH-Region zu bevorzugen sind. Die Kontrolle durch Aufsichtsbehörden ist hierzulande auf einem ganz anderen Level und schafft Vertrauen. Ein Abzug der Coins von weniger vertrauenswürdigen Kryptobörsen kann unter Umständen ratsam sein.

Wer keiner Drittpartei trauen mag – was ebenfalls sehr gut in dieser Situation nachzuvollziehen ist – der sollte sich mehr denn je mit der Selbstverwahrung auseinandersetzen. Hardware Wallets können für viele Kleinanleger eine gute Option sein.

2. DEX und Co.: Dezentrale Angebote nutzen

So bequem Krypto-Dienstleistungen auch sein mögen, die von Unternehmen bereitgestellt werden, bergen sie das Risiko des Single-Point-of-Failure. Wer nicht auf einzelne CEOs und Risikoabteilungen vertrauen möchte, sondern lieber dem Code beziehungsweise Protokoll, der kann mit DeFi-Anwendungen gut bedient sein.

Die aktuelle Krise können Krypto-Enthusiasten also als Anlass nehmen, sich stärker mit dezentralen Protokollen auseinanderzusetzen und diese zu nutzen. Am naheliegendsten sind hier dezentrale Börsen (DEX) wie Uniswap oder Curve. Da dort keine Verwahrung der Coins stattfindet, besteht auch kein Bonitätsrisiko.

3. Verlierer aussortieren und Gewinner identifizieren

Aktuell leiden alle Akteure im Kryptosektor unter der Krise. Vor allem zwei Fragen sind in dieser Phase daher entscheidend: Wer verfügt über ausreichend liquide Mittel, um die Durststrecke zu überstehen und wer hat einen Business Case, der den neuen Marktanforderungen gerecht wird, gar sogar davon langfristig profitieren könnte. Das Thema Regulatorik wird beispielsweise nochmal an Bedeutung zunehmen. Entsprechend ergibt es Sinn, neben dem Blick auf die ökonomische Verfassung, auch auf die Lizenzen, ESG-Kriterien und Seriosität des Managements zu achten. Ganz gleich, ob es sich um ein Protokoll, eine Kryptobörse oder die Aktie einer Mining-Gesellschaft handelt.

Unternehmen, die bei beiden Aspekten gut abschneiden, werden voraussichtlich an Marktanteilen in der Wiederaufbauphase hinzugewinnen können. Investoren sollten daher ihr Portfolio nach etwaigen Kandidaten screenen und die “faulen Eier” aussortieren. Die Kurse letzterer dürften sich nicht mehr nachhaltig erholen können. Im Zweifel kann dies bedeuten, dass Krypto-Anleger in der jetzigen Phase schmerzhafte Verluste realisieren müssen.

4. Interdependenzen monitoren

Die wechselseitigen Abhängigkeiten unter den Krypto-Dienstleistern bringen schockierende Nachrichten, Tag für Tag, zum Vorschein. Wie zur Finanzkrise 2008 werden nun die “Leichen im Keller” für jeden sichtbar. Der Zusammenbruch von FTX bringt zahlreiche andere Dienstleister zum Wackeln, die beispielsweise Forderungen gegen FTX oder Mitgliedsunternehmen haben oder in sonst irgendeiner Form von dem Unternehmen abhängig sind.

Ein bekanntes Beispiel von vielen wäre hier die Solana Foundation. So muss die Stiftung hinter der Hochgeschwindigkeits-Blockchain angeblich ganze 180 Millionen US-Dollar abschreiben. Diese hatte über die Kryptobörse Einlagen verwaltet und auch den börseneigenen Token FTT gehalten, dessen Kurs komplett eingebrochen ist. Entsprechend stark ist auch der Kurs von Solana, relativ gesehen zu anderen Coins, eingebrochen.

So anstrengend und kompliziert es sein mag, kann es Sinn ergeben, seine einzelnen Positionen im Portfolio nach Abhängigkeiten auszuwerten. So hat beispielsweise die Investmentbank Morgan Stanley bereits eine Liste mit Unternehmen veröffentlicht, die Exposure zu FTX haben.

5. Krypto-Krise: die richtigen Fragen stellen  

In der Krise zeigt sich das wahre Gesicht, lautet ein altes Sprichwort. Auf die Krypto-Krise übertragen heißt das, dass man genau hinschauen sollte, welche Maßnahmen von den einzelnen Akteuren aktuell ergriffen werden. Wichtige Fragen zur Überprüfung lauten dabei:

  • Sorgt der Markteilnehmer für Transparenz? Siehe Screenshot der Reserven bei Börsen
  • Herrscht etwa ein toxisches Klima bei Mitarbeitenden, das via Social Media bekannt wird?
  • Hält man an geplanten Meilensteinen fest oder stellt man Projekte ein?
  • Ist das Wertversprechen, angesichts der aktuellen Herausforderungen, nachhaltig und kurz- bis mittelfristig zu erreichen?
  • Wie hoch ist die Nutzeraktivität oder ist das Transaktionsvolumen relativ gesehen zur Konkurrenz eingebrochen?

Diese an die Situation angepassten Fragen können dabei helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Auch kann es sich empfehlen, die Kurse der Coins auszublenden. Deren Volatilität und Kurshistorie können einem bei der fundamentalen Entscheidungsfindung ablenken.

Ob beispielsweise die Entwickleraktivität bei Protokollen hoch ist, lässt sich nur schlecht an den historischen Kursen ablesen. Entscheidend ist die Zukunftsfähigkeit der einzelnen Projekte und nicht, inwiefern ausufernde Marketingbudgets und Reward-Programme, wie beispielsweise bei Crypto.com, zu hohen Kursen geführt haben.

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