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Ledger, BitBox und Trezor im Test Mit diesen Krypto-Wallets geht ihr auf Nummer sicher

FTX ist pleite und bei crypto.com mehren sich die Anzeichen, dass Abhebungen nur noch erschwert möglich sind. In diesen turbulenten Zeiten sollten Krypto-Investor:innen ihre Coins auf Hardware Wallets verwahren. Wir haben vier populäre Modelle getestet.

David Scheider
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Wallets im Test

Beitragsbild: Shutterstock

| Das Ledger Nano S Wallet gilt als altbewährte und sichere Lösung zur Aufbewahrung deiner Bitcoin.

Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 10/2022 des BTC-ECHO Magazins.

Ledger Nano S

Mit über zwei Millionen Nutzer:innen ist die Krypto-Hardware-Wallet Ledger Nano S die am weitesten verbreitete Wallet überhaupt. Das Modell ist bei Einsteigern beliebt, aber auch unter Profis gilt Ledger als extrem sicher.

Software

Mit Ledger Live hat das Unternehmen die wohl übersichtlichste Wallet-Software überhaupt auf den Markt gebracht. Das Interface ist ansprechend und benutzerfreundlich, sodass auch Newcoiner:innen problemlos zurechtkommen. Neben dem Anlegen verschiedener Unterkonten können Nutzer:innen ihre Coins sogar direkt für das Staking zurücklegen. Auch der Kauf von BTC und Co. geht unkompliziert direkt über Ledger Live.

Sicherheit

Der Private Key, also der Schlüssel zum digitalen Tresor, in dem die BTC liegen, ist auf einem Secure Element Chip abgelegt. Zum Einsatz kommt dieser nur beim Signieren von Transaktionen und wird von der Software automatisch ausgelesen. Das Gerät selbst ist mit einem PIN-Code geschützt, dessen Länge wählbar ist. Bei Verlust des Geräts droht also nicht der Diebstahl der darauf abgelegten Coins. Mittlerweile unterstützt der Ledger Nano S auch Passphrases. Dabei handelt es sich um eine zusätzliche Sicherheitsebene. Ist das Feature aktiviert, haben Dieb:innen nur Zugriff auf abgelegtes Kryptovermögen, wenn sie sowohl den Seed als auch die Passphrase in die Hände bekommen. Kurzum: Auf dem Ledger Nano S liegen deine BTC mehr als sicher.

Benutzungsfreundlichkeit

Die Einrichtung der Hardware Wallet mithilfe der Ledger-Live-App ist kinderleicht. Auch wenig versierte Krypto-Neulinge können eigentlich gar nichts falsch machen, wenn sie den Hinweisen folgen. Bei sicherheitskritischen Produkten wie Wallets kann man diesen Aspekt kaum überbetonen.

Coins

Der Ledger Nano unterstützt über 1.500 Coins und Token. Ferner können Nutzer über die DeFi-Plattform Compound mit USDT, USDC und DAI Yield Farming betreiben und Zinsen einstreichen.

Support

Deutsch, Englisch

BitBox02

Das Schweizer Bankkonto unter den Hardware-Wallets? Die BitBox02 gilt als einer der sichersten “Bitcoin-Tresore” überhaupt. Neben der regulären Version bietet ShiftCrypto auch eine Bitcoin-Only-Edition an. Damit holt das junge Unternehmen Bitcoiner:innen ab, denen außer dem digitalen Gold ohnehin nichts ins Haus kommt.

Von der BitBox02 gibt es 2 Versionen: Eine Bitcoin-Only-Version und eine Multicoin-Edition.

Software

Wie alles an der BitBox02 ist auch die App stark reduziert und damit sehr übersichtlich. Auf der Startseite sind genau zwei Buttons: “Send” und “Receive”. Ferner gibt es Funktionen wie das Hinzufügen verschiedener Accounts und Adressen. Sehr praktisch: Über die BitBoxApp können Nutzer:innen Bitcoin und Co. auch gleich kaufen und verkaufen. Die BitBoxApp wirkt extrem durchdacht, bietet nur die Funktionen, die man unbedingt braucht, und spricht damit sowohl fortgeschrittene Nutzer:innen als auch Anfänger:innen an.

Sicherheit

Besonders gut gefällt uns die sichere Navigation durch das Set-up des Geräts. Bevor man etwa den Back-up-Seed aufsetzt, müssen Nutzer:innen Warnungen wie “Ich sollte meinen Back-up-Seed in einer sicheren Umgebung ablegen” bestätigen. Den Seed selbst kann man entweder auf einer SD-Karte ablegen oder als Mnemonic-Phrase aufschreiben. Richtig gut ist die TOR-Funktion. Damit verschleiert die App Browsing-Daten wie die IP-Adresse und schützt so die Privatsphäre der Nutzer:innen. Natürlich verfügt die Hardware auch über zwei Chips. Einer davon, der Secure Element Chip, interagiert nie mit der USB-Schnittstelle des gepaarten Rechners und ist so gegen Malware von außen geschützt. Auf dem Secure Element liegt auch eines der drei Entschlüsselungsgeheimnisse für den Private Key. In Kombination mit dem Gerätepasswort sowie dem anderen Gerätechip, der MCU, lassen sich Transaktionen signieren und gewähren so schlussendlich Zugriff auf die Coins.

Benutzungsfreundlichkeit

Der Anschluss an den gepaarten Rechner erfolgt per USB-C. Standardmäßig wird eine 8-GB-SD-Karte mitgeliefert. Nutzer:innen können darauf eine binäre Version des Back-ups erstellen und bei Verlust der BitBox02 alle darauf abgelegten BTC und Co. wiederherstellen. Die Touch-sensitiven Tasten an der Ober- und Unterseite sind etwas gewöhnungsbedürftig. Die Menüführung der App ist übersichtlich und logisch gestaltet.

Coins

Die BitBox02 unterstützt über 1.500 Coins und Token. Die Bitcoin-Only-Version unterstützt – man ahnt es – ausschließlich BTC.

Support

Deutsch

Ledger Nano X

Mit dem Nano X bringen die Sicherheitsexpert:innen von Ledger ein neues Flaggschiff auf den Hardware-Wallet-Markt, das es in sich hat. Bis zu 100 Coins gleichzeitig können Nutzer:innen auf dem Gerät ablegen und mit der Bluetooth-Integration kann man den Nano X sogar unterwegs nutzen.

Ein neues Flaggschiff für Ledger: Der Nano X.

Software

Der Ledger Nano X nutzt dieselbe Software wie der Nano S. Neben dem Anlegen verschiedener Unterkonten können Nutzer:innen ihre Coins direkt für das Staking über Ledger Live zurücklegen. Auch der Kauf von BTC und Co. geht unkompliziert direkt über Ledger Live. Fortgeschrittene Nutzer:innen können Features wie Coin Control nutzen. Das heißt, sie können selbst auswählen, welche UTXO für die Transaktion verwendet werden soll, und so Transaktionskosten sparen und die Privatsphäre verbessern.

Sicherheit

Das Gerät enthält zwei verschiedene, unabhängig voneinander agierende Chips. Der Secure-Element-Chip interagiert mit den sicherheitsrelevanten Eigenschaften des Geräts wie den Keys und den auf dem Display gezeigten Informationen. Unterdessen ist der STM32-Chip für die Kommunikation mit den verbundenen Geräten zuständig. Selbst wenn Letzterer kompromittiert werden sollte, führt dies nicht zum Verlust der Schlüssel, da jede Handlung noch mal auf dem Ledger-Display verifiziert werden muss. Ledger garantiert, dass kritische Daten wie der Private Key immer auf dem Gerät verbleiben. Selbst wenn die Bluetooth-Verbindung gehackt würde, kämen Angreifer:innen nicht an die auf dem Secure Element abgelegten Daten. Wer noch Bedenken hat, kann die Bluetooth-Funktion aber auch einfach ausschalten und das Gerät via USB-C-Kabel nutzen.

Benutzungsfreundlichkeit

In Sachen Nutzer:innenfreundlichkeit hat der Ledger Nano X im Vergleich zu seinem Vorgängermodell Nano S einen mittelgroßen Quantensprung hingelegt. Der Nano X ist nicht nur über die Desktop-Version der Software bedienbar, sondern auch per Mobile App. Dafür baut das Gerät eine sichere Bluetooth-Verbindung zum Android- oder iOS-Partnergerät auf und kann so Transaktionen auch unterwegs signieren. Außerdem ist das Display des Nano X mit 128 x 64 Pixeln höher auflösend und etwas größer als das des Vorgängers.

Coins

Der Nano X unterstützt 27 Coins und 1.500 Token. Nutzer:innen können bis zu 100 Coins gleichzeitig auf dem Gerät ablegen.

Support

Deutsch, Englisch

Trezor Model T

Touchscreen, Farbdisplay, Extended Public Key, Node-Einbindung: Der Trezor Model T lässt keine Wünsche offen. Mit dem Model T hat der tschechische Hardware-Wallet-Hersteller Trezor im Jahr 2018 ein neues Flaggschiff auf den Markt gebracht.

Kompakt und Sicher: Der Trezor Model T.

Software

Trezor Bridge ist das Bindeglied zwischen Wallet und PC. Leider kann man viele Coins, darunter auch Ether, nicht mit Bridge verwalten. Um etwa den privaten ETH-Schlüssel auf dem Gerät abzulegen, muss das Model T mit Drittanbieter-Wallets wie MyEtherWallet verbunden werden. Das gilt übrigens auch für alle ERC-20-Token. Hier hätten wir uns für die bessere Bedienbarkeit ein etwas breiteres Produktspektrum auf der nativen Software gewünscht.

Sicherheit

Bei der Erstellung des Back-up-Seeds lässt Trezor nichts anbrennen. Warnungen wie „Mache niemals eine digitale Kopie deines Seeds“ schützen Nutzer:innen vor sich selbst und können so einem potenziellen Coin-Verlust vorbeugen. Was uns besonders gut gefällt, ist, dass sicherheitsrelevante Anleitungen wie das Erstellen des Seeds auf dem Display des Trezor Model T angezeigt werden. Selbst, wenn der verknüpfte Rechner mit Malware versehen worden ist, ist das Gerät noch nicht kompromittiert.

Benutzungsfreundlichkeit

Die Einrichtung ist kinderleicht. Auch Neulinge werden kaum Möglichkeiten haben, durch Anwendungsfehler wertvolle Coins zu riskieren. Wer nicht grob fahrlässig handelt (etwa die Seedphrase verliert), verwahrt Kryptowährungen mit dem Trezor Model T sicher. Der Model T verfügt über eine USB-C-Schnittstelle und ist so für moderne Partnergeräte gerüstet. Ausgehende Adressen können auch als QR-Code gescannt werden. Auch das touch-sensitive Display tut seinen Dienst; Bestätigung von BTC-Adressen, Eingabe des PIN-Codes und dergleichen funktioniert reibungslos.

Coins

Mit über 1.600 unterstützten Coins und Token gewinnt Trezor das Wettrüsten gegen Ledger. Im Gegensatz zu Ledger gibt es zudem kein Speicherlimit auf dem Gerät. Hier kommt also wirklich jeder Altcoin-Enthusiast auf seine Kosten.

Support

Englisch

Übrigens: Auf unserer Ratgeber-Seite testen wir neben den hier vorgestellten noch weitere Hardware Wallets auf Herz und Nieren. Außerdem könnt ihr dort eine eigene Bewertung abgeben.

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